Besser Bruderhähne und Zweinutzungshühner kaufen

Bruderhahn oder Zweinutzungshuhn – was ist der Unterschied?

Im Rahmen von Bruderhahninitiativen werden die Hähne von hochspezialisierten Legerassen mitaufgezogen. Bio-Betriebe, die Zweinutzungshühner halten, setzen hingegen auf robuste Geflügelrassen. Was der Unterschied ist, erfahren Sie in unserem Beitrag und einem Erkärfilm.


Film ab: Bruderhahn oder Zweinutzungshuhn – was ist der Unterschied?


Geschlechtsbestimmung im Ei

Seit dem 1. Januar 2022 ist das Töten der männlichen Küken der Legerassen verboten. Das gilt für die konventionelle und biologische Hühnerhaltung! Stattdessen setzen die großen Brütereien auf eine Früherkennung der Geschlechter im Ei. Dann töten sie nicht mehr die männlichen Küken, sondern die männlichen Embryonen im Ei, meistens am achten Bruttag. Das Verfahren nennt sich In-Ovo-Selektion. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt das Verbot des Kükentötens, kritisiert jedoch, dass die Grundprobleme wie "der Wahnsinn der Hochleistungszucht und der Effizienzdruck auf Kosten der Tiere" bestehen blieben. Eier aus Betrieben mit In-Ovo-Selektion tragen oft auf der Packung den Hinweis "Ohne Kükentöten". Die In-Ovo-Selektion ist auch bei EU-Bio-Betrieben erlaubt. Das EU-Bio-Siegel garantiert die ökologische Haltung der Legehennen, aber verpflichtet nicht zur Aufzucht männlicher Küken!

Bruderhähne aufziehen

Die ökologischen Anbauverbände gehen einen Schritt weiter in Richtung Tierschutz: Bei Bioland, Demeter, Naturland, Biokreis und Gäa ist die Geschlechtsbestimmung im Ei verboten und die Aufzucht der männlichen Küken der Legerassen, Bruderhähne genannt, Pflicht. Wer Bio-Eier dieser Verbände kauft, verhindert also das Töten der Embryonen und fördert die Aufzucht der Bruderhähne.

Allerdings garantieren derzeit nur Bioland und Demeter, dass die Bruderhähne auch unter Bio-Bedingungen aufgezogen werden. Bei anderen besteht die Gefahr, dass die männlichen Küken in konventionellen Mästereien, oft im Ausland, landen.

Die Eier von Bruderhahninitiativen sind im Handel weit verbreitet, aber nicht einheitlich gekennzeichnet. Auf der Packung stehen Aufschriften wie "Aus Bruderhahnaufzucht", "Geschwister-Eier", Brudertier-Initiative oder "Bruderküken-Initiative". Das Fleisch der Bruderhähne findet sich oft in verarbeiteten Produkten.

Zweinutzungshühner

Das Öko-Huhn der Zukunft lässt sich zweifach nutzen: Bei den Zweinutzungshühnern legt die Henne Eier, der Hahn setzt Fleisch an. Beispielsweise kreuzt die Ökologische Tierzucht (ÖTZ) GmbH Fleisch- und Legerassen: Aus Bresse Gauloise und White Rock entsteht "Cream"; aus Bresse Gauloise und New Hampshire "Coffee". Beides sind robuste Zweinutzungshühner, die mit regionalem Futter gut gedeihen und keine hochleistungsbedingten Krankheiten haben. "Nur wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher Eier und Fleisch von Zweinutzungshühnern kaufen, haben Zweinutzungshühner wirklich eine Zukunft! Ein Suppenhuhn und ein Hähnchen pro Kopf und Jahr sind Pflicht", erläutert die Geschäftsführerin Inga Günther von der ÖTZ.

Aber Achtung: Zweinutzungshuhn ist kein geschützter Begriff. Deshalb Augen auf beim Eierkauf.


Film ab: EI-VOLUTION - Zurück zum Leben


Diese Aufstellung hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind Anbieter und möchten in die Liste aufgenommen werden? Dann wenden Sie sich gerne per E-Mail an die Redaktion unter info@oekolandbau.de.


Demonstrationsbetriebe Ökolandbau

Bio live erleben!

Die Betriebe des Netzwerkes öffnen ihre Hoftore für die Öffentlichkeit.

Zu den Demobetrieben

Die BIOSpitzenköche empfehlen

Schokoladen Rote Bete Kuchen

Schokoladen-Rote-Bete-Kuchen

Nach oben
Nach oben