Bioland-Gärtnerei Strickler

Bioland-Gärtnerei Strickler: Natur pur erleben

Die Kräuter- und Wildpflanzengärtnerei Strickler im rheinhessischen Alzey ist bundesweit einer von nur wenigen Gärtnereien, die sich auf die Vermehrung, die Anzucht und den Verkauf heimischer Wildpflanzen spezialisiert haben. Hier gibt es eine riesige Pflanzenauswahl für Naturgarten-Liebhaberinnen und -Liebhaber. Wer noch in der Planung steckt, bekommt professionelle Beratung bei der Gartengestaltung.

Naturgarten und Gärtnerei in einem

Man muss schon genau hinschauen, um das Hinweisschild zur Kräuter- und Wildpflanzengärtnerei Strickler an der B 271 von Alzey in Richtung Flomborn/Grünstadt nicht zu verpassen.

Wer in die kleine Stichstraße einbiegt, kommt von der Schnellstraße ad hoc in eine Oase und ins Staunen.

Eine große Trockenmauer mit wunderschönem Blühstreifen davor umrahmt den Parkplatz, den Besucher nur aufgrund des großen Parkschilds als solchen identifizieren. Der Blick fällt noch vor dem Aussteigen auf ein großes Insektenhaus, an dem reges Treiben herrscht. Wer aus dem Auto raus ist, bemerkt sofort: Hier summt, brummt, zwitschert und flattert es an allen Ecken. Er sieht, dass es sich um eine Gärtnerei handelt, aber gleichzeitig gibt es auch viele Ecken auf dem Gelände, wo der Natur freier Lauf gelassen wird. In der Gärtnerei Strickler können Kundinnen und Kunden circa 1.700 Pflanzenarten kaufen, davon die Hälfte Wildarten. Zudem bekommen sie viele Anregungen für den eigenen Naturgarten.

Auch hier in unserem Wirtschaftsbetrieb stellen wir der Natur wieder etwas zur Verfügung.

Von den 1,9 Hektar der Gärtnerei ist nur circa ein Hektar Wirtschaftsfläche. Den Rest hat Betriebsleiter Friedhelm Strickler unter ökologischen Gesichtspunkten angelegt. Obstbäume, Hecken, Wiesenflächen und Trockenmauern bieten Lebensräume für eine Vielzahl von Vogel- und Kleintierarten sowie Insekten. Strickler bringt es auf den Punkt: "Auch hier in unserem Wirtschaftsbetrieb stellen wir der Natur wieder etwas zur Verfügung. Das hilft ihr und meinem Betrieb." Hier herrscht ein ökologisches Gleichgewicht. Hecken und Bäume spenden Schatten, Nützlinge, wie Vögel und Igel, fressen gerne Raupen bzw. Nacktschnecken und helfen so bei der Bekämpfung der Schädlinge.

Erfolg als Spezialist für Wildpflanzen

Friedhelm Strickler ist Gärtnermeister und Naturgarten-Spezialist. Weil ihm die Natur und ihr Schutz am Herzen liegen, kam für ihn von Anfang an nichts anderes infrage als eine naturnahe Gestaltung von Gärten. Das bedeutet, heimische Pflanzen zu wählen sowie ökologische Arbeitsweisen in der Garten- und Landschaftsgestaltung und bei der Saatgut- und Pflanzenproduktion anzuwenden. Doch was genau ist heimisch? "Alle in Mitteleuropa natürlich vorkommenden Arten", erklärt Strickler. "Das Saatgut für die Pflanzen stammt ursprünglich aus der Natur. Um die genetische Vielfalt zu erhalten, werden die Pflanzen für die Saatgutvermehrung alle fünf bis acht Jahre erneuert", verdeutlicht er das Prinzip, das er als Naturgärtner befolgt.

Weil die Beschaffung von heimischen Wildpflanzen schon in den Achtzigerjahren schwer war, wurde dem Ehepaar Strickler schnell klar: "Diese Lücke wollen wir schließen". Sie spezialisierten sich Anfang der Neunzigerjahre auf die Vermehrung, Anzucht und den Verkauf heimischer Wildpflanzen. Ergänzt werden die 800 heimischen Arten beispielsweise durch mediterrane Kräuter, Kletterpflanzen für die Fassadenbegrünung, Beeren und Wildobst sowie historische Rosen. Zum Vergleich: In anderen gut sortierten Gärtnereien liegt die angebotene Pflanzenauswahl in der Regel zwischen 50 und 100 Arten.

Naturnah gewirtschaftet wurde in der Gärtnerei Strickler schon immer. Dazu gehört der Verzicht auf mineralischen Dünger und auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Unerwünschte Beikräuter werden althergebracht per Hand gezupft, Schädlinge mit Nützlingen und natürlichen Mitteln bekämpft. 1997 entschlossen die Stricklers sich, dem Bioland-Verband beizutreten und sich zertifizieren zu lassen. Seit Herbst 1998 ist die Gärtnerei anerkannter Bioland-Betrieb.

Auf die Frage, was er am liebsten macht, antwortet Strickler schnell und spontan: "Pflanzen topfen." Er liebt die praktische Arbeit, ist im Betrieb aber hauptsächlich mit Managementaufgaben beschäftigt. Die zweitliebste Tätigkeit des Betriebsleiters ist die Beratung. Als Naturgartengestalter bietet er seinen Kundinnen und Kunden die Planung, Neuanlage oder Umgestaltung und Pflege ihres Gartens an. "Das Ziel ist, Gärten zu schaffen, in denen Menschen sich erholen und beobachten, hören, riechen und schmecken können", erläutert Strickler seine Philosophie.

Das Ziel ist, Gärten zu schaffen, in denen Menschen sich erholen und beobachten, hören, riechen und schmecken können.

Circa 70 Prozent vom Geschäft laufen über den Versand der Pflanzen. Naturgartenliebhaberinnen und Naturgartenliebhaber aus ganz Deutschland und darüber hinaus ordern bei Strickler. Er führt etwa 200 bis 250 reine Liebhaberarten, die teilweise nur in Stückzahlen von 20 bis 30 Stück gezogen werden. Da braucht es Erfahrung, um richtig zu planen und keine allzu großen Verluste zu haben.

Für alle, die noch am Anfang der naturnahen Gartengestaltung stehen oder sich zu speziellen Themen informieren wollen, bietet die Gärtnerei Seminare an.

Einen Kräutergarten gestalten, der Bau eines naturnahen Teiches oder Insektenhauses sowie Naturgarten-Pflege sind beispielsweise Themen, die in Tagesseminaren behandelt werden.

Schutz für Natur und Erhaltung der Vielfalt. Diese zwei Grundprinzipien tauchen in allen Ecken des Gärtnereigeländes und in allen Wirtschaftszweigen wieder auf. Die Konsequenz ist beeindruckend. "Ich bin doch nur authentisch", kommentiert Friedhelm Strickler diese Konsequenz bescheiden.

Autorin: Hella Hansen



Betriebsporträt: Kräuter- und Wildpflanzen-Gärtnerei Strickler

Ein kleines Paradies für Naturgartenfreunde ist die Kräuterund Wildpflanzen-Gärtnerei Strickler in Rheinhessen, unweit der Kreisstadt Alzey. Gärtnermeister Friedhelm Strickler und seine Frau Monika gründeten die Gärtnerei 1993 mit der Idee, möglichst viele einheimische Wildpflanzen und Kräuter anzubieten. Von Adonisröschen und Nesselblättriger Glockenblume über Zimtrose bis zur Pfälzer Minze finden Gartenbesitzer alles, was das Herz begehrt.
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