Bioland Rosenschule Ruf

Bioland Rosenschule Ruf: Spezialisten für die Schönheit

Sabine und Werner Ruf sind Idealisten und schon seit 1994 ökologische Rosenbauern in Deutschland. Ihr Betrieb liegt mitten im Rhein-Main-Gebiet, im Rosendorf Steinfurth. Dort gibt es alles, was das Herz von Rosenliebhabern begehrt: Von 500 verschiedenen Rosensorten bis hin zu Rosenmarmelade, Rankhilfe und Rosenschmuck. Vorträge, Fachseminare und Veranstaltungen runden das Angebot ab.

Geheimtipp in der Wetterau

Unter Hobbygärtnern und Biogärtnereien ist sie längst kein Geheimtipp mehr, sondern bundesweit für 1A-Qualität bekannt: Die Rosenschule Ruf im Rosendorf Steinfurth, nahe Frankfurt am Main. Manch Einheimischer aus dem Taunus ahnt lange nichts von den Schätzen, die man hier erwerben kann. "Es kam schon vor, dass eine Frau, die um die Ecke wohnt, erst durch ihre Münchner Freundin auf uns aufmerksam wurde", berichtet Sabine Ruf amüsiert. "Wir machen halt nicht groß Werbung." Das Budget wäre dafür nicht da, und Mund zu Mund-Propaganda erledigt das besser. Nicht nur Gärtner finden hier ihre Rose.

Im großzügigen Hofladen gibt es zudem allerlei "Schnickschnack" (wie die Chefin es selbst nennt) für jedermann rund um das edle Gewächs. Von eigens zubereitetem Rosenessig und verschiedensten Rosenmarmeladen über Rosenporzellan und Rankhilfen bis hin zu Ökokleidung, auf der Rosen prangen, und Büchern rund um die Königin unter den Blumen. In der Literatur finden Fans nicht nur Fachinfos, sondern auch Geschichten und Gedichte rund um die Rose.

Davon zitiert Werner Ruf gerne das eine oder andere auf seinen Hofführungen. Die Verknüpfung zwischen den literarischen, ästhetischen Aspekten und den harten Fakten zu Sorten, Schnitttechnik, Kultur und Bodenpflege ist legendär. Viele Kunden kommen regelmäßig zu den Führungen und Seminaren rund um die Rose. Die Renner sind neben den Rosenpflegekursen handwerklich-künstlerische Angebote wie Filz-, Mal- und Kochkurse. 

Wir stellen unseren Betrieb bewusst auf mehrere Beine

"Wir stellen unseren Betrieb bewusst auf mehrere Beine", erklärt Sabine Ruf das Geschäftsmodell der Rosenschule. Das Pflanzengeschäft lief in diesem Jahr beispielsweise nicht so brillant. "Die Saison war aufgrund des milden Winters früh und kurz", erklärt sie, lächelt und nimmt es gelassen. Dafür lief es im Laden und mit den Seminaren sehr gut.

Auch das englische Glashaus, das für Feiern mit bis zu 60 Personen gemietet werden kann, ist gut gebucht. Die Ernte der Blütenblätter historischer Rosen, die teils selbst, teils von Partnerbetrieben weiterverarbeitet werden, bringt jährlich einen Ertrag von etwa 1.000 Kilogramm. Die Rufs arbeiten mit vielen Herstellern zusammen, liefern zum Beispiel die Rosenblätter für die Rosenlimo von Völkel, für Rosenöl von naturARTen oder für die Rosentrüffel und Rosenschokoladen der Biokonditorei Löwenzahn.

Robuste Rosen

Das Hauptgeschäft der Rufs läuft über Topfpflanzen. "Die Leute wollen sehen, was sie kaufen, und keine wurzelnackte Pflanze, die erst nach Jahren voll in ihrer Pracht steht", kommentiert Sabine Ruf die Kundenwünsche. Die preisgünstigeren wurzelnackten Rosen finden als Variante "Hoffnung in Tüten" eher im Postversand geduldigere Kunden. Für Kunden und Gärtner gleichermaßen gilt das Sprichwort "Geduld bringt Rosen": Insgesamt drei Jahre benötigen die Rosenbauern zur Kultur ihrer Zöglinge, der Kernpunkt dabei ist das Veredeln der Pflanzen im zweiten Kulturjahr. Über die Wahl der Sorten sind sich die Eheleute nicht immer ganz einig. Werner Ruf möchte seine Kunden erziehen: hin zu robusten, widerstandsfähigen Rosen, die zudem wahre "Schönheiten" sind. Seine Frau Sabine lässt auch Raum für den einen oder anderen Trend, wie zum Beispiel die orangefarbene Steinfurther Abendsonne.

Eine gewisse Widerstandskraft müssen allerdings alle Ruf’schen Rosen haben, die biologisch ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger kultiviert werden. "Nur alle zehn Jahre wachsen die Schönen auf demselben Acker", klärt Werner Ruf auf. Er braucht deshalb die zehnfache Menge Land, die zwischenzeitlich vor allem mit Leguminosen wie Klee und Luzerne bepflanzt wird. So bekommt der Boden Nährstoffe wie Stickstoff zurück, die von den Rosen "verbraucht" wurden. Deshalb ist Werner Ruf fleißig dabei, "Landgrabbing" zu betreiben, wie er selbst schmunzelnd sagt. Er pachtet oder kauft Land in der Nähe, um in der Fruchtfolge noch unabhängiger zu werden.

Nur alle zehn Jahre wachsen die Schönen auf demselben Acker.

Sohn Manuel plant bereits einen eigenen Betriebskreislauf, in den bald ein Hühnermobil integriert werden soll. Auch sonst handeln die Rufs konsequent nachhaltig. Bei der Weiterkultur in Töpfen legen sie zum Beispiel Wert auf naturnahe Methoden. So verwenden sie für die biologischen Topfrosen aus Altpapier hergestellte Töpfe. In der Natur vorkommende Bakterien (zum Beispiel Bacillus thuringiensis) sowie die schädlingsabwehrenden Stoffe einiger Pflanzen machen es möglich, gezielt gegen tierische Schädlinge vorzugehen. Pilzkrankheiten an Rosen begegnen die Rosenbauern – neben sorgfältiger Boden- und Pflanzenpflege – durch die Auswahl geeigneter Standorte und robuster Rosensorten. Gegen Rosenrost, Sternrußtau und Mehltau setzen sie vorbeugende biologische Rosenpflegemittel ein, wie etwa Schachtelhalmextrakt und Gesteinsmehle. Die so aufgezogenen Pflanzen sind auf ihr Gartenleben bestens vorbereitet.

Autorin: Hella Hansen

Hier finden Sie das demoSPEZIAL zum Herunterladen und Ausdrucken (PDF-Datei).


Betriebsporträt: Bioland Rosenschule Ruf

Der Familienbetrieb Ruf wurde 1930 gegründet und bereits in dritter Generation werden von Werner und Sabine Ruf Rosen angebaut. Im Mai 1994 erfolgte die Umstellung zum Bioland-Betrieb, um den Pestizideinsatz im Rosenanbau für Mensch und Umwelt zu beenden.
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Letzte Aktualisierung 14.10.2014

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