Hofgemeinschaft Mechtersheim

Hofgemeinschaft Mechtersheim: Film ab für die Öffentlichkeitsarbeit!

Ein Drehtag auf dem Biohof

18 Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasiums in Speyer sind zu Besuch auf dem Biolandhof in Mechtersheim. Das klingt nach einem Termin, der regelmäßig auf den verschiedenen Biohöfen im bundesweiten Netzwerk "Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau" stattfindet. Doch diesmal ist gleichzeitig Drehtag. Ein Fernsehteam vom SWR begleitet die Führung und macht Aufnahmen für die Sendung "IM GRÜNEN".

Für Betriebsleiter Bertram Kalinke ist das eine Herausforderung: Die Schulkinder sollen bei ihrem Besuch "Bio live erleben", und das Fernsehen braucht gute Bilder und aussagekräftige Statements. Eines bietet er gleich in der Begrüßung, als er begründet, warum er sich schon vor 20 Jahren für den Ökolandbau entschieden hat: "Ich möchte nicht mit Gift arbeiten und finde es wichtig, unsere Böden nicht mit Schadstoffen zu belasten. Deshalb kam für mich nur der Ökolandbau in Frage".

Anschließend ist Action angesagt. In der Scheune stellt Kalinke die Kartoffelsortiermaschine an, die sich ratternd in Bewegung setzt. Die Schüler erfahren viel Wissenswertes über den Kartoffelanbau und dürfen beim Sortieren mithelfen. Zwischendurch unterbricht die Fernsehredakteurin und lässt einzelne Szenen nachstellen. Ein Fotograf der Regionalpresse kommt dazu und schießt ein paar Bilder. Bertram Kalinke redet kurz mit ihm, während die Kinder sich an der Sortiermaschine ausprobieren. Er verspricht ihm einen Pressetext und widmet sich anschließend wieder den Fragen der Schülergruppe.

Nächste Station: Hokkaidokürbisse. Der Spaziergang zum Feld bietet nicht nur den Kindern eine kurze Pause vom Zuhören, sondern gleichzeitig dem Kamerateam die Möglichkeit, bewegte Bilder einzufangen. Diese werden später noch von Bedeutung sein und die Reportage im SWR RP einleiten.

Auf dem Acker gibt es noch nicht viel zu sehen. Unter der Erde ist es dafür umso spannender. Bertram Kalinke nimmt eine Spatenprobe und erklärt seinen Zuhörern: "Hier seht ihr den Star des Bodens: den Regenwurm. Er ist im Ökolandbau ein gern gesehener Helfer, da er einen fruchtbaren Boden schafft. Diesen brauchen wir Biobauern für ein gesundes Pflanzenwachstum."

"Hier seht ihr den Star des Bodens: den Regenwurm."

Anschließend werden die Schweine besucht. Beim Füttern der Tiere geht es lebhaft zu. "Da ist die Bratwurst, wenn sie noch lebt!", ruft Bertram Kalinke. Alle lachen. Doch dann kommen einige ins Grübeln. Ob es ihm nichts ausmache, die Schweine zu schlachten, möchte ein Schüler wissen. Der Kameramann geht dazwischen und bittet den Schüler die Frage noch einmal zu stellen. Richtig, das Fernsehteam. Das hatten die Kinder schon fast vergessen.

Am Ende der Führung bedanken sich die Lehrerinnen und versichern, dass ihre Erwartungen sogar übertroffen wurden. Das Fernsehteam hat genügend Material für den etwa dreiminütigen Beitrag gesammelt und macht sich auf den Weg in die Redaktion. Bertram Kalinke verabschiedet seine Besucher. Für ihn ist die Arbeit allerdings noch nicht vorbei. Er will heute noch Bilder vom Termin und eine Pressemitteilung versenden.

Öffentlichkeitsarbeit als Notwendigkeit

Während der Besuch einer Schulklasse für den Betriebsleiter des Demonstrationsbetriebes mittlerweile zum Tagesgeschäft gehört, bedeutet ein Drehtag für Bertram Kalinke schon einen wesentlich höheren Aufwand. Besonders wichtig ist die Überlegung im Vorfeld, welche Botschaft der Fernsehbeitrag vermitteln soll. Als Demonstrationsbetrieb wollte Bertram Kalinke Argumente für den Ökolandbau deutlich machen und dabei das Netzwerk präsentieren.

"Wer Direktvermarktung hat und seine Produkte verkaufen will, der kommt um eine gute Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr herum."

Neben den inhaltlichen Vorbereitungen ist auch die Organisation nicht zu unterschätzen: Terminabsprachen müssen getroffen, ein Drehplan abgesprochen, Einverständniserklärung der Eltern eingeholt werden. Ein Aufwand der sich lohnt, weiß Kalinke: "Wer Direktvermarktung hat und seine Produkte verkaufen will, der kommt um eine gute Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr herum." Aus diesem Grund macht er den Drehtermin auch in der Lokalpresse bekannt. Neben Pressemitteilungen ist die eigene Internetpräsenz für Bertram Kalinke von zentraler Bedeutung: Sie sei günstig, leicht handhabbar, flexibel und spreche nicht zuletzt auch neue, speziell die "heranwachsenden" Kunden an. So verwundert es auch nicht, dass bereits am Abend Bilder des Tages und die Ankündigung des Sendetermins auf der Facebook-Seite der Hofgemeinschaft Mechtersheim zu sehen sind. Welche Früchte seine Arbeit tragen wird, kann Bertram Kalinke noch nicht wissen. Doch in jedem Fall hat er durch seine Arbeit die Idee der Hofgemeinschaft Mechtersheim auf vielen Kanälen in die Öffentlichkeit getragen.

Autorin: Karin Wilhelm



Betriebsporträt: Hofgemeinschaft Mechtersheim

Die Hofgemeinschaft Mechtersheim in der Vorderpfalz besteht seit 1993 und bewirtschaftet ihren Hof von Beginn an nach den Bioland-Richtlinien. Auf synthetische Dünge- und chemische Spritzmittel wird daher ebenso selbstverständlich verzichtet wie auf den Einsatz von Gentechnik und die Gabe von Mastbeschleunigern oder Antibiotika.
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Letzte Aktualisierung 04.06.2013

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