Bio im Alltag


Mehr Vielfalt – mehr Nützlinge

Was haben Marienkäfer, Raubmilben, Florfliegen, Fledermäuse und Igel gemeinsam? Sie alle zählen zu den Nützlingen, weil sie dem Menschen dabei helfen, Schädlinge an Kulturpflanzen zu reduzieren. Die Nützlinge können ihre positive Wirkung nur in einer möglichst vielfältigen Natur entfalten. Schließlich müssen die Tiere ausreichend Nahrung, Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten finden.

Kleine Wesen – große Wirkung

Marienkäfer auf Futtererbse
Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist ein sehr beliebter Nützling – sowohl im Garten als auch auf dem Acker. Foto: Dominic Menzler, BLE

Der bekannteste Nützling ist wohl der Marienkäfer. Von den etwa 70 bis 80 in Deutschland vorkommenden Marienkäferarten werden 58 Arten als Nützlinge eingestuft. Der auch bei Kindern beliebte und weit verbreitete Siebenpunkt-Marienkäfer ist nur einer davon. Der Siebenpunkt-Marienkäfer ernährt sich sowohl im Larven- als auch im Erwachsenenstadium von Blattläusen – und das nicht zu knapp: Ein einzelner Marienkäfer kann bis zu 150 Blattläuse am Tag vertilgen, auf ein ganzes Marienkäferleben gerechnet sind das mehrere Tausend Blattläuse. Eine Hilfe, die sowohl bei Gärtnerinnen und Gärtnern als auch bei Landwirtinnen und Landwirten gerne gesehen wird!

Neben den Marienkäfern arbeiten viele weitere Tiere als Nützlinge für diese Berufsgruppen: Florfliegen, Ohrwürmer, Raubmilben, Spinnen, Laufkäfer und Schlupfwespen sind nur einige Beispiele aus dem Reich der helfenden Gliederfüßer. Auch viele Sing- und Greifvögel ernähren sich von den Tieren, die die Menschen als Schädlinge einstufen, und tragen als "natürliche Gegenspieler" dazu bei, die Anzahl der Schädlinge zu reduzieren. Bekannte Beispiele sind Meisen und Kleiber, die zum Beispiel Obstbaumstämme gezielt nach Insekten absuchen und damit helfen, den Schädlingsbefall zu verringern. Greifvögel wie Mäusebussarde und Turmfalken spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation von Mäusen und anderen Schadnagern.

Nützlinge fördern ist vorbeugender Pflanzenschutz

Neu angelegte Feldhecke. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster
Diese neu angelegte Feldhecke bietet schon Unterschlupf und Nahrung für zahlreiche Nützlinge.
Foto: Thomas Stephan, BLE

Biobäuerinnen und Biobauern kennen diese Zusammenhänge ganz genau und wissen, wie sie die Nützlinge schützen beziehungsweise sogar gezielt anlocken können:

Schon die ökologische Bewirtschaftung mit einer sinnvoll aufeinander abgestimmten Fruchtfolge, einer schonenden Bodenbearbeitung und dem Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel trägt dazu bei, dass biologisch bewirtschaftete Flächen eine deutlich höhere Vielfalt aufweisen als konventionelle Flächen: beste Voraussetzung dafür, dass sich auch Nützlinge wohlfühlen. Viele Ökobäuerinnen und Ökobauern gehen aber noch weiter. Sie locken Nützlinge gezielt an, indem sie beispielsweise Hecken aus heimischen Wildgehölzen und Ackerrandstreifen mit Wildblumen anlegen. Außerdem richten sie Nistmöglichkeiten für Insekten und Singvögel sowie Sitzwarten für Greifvögel ein. All das schafft Lebensraum für vielfältige nützliche Arten. Die Nützlinge danken es den Bäuerinnen und Bauern: sie fressen sich auf seinen landwirtschaftlich genutzten Flächen richtig satt und reduzieren damit den Schädlingsdruck.


Letzte Aktualisierung: 31.03.2017