Bio im Alltag


Fipronil in Eiern - Wie werden Biogeflügelställe desinfiziert?

Huhn mit Ei, Klick führt zu Großansicht
Foto: Dominic Menzler, BLE

In Eiern aus den Niederlanden und Belgien wurde das Biozid Fipronil nachgewiesen, auch bei Ware aus ökologischer Erzeugung. Mindestens zehn Millionen belastete Eier aus den Niederlanden sind nach Deutschland geliefert worden, von denen ein Teil auch in den Handel gelangte. Inzwischen hat man auch auf vier deutschen Geflügelbetrieben mit Fipronil belastete Eier nachgewiesen. In den Niederlanden wurden seit den ersten Hinweisen auf eine Belastung etwa 200 Betriebe vorübergehend stillgelegt, in Belgien knapp 100. In Deutschland haben die zuständigen Behörden der Lebensmittelüberwachung die betroffenen Chargen zurückgerufen und zudem erste Produkte aus dem Markt genommen, in denen belastete Eier verarbeitet worden sind.

Das Fipronil gelangte höchstwahrscheinlich über ein Desinfektionsmittel in die Eier. Dieses Mittel (Dega-16) sollte auf Basis verschiedener pflanzlicher Öle wirken. Man vermutet jedoch, dass den eingesetzten Dega-16-Chargen illegal Fipronil beigemischt wurde. Ob dies zutrifft, wird zurzeit von Strafverfolgungsbehörden in Belgien und den Niederlanden untersucht.

Wie werden Geflügelställe im Ökolandbau gereinigt?

Vor der Aufstallung neuer Junghennen werden die Stallanlagen im Ökolandbau intensiv gereinigt. Je nach Betriebsgröße übernehmen dies die Landwirtinnen und Landwirte selbst oder sie beauftragen externe Dienstleister dafür. Ziel der Reinigung ist es, möglichst alle potentiellen Krankheitserreger und Parasiten zu entfernen, vor allem Milben und deren Eier. Dafür setzt man in der Regel Hochdruckreiniger ein und bringt in den gesäuberten Ställen anschließend Silikate oder andere natürliche Gesteinsmehle aus, die zu einer Austrocknung der Parasiten führen. Darauf folgt eine Wartezeit von maximal zwei Wochen bis zur Aufstallung der Junghennen.

Auch im konventionellen Bereich ist diese Vorgehensweise üblich, da die Anwendung chemisch wirkender Mittel stark eingeschränkt ist. Einige Biobetriebe verwenden auch Rapsöl oder Pflanzenextrakte, um die Ausbreitung von Milben zu verhindern.

Fachleute bestätigen, dass Dega-16 in der ökologischen und konventionellen Geflügelhaltung in Deutschland bislang nicht gebräuchlich war.

Wo ist festgelegt, welche Mittel im ökologischen Landbau zulässig sind?

Welche Stoffe und Betriebsmittel in der ökologischen Erzeugung eingesetzt werden dürfen, ist im Anhang 7 der EG-Verordnung 889/2008 der EU-Kommission festgelegt. Dieser Anhang umfasst eine Positivliste aller zulässigen Wirkstoffe für die Desinfektion und Reinigung von Ställen und Anlagen im Ökolandbau.

Zulässige Mittel und Produkte mit Wirkstoffen gemäß der entsprechenden Verordnung sind in der jährlich aktualisierten Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland des Forschungsinstituts für ökologischen Landbau (FiBL)zu finden. Die Betriebsmittelliste ist ein zentrales Nachschlagewerk, um schnell und einfach zu prüfen, ob ein Produkt im Ökolandbau eingesetzt werden darf. Dies nutzen Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, aber auch Beratungsunternehmen und Kontrollstellen.

Zurzeit umfasst die Betriebsmittelliste etwa 1.500 Produkte von 330 Firmen. Hersteller können neue Produkte durch das FiBL prüfen und in die Betriebsmittelliste aufnehmen lassen. Diese Prüfung ist allerdings nicht verpflichtend. Das heißt, dass auch Mittel im Ökolandbau verwendet werden können, die nicht in der Betriebsmittelliste geführt werden, soweit sie den Vorgaben der ökologischen Erzeugung entsprechen. Dega-16 ist nicht in der aktuellen Betriebsmittelliste aufgeführt.