Der Preis für ein Mittagessen liegt zwischen 3,80 und 3,90 Euro. Eigentlich nicht viel. Dafür gibt es heute kaum noch ein belegtes Brötchen beim Bäcker oder einen Fastfood-Burger. Trotzdem sorge der Preis immer wieder für Diskussionen. Manche Eltern hätten leider wenig Interesse an einer hochwertigen Ernährung ihrer Kinder. Um Kosten beim Einkauf zu sparen, kooperiert Ratatouille beim Einkauf mit gleichgesinnten Bio-Cateringunternehmen aus anderen Regionen. In großen Mengen lassen sich die Tomatenpulpe aus Italien oder Rapsöl viel günstiger einkaufen. Die Bio-Frosterei Westhof in Holstein liefert manchmal günstige Tiefkühlware.
Außerdem gelte es, so effizient wie möglich zu arbeiten: Moderne Maschinen und motiviertes Personal seien wichtige Erfolgsfaktoren. Die Mitarbeitenden tragen Bio voll mit und entwickeln mittlerweile eigene Ideen. Zum Beispiel machen sie den Ketchup lieber selbst, als ihn fertig zu kaufen.
Betrieb sichert Arbeitsplätze in der Region
Nachdem der Kartoffel-Lieferant bio-zertifiziert ist, beantragt Ratatouille gerade das staatliche AHV-Siegel in Gold. Für Salz in der Suppe sorgten lediglich die Ausschreibungen der Kommunen. "Die schreiben zwar feste Bio-Anteile rein, aber letztlich entscheidet dann doch vor allem der Preis pro Mahlzeit statt der Qualität und Regionalität", bedauert Adden, der sich ehrenamtlich im Oldenburger Ernährungsrat engagiert. Daher liefert Ratatouille vor allem an Kitas freier Träger.
Arbeitsplätze in der Region zu erhalten, sei doch auch ein großer Mehrwert. Allein Ratatouille ernährt 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die landwirtschaftlichen Betriebe schätzen die Partnerschaft: Da das Gemüse weiterverarbeitet wird, zählen hier Frische und Geschmack mehr als Optik und Form wie beim Einzelhandel. Und die Radieschen für die Rohkostkiste müssen auch nicht immer gleich schmecken.
Eure Toleranz ist unsere Chance, mit dem Bio-Betrieb weiterzumachen, sagt Gemüsebauer Rene Dolling.
Text: Jutta Schneider-Rapp, Ökonsult