Gut Eichethof: Führung einer Grupper der MunichRE
85411 Hohenkammer
Der größte Teil der Arznei- und Gewürzpflanzen wird nach der Ernte getrocknet und als getrocknete Ware ("Droge") vermarktet. Für die technische Ausstattung zur Trocknung und Aufbereitung sind relativ hohe Investitionen notwendig. Geräte zur Bestandspflege und Aufbereitung der Rohware lassen sich von mehreren Betrieben gemeinsam nutzen. Eine eigene Trocknung sollte aber auf jedem Betrieb vorhanden sein.
Für größere Erntemengen und optimale Qualitäten ist eine technische Trocknung unumgänglich. Eine Lufttrocknung beispielsweise auf dem Dachboden ist nur für Kleinstmengen durchführbar.
Die Anforderungen an die Trocknung sind hoch, da sie die äußere und innere Qualität des Erntegutes stark beeinflusst. Sie ist zudem das kostenintensivste Glied in der Produktionskette von Arznei- und Gewürzpflanzen. Niedrige Trocknungstemperaturen vermindern den Verlust von Inhaltsstoffen, führen aber zu einer längeren Trocknungsdauer. Über die kulturspezifischen Trocknungstemperaturen informieren Kulturanleitungen und Fachbücher.
Durch folgende Maßnahmen kann die Trocknung effizient gestaltet werden:
Je nach Erntegut kommen verschiedene Trocknerbauarten zum Einsatz.
Körnerfrüchte wie Fenchel, Kümmel oder Anis werden meistens auf Getreidetrocknungsanlagen (Satz-, Umlauf-, Durchlauf- oder Gleitschachttrockner) nachgetrocknet.
Große Betriebe mit hoher Mechanisierungsstufe und großflächigem Anbau nutzen zur Trocknung Drei- oder Fünfbandtrockner. Die Anlagen sind sehr teuer und erfordern wegen ihres kontinuierlichen Betriebes eine entsprechende Auslastung mit ausreichend Erntegut. Mit Bandtrocknern können sehr gute Qualitäten erzeugt werden.
Blatt- und Krautdrogen werden im klein- bis mittelständischen Anbau vor allem auf Satztrocknern getrocknet. Sie sind kostengünstig in der Anschaffung und leicht selbst zu installieren. Das Erntegut wird auf Rostflächen ausgebracht (Schütthöhe bis 150 Zentimeter) und belüftet (Erwärmen der Trocknungsluft über Öl- oder Gasheizung möglich). Eine interessante Variante der Satztrocknung ist der solare Gewächshaustrockner.
Das Erntegut wird auf Horden ausgebreitet, die übereinandergeschichtet werden. Ähnlich dem Satztrockner wird von unten die (erwärmte) Trocknungsluft durchgeblasen.
Bei besonders temperaturempfindlichem Erntegut wie zum Beispiel Blüten ist eine Trocknung durch Luftentfeuchter mittels Wärmepumpe möglich. Das Erntegut kommt in Kisten oder auf Horden in einen geschlossenen Trockenraum oder -schrank. Die Luft wird auf den Taupunkt abgekühlt und zur Wasserabgabe gebracht. Damit wird sie praktisch getrocknet. Die gewonnene Wärme heizt die entfeuchte Luft auf. Die Trocknungstemperaturen liegen bei 25 Grad. Diese Möglichkeit der Trocknung ist kostengünstig und arbeitet mit einem geringen Energiebedarf. Sie ist eher auf kleinere Erntemengen ausgelegt.

Die weitere Aufbereitung des Erntegutes richtet sich stark nach dessen Verwendung und Absatz. Aus Kostengründen wird die Aufbereitung meist in Erzeugergemeinschaften überbetrieblich durchgeführt oder in Auftrag gegeben.
Üblich ist eine Feinsortierung der Trockenware. Das Trockengut wird gerebelt (Trennung von Blatt und Stengel) und anschließend sortiert und gesiebt. In speziellen Schneideanlagen sind auch bestimmte Schnittgrößen oder -muster entsprechend der Verwendung möglich. Die Aufbereitung von Körnerfrüchten läuft über Getreidereinigungsanlagen mit Sieben, Windsichtern, Trieur und Tischausleser.
Letzte Aktualisierung 29.12.2020