Erzeuger


Berufsausbildung

Auszubildender mit Landwirt, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Der betriebliche Teil der Ausbildung kann komplett auf Ökobetrieben absolviert werden. Foto: Thomas Stephan, BLE

Die Ausbildung zur Landwirtin bzw. zum Landwirt dauert grundsätzlich drei Jahre, kann aber bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen auf zwei Jahre verkürzt werden. Das duale Ausbildungssystem in Deutschland sieht vor, dass die betriebliche Ausbildung durch den Unterricht in der Berufsschule begleitet wird.

Der betriebliche Teil der Ausbildung kann, falls gewünscht, komplett auf ökologisch bewirtschafteten Landwirtschaftsbetrieben absolviert werden. Voraussetzung ist, dass diese Betriebe als Ausbildungsbetriebe anerkannt sind. Verpflichtende Ausbildungsinhalte wie zum Beispiel der Umgang mit Pflanzenschutzspritze oder Mineraldüngerstreuer können, bei Nicht-Vorhandensein solcher Geräte auf dem Ökobetrieb, über eine Kooperation mit einem anderen (konventionellen) Betrieb vermittelt werden. Den Unterricht an der Berufsschule besucht man gemeinsam mit den konventionellen Azubikolleginnen und -kollegen, mit denen man auch zur Abschlussprüfung geht. 

Einen anerkannten ökologischen Ausbildungsbetrieb finden

Um die Suche nach einem anerkannten, ökologischen Ausbildungsbetrieb zu erleichtern, bieten einige Bundesländer auf Ihren Internetseiten eine gezielte Suche an: 

Suchende, deren Bundesland oben nicht aufgelistet ist, nehmen am besten Kontakt mit der Landwirtschaftskammer bzw. dem Landwirtschaftsamt des jeweiligen Bundeslandes auf. 

Interessierte am Ausbildungsberuf Gärtner/in Fachrichtung Obstbau finden eine Liste mit ökologischen Ausbildungsbetrieben auf den Seiten der Fördergemeinschaft ökologischer Obstbau e.V. 

Ausbildungsbetriebe im ökologischen Obstbau 

Darüber hinaus bietet der Anbauverband Bioland e. V. auf seiner Internetseite eine Datenbank, in der Bioland-Betriebe ausfindig gemacht werden können, die Ausbildungsplätze, Praktika, FÖJ oder Bundesfreiwilligendienst anbieten. 

Bioland-Ausbildungsbetriebe    

Justus-von-Liebig-Schule: Eine Ökoklasse für das dritte Ausbildungsjahr

Die Justus-von-Liebig-Schule in Hannover stellt derzeit eine Ausnahme in der beruflichen Schulausbildung für Landwirtinnen und Landwirte dar. Die Schule unterrichtet im Rahmen der Ausbildung Landwirtin / Landwirt im dritten Ausbildungsjahr eine Spezialklasse mit dem Schwerpunkt Ökologischer Landbau. Im Blockunterricht werden hier mit Auszubildenden von Ökobetrieben spezielle ökologische Fragestellungen besprochen. 

Mehr Infos zur Ausbildung an der Justus-von-Liebig-Schule    

Öko-BiLa an der Akademie für Ökologischen Landbau Kringell

Das Bildungsprogramm Landwirt mit Schwerpunkt ökologische Erzeugung (Öko-BiLa) in Kringell stellt eine Sonderform der landwirtschaftlichen Ausbildung dar. Zielgruppe sind Interessierte, die bereits eine außerlandwirtschaftliche Berufsausbildung abgeschlossen haben und den Zweitberuf Landwirt lernen möchten. Während die Ausbildung zum Landwirt grundsätzlich über ein Berufsgrundschuljahr und zwei Praxisjahre auf einem Ausbildungsbetrieb erfolgt, können die BiLa-Absolventen mit einem Nachweis über eine vierjährige praktische Tätigkeit (Mitarbeit) in einem landwirtschaftlichen Betrieb zur Prüfung zugelassen werden. Die anrechenbare Praxiszeit beginnt mit Abschluss der Erstausbildung. Bei Öko-BiLa handelt es sich also um eine Grundausbildung zum Landwirt mit Schwerpunkt ökologische Bewirtschaftung. Die schulische Ausbildung dauert zwei Jahre, verteilt über mehrere Wochenseminare. 

Mehr Infos zu Öko-BiLa an der Akademie in Kringell    

Freie Ausbildung im biologisch-dynamischen Landbau

Der Demeter-Verband bietet eine vierjährige Ausbildung in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft an, mit den Abschlüssen "Landwirt/in im biologisch-dynamischen Landbau" oder "Gärtner/in im biologisch-dynamischen Landbau". Dabei handelt es sich um eine sogenannte "Freie Ausbildung", die in Deutschland staatlich nicht anerkannt ist. Ein staatlicher Abschluss als Geselle ist jedoch möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen (unter anderem Besuch einer Berufsschule, Prüfungen) erfüllt werden. Die Ausbildung wird auf biologisch-dynamischen Betrieben absolviert, wobei ein ein- bis dreimaliger Wechsel der Ausbildungsbetriebe vorgesehen ist. Begleitet wird der Praxisteil von regelmäßigen Seminaren und Kursen, in denen an anthroposophischen Grundlagen gearbeitet und Fachwissen vermittelt wird. 

Mehr Infos zur freien Ausbildung   

Letzte Aktualisierung: 26.05.2017