Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Teilnahmebedingungen

Um den Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau können sich bewerben:

  1. Landwirtschaftliche Betriebe, die ihren gesamten Betrieb nach den rechtlichen Regelungen des ökologischen Landbaus bewirtschaften (ausgenommen sind die Bereiche Aquakultur und Bienenhaltung, sofern sie sich nicht in diesen Bereichen bewerben), sowie deren Zusammenschlüsse,
  2. Nach dem Agrarmarktstrukturgesetz anerkannte Erzeugerorganisationen von ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben sowie
  3. Betriebe nach Ziffer 1. oder 2. im Verbund mit Betrieben der Verarbeitung und/ oder der Vermarktung ökologischer Produkte.

Die Bewerbung muss einem der unten genannten Bewerbungsbereiche zugeordnet werden (Formblatt I). Damit sollen die besonderen Stärken des Betriebes, die Neuartigkeit einer oder mehrerer Leistungen oder die gesamtbetriebliche Konzeption angemessen zum Ausdruck gebracht werden.

Grundsätzlich kann sich eine Bewerberin oder ein Bewerber auch in mehreren Bereichen bewerben. Für Bewerbungen in mehr als einem Bewerbungsbereich müssen getrennte Bewerbungsunterlagen für jeden einzelnen Bereich eingereicht werden. In diesem Fall kann der Wettbewerbsteilnehmer jedoch nur in einem der genannten Bereiche ausgezeichnet werden.

Die folgenden Bewerbungsbereiche stehen zur Auswahl:

  • Pflanzenbau, Pflanzenzüchtung
  • Artgerechte Tierhaltung, Tierzucht und -fütterung
  • Erzeugung und Verarbeitung und/oder Vermarktung
  • Naturschutz, Landschaftsgestaltung, Ressourcenschutz
  • Innovative technologische Entwicklungen
  • Sonstige Einkommenskombinationen (zum Beispiel Urlaub auf dem Bauernhof, Pensionspferdehaltung)
  • Besondere praxisgerechte Leistungen zur Weiterentwicklung der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau (Verordnung (EG) Nr. 834/2007 und der zu ihrer Durchführung erlassenen Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Union in der jeweils gültigen Fassung), zum Beispiel Wildtierhaltung oder andere Nutztierarten
  • Gesamtbetriebliche Konzeption

Im Rahmen des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau werden jährlich insgesamt bis zu drei Sieger ausgezeichnet. Das Preisgeld erhält der ökologisch wirtschaftende landwirtschaftliche Betrieb, der Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe bzw. die Erzeugerorganisation. Das Preisgeld beträgt maximal 7.500 Euro je Preisträger.

Das Preisgeld wird von der Europäischen Kommission als staatliche Beihilfe angesehen und deshalb als sogenannte De-minimis-Beihilfe ausgezahlt, bei der ein bestimmter Betrag nicht überschritten werden darf. Grundlagen sind die Verordnungen (EU) Nr. 1408/2013  und 1407/2013  der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen im Agrarsektor und für den gewerblichen Bereich.

Die unabhängige Jury des Bundeswettbewerbs wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft berufen und setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der ökologischen Landwirtschaft, von Verbraucher- und Umweltverbänden und einem Vertreter der Wissenschaft.

Mindestvoraussetzungen

  • Es gelten die Kriterien der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau (Verordnung (EG) Nr. 834/2007 sowie der zu ihrer Durchführung erlassenen Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Union) in der jeweils geltenden Fassung.
  • Der gesamte landwirtschaftliche Betrieb muss vollständig auf ökologischen Landbau umgestellt sein (ausgenommen sind die Bereiche Aquakultur und Bienenhaltung, sofern sie sich nicht in diesen Bereichen bewerben).
  • Anerkennung der Erzeugerorganisationen nach dem Agrarmarktstrukturgesetz, sofern eine Bewerbung als Erzeugerorganisation erfolgt.
  • Außerdem ist die Beachtung der guten fachlichen Praxis, wie sie in den einschlägigen Fachgesetzen der Landwirtschaft geregelt ist, und des Naturschutzrechts auf Bundes- und Landesebene für die Bewerberinnen und Bewerber verbindlich.
  • Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen eine erfolgreiche Zertifizierung durch eine zugelassene Kontrollstelle für die letzten zwei Jahre nachweisen.
  • Bewerbungsbereiche, die derzeit nicht unter die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau (Verordnung (EG) Nr. 834/2007) fallen bzw. Bewerbungsbereiche, für die noch keine rechtskräftigen Durchführungsbestimmungen bestehen, wie zum Beispiel Wildtierhaltung oder andere Nutztierarten, können unter dem Bewerbungsbereich "Besondere praxisgerechte Leistungen" teilnehmen.
  • Die Bewerber erklären sich damit einverstanden und unterstützen die Erstellung einer Filmreportage auf ihrem Betrieb und den zugehörigen Flächen.

Ausschlusskriterien

Nicht bewerben können sich landwirtschaftliche Betriebe und Erzeugerorganisationen, die

  • sich im Zeitraum der Ausschreibung in der Phase der Umstellung auf den ökologischen Landbau befinden,
  • bereits einen Preis für einen Bundeswettbewerb für ökologische Produktionsweisen im Rahmen dieses oder eines anderen bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerbes innerhalb der letzten zehn Jahre erhalten haben, der die Beförderung ökologischer Wirtschaftsweisen zum Gegenstand hatte,
  • für die betreffenden Leistungen eine finanzielle Unterstützung für Gebäude- oder Maschineninvestitionen durch die öffentliche Hand von mehr als der Hälfte des notwendigen finanziellen Aufwandes erhalten haben,
  • in den letzten fünf Jahren nachweislich gegen die gute fachliche Praxis, wie sie in den einschlägigen Fachgesetzen der Landwirtschaft geregelt ist, oder gegen das Naturschutzrecht auf Bundes- und Landesebene verstoßen haben,
  • in den letzten fünf Jahren nachweislich – mit Ausnahme geringfügiger Abweichungen - gegen die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau (Verordnung (EG) Nr. 834/2007 sowie der zu ihrer Durchführung erlassenen Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Union in der jeweils gültigen Fassung) oder bei Fördermaßnahmen der EU, des Bundes oder der Länder gegen Auflagen der Förderrichtlinien verstoßen haben oder
  • durch die öffentliche Hand bewirtschaftet werden.

Hinweis zum Erlass betreffend Verleihung von Ehrenpreisen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für hervorragende Leistungen vom 27. Juni 2012:

Die Verleihung des Preises im Rahmen des Bundeswettbewerbs kann widerrufen werden, wenn der Preisträger sich als des verliehenen Preises unwürdig erweisen sollte. Im Falle des Widerrufes ist die Urkunde zurückzugeben sowie die gewährte Geldprämie zu erstatten. Mit dem Widerruf erlöschen alle Rechte der Preisverleihung (BAnz AT 12. Juli 2012).


Letzte Aktualisierung: 28.01.2018