Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Bioland-Hof Strotdrees

Famile Strootdrees. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Lea, Stephanie, Ludger und Christina Strotdrees. Foto: BMEL, ©BLE

Vorbildlicher Ökolandbau mit Erfolg 

Wer Zweifel hat, ob sich die Ideale des Ökolandbaus mit wirtschaftlichem Erfolg verbinden lassen, dem sei ein Besuch auf dem Bioland Betrieb von Stephanie und Ludger Strotdrees im westfälischen Harsewinkel empfohlen. Hier findet man den ökologischen Kreislaufgedanken genauso perfekt umgesetzt wie eine artgerechte Tierhaltung, hier legt man größten Wert auf biologische Vielfalt, nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und die Schaffung eines lebenswerten Umfelds für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zugleich ist der Betrieb wirtschaftlich grundsolide aufgestellt.

Stephanie Strotdrees mit Huhn. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Stephanie Strotdrees beim Hühnerflüstern. Foto: ImagoFilm, ©BLE

Dabei war dieser Erfolg anfangs keineswegs abzusehen. Denn der im Jahr 1990 geerbte Hof war ursprünglich ein kleiner Nebenerwerbsbetrieb mit bescheidenen finanziellen Mitteln auf einem ebenso bescheidenen Standort mit durchschnittlich 23 Bodenpunkten. Das hielt die Familie Strotdrees jedoch nicht davon ab, den Hof strikt nach den Prinzipien des Ökolandbaus umzubauen und eine Direktvermarktung als zentrales Standbein aufzubauen.  

Statt sich zu spezialisieren, diversifizierten die beiden die Erzeugung, setzten neben behornten Milchkühen auch auf Legehennen und Schweine. Eier und Fleisch der Tiere werden komplett über den eigenen Hofladen, die Milch über einen Milchautomaten und über eine Bio-Molkerei vermarktet. Das Futter stammt zu 100 Prozent aus eigenem Anbau oder von benachbarten Biobetrieben. Entsprechend transparent gibt sich der Betrieb nach außen, Kundinnen und Kunden des Hofladens können sich jederzeit anschauen, wie Schweine, Kühe und Hühner gehalten werden. 

Ludger Strotdrees bei der Spatenprobe. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Ludger Strotdrees bei der Spatenprobe. Foto: BMEL, ©BLE

Ein Schwerpunkt der Direktvermarktung ist die stets gut gefüllte Fleischtheke, in der ausschließlich betriebseigene Fleisch- und Wurstprodukte angeboten werden. Schlachtung und Verarbeitung übernimmt ein Metzger aus der Nachbarschaft. Die transparente, tiergerechte Haltung und die besondere Qualität der regional erzeugten Ware kommen bei der Kundschaft sehr gut an. In den letzten Jahren stieg der Umsatz an der Fleischtheke und am hofeigenen Milchautomaten im zweistelligen Bereich. Auch auf den Äckern und Weiden ist Nachhaltigkeit Trumpf. Um das Bodenleben zu fördern, wird ausschließlich betriebseigener Mist ausgebracht. Zahlreiche Hecken und gezielt angelegte Kräuterkämme im Kleegras bieten Insekten und Niederwild auch nach der Mahd Möglichkeiten zum Rückzug.  

Erfreulich auch, dass sich beide Betriebsleiter ehrenamtlich engagieren, um die gesammelten Erfahrungen auch an andere Betriebe weiterzugeben - Stephanie im Präsidium des Bundesverbandes von Bioland und Ludger als Mitglied des Prüfungsausschusses der Landwirtschaftskammer.



Letzte Aktualisierung: 25.01.2018