Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau


Demeter Landwirtschaftsgemeinschaft Dottenfelderhof KG in Bad Vilbel/Hessen

Mitglieder der Landwirtschaftsgemeinschaft Dottenfelderhof. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Mitglieder der Landwirtschaftsgemeinschaft Dottenfelderhof; v.l.n.r. Dr. Carl Vollenweider, Alain Morau, Martin von Mackensen, Johanna Fellner, Ansgar Vortmann, Dr. Ben Schmehe, Dr. habil. Hartmut Spieß, Christoph Matthes. Foto: ImagoFilm, ©BLE

Urgestein der Ökolandbau-Forschung 

Schon 1968, als in Deutschland noch niemand an einen Bioboom zu denken wagte, schlossen sich im hessischen Bad Vilbel mehrere Familien zusammen, um ihre gemeinsame Fläche von 150 Hektar biologisch-dynamisch zu bewirtschaften. Die Landwirtschaftsgemeinschaft Dottenfelderhof war geboren. Aus dieser Gemeinschaft heraus entstand zehn Jahre später im Rahmen der Landbauschule Dottenfelderhof e.V. die "Forschung & Züchtung Dottenfelderhof", ehemals IBDF.

Der Forschungsbereich des Dottenfelderhofes entwickelte sich in Biokreisen schnell zu einer Instanz bei vielen Fragen zum ökologischen Pflanzenbau, insbesondere bei Züchtungsfragen. Das Ansehen beruht bis heute vor allem auf dem engen Praxisbezug der Studien, für die von Anfang an stets Flächen der Betriebsgemeinschaft und anderer Praxisbetriebe der Region genutzt wurden. "On-farm"-Forschung war hier von Anfang an selbstverständlich. 

Einzelährenernte. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Einzelährenernte auf dem Dottenfelder Hof. Foto: Dr. Hartmut Spieß, Dottenfelderhof KG

Zusätzliches Gewicht verleiht den Dottenfelder Forschungsergebnissen eine traditionell enge Zusammenarbeit mit Fachleuten anderer Forschungseinrichtungen und Universitäten. Außerdem legt man großen Wert darauf, dass die erarbeiteten Ergebnisse gut aufbereitet werden und auch tatsächlich bei den Landwirtinnen und Landwirten ankommen. Deshalb gehört auch eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit zur Einrichtung.

Zuchtgarten.
Foto: Dr. Hartmut Spieß, Dottenfelderhof KG

Die Expertinnen und Experten der "Forschung & Züchtung Dottenfelderhof" konzentrieren sich vor allem auf die Entwicklung neuer Sorten, die den besonderen Anforderungen im Ökolandbau entsprechen. Wichtige Zuchtziele sind etwa eine hohe Konkurrenzkraft, eine optimale Pflanzengesundheit, beginnend mit Resistenzen gegenüber Saatgut übertragbaren Krankheiten und vor allem eine hohe Ernährungsqualität sowie Nachbaufähigkeit des Saatgutes. Aufgrund der Erfahrungen, die in mehr als 40 Jahren der angewandten Forschung gesammelt werden konnten, nimmt die "Forschung und Züchtung Dottenfelderhof" heute einen bedeutsamen Platz in der Forschungslandschaft des Ökolandbaues ein.

Schwarzbunte Milchviehherde. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Schwarzbunte Milchviehherde. Foto: Sabine Dechant, Dottenfelderhof KG

Aber auch pflanzenbauliche und tierhalterische Fragestellungen werden am Dottenfelderhof untersucht. Derzeit untersucht das Forscherteam in einem Langzeitversuch das Potential von Grünschnitt-Komposten als Nährstofflieferant im ökologischen Landbau sowie Fragen der muttergebundenen Kälberaufzucht.  

Darüber hinaus sind noch viele weitere Studien zu aktuellen Herausforderungen des Ökolandbaus in Planung, sodass weiteren 40 Jahren Forschungsarbeit auf dem Dottenfelderhof nichts im Wege steht.



Letzte Aktualisierung: 25.01.2018