Erzeuger


Förderung des Ökolandbaus durch EU, Bund und Länder

Die Einführung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus wird mit öffentlichen Mitteln gefördert. Dafür gibt es vielfältige Gründe: Ökolandbau ist umweltverträglich, schont Ressourcen und entlastet Agrarmärkte bei Überschusserzeugnissen. Außerdem eröffnet der Ökolandbau Landwirten Einkommenschancen und trägt zur Entwicklung des ländlichen Raums bei: etwa durch ein positives Image zum Beispiel für den Tourismus und durch kleinere regionale Unternehmen, denen der Absatz und die Verarbeitung von Ökoprodukten eine Einkommensperspektive bietet.

Die ökologische Produktionsweise bedingt aber auch mehr Aufwand und Arbeit für Erzeugung und Verarbeitung. Vor allem der Einstieg in den ökologischen Landbau ist für die Betriebe schwierig: Erst nach einer Umstellungszeit von zwei bis drei Jahren können die Produkte als Ökoware und damit zu höheren Preisen verkauft werden. Auch müssen neue Ökobetriebe ihre Vermarktungswege häufig erst erschließen. Die Einführung des ökologischen Landbaus wird daher in Deutschland seit 1989 mit öffentlichen Mitteln gefördert.

Förderung durch die Europäische Union (EU)

Das EU-Label für Bioprodukte
Das EU-Bio-Logo kennzeichnet Ökoprodukte aus den Mitgliedsstaaten.

Insgesamt stehen für die Agrarförderung in Deutschland von 2014 bis 2020 jährlich rund 6,3 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Verfügung. Die EU-Förderung verteilt sich auf zwei Säulen.

Aus der ersten Säule finanzieren sich die Direktzahlungen an die Landwirte, die – bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen – je Hektar landwirtschaftlicher Fläche gewährt werden. Dabei sind ausdrücklich bestimmte Standards (sogenannte "Cross Compliance") einzuhalten. Im Durchschnitt machen diese Zahlungen rund 40 Prozent des Einkommens der Betriebe aus. 30 Prozent der Mittel für Direktzahlungen werden – im Rahmen des sogenannten Greenings – an die Einhaltung bestimmter, dem Klima- und Umweltschutz förderlicher Landbewirtschaftungsmethoden gebunden, die über die bereits heute geltenden Cross-Compliance-Standards noch hinausgehen.

Die zweite Säule umfasst gezielte Förderprogramme für die nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung und die ländliche Entwicklung. Dazu zählen unter anderem Agrarumweltprogramme und die Förderung des ökologischen Landbaus. Für die zweite Säule stehen in Deutschland jährlich rund 1,3 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Verfügung, die mit weiteren nationalen Mitteln kofinanziert werden müssen.

Europäischer Aktionsplan für ökologische Landwirtschaft und ökologisch erzeugte Lebensmittel

Im Juni 2004 hat die EU-Kommission in Brüssel dem Ministerrat den "Europäischen Aktionsplan für ökologische Landwirtschaft und ökologisch erzeugte Lebensmittel" vorgelegt. Darin listet die Brüsseler Behörde 21 konkrete Maßnahmen zur Förderung des ökologischen Landbaus auf.

Europäischer Aktionsplan für ökologische Landwirtschaft und ökologisch erzeugte Lebensmittel

Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU

Seit ihrer Einführung wurde die GAP immer wieder an die Herausforderungen ihrer Zeit angepasst. Die Strategie „Europa 2020“ eröffnet nunmehr eine neue Perspektive. Am 16. Dezember 2013 verabschiedete der Rat der Landwirtschaftsminister der EU offiziell die vier Grundverordnungen für die Reform der GAP sowie die Übergangsregeln für das Jahr 2014. In diesem Zusammenhang kann die GAP einen noch größeren Beitrag zur Förderung eines intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstums leisten, indem sie Antworten auf die vor uns stehenden neuen Herausforderungen aus Wirtschaft und Gesellschaft wie auch in Bezug auf Umwelt, Klima und Technologie liefert. Außerdem muss die GAP der Vielfalt und dem Reichtum der Landwirtschaft in den EU-Mitgliedstaaten Rechnung tragen.

Informationen zur GAP-Reform auf den Seiten der Europäischen Kommission

Förderung durch den Bund

Das Bio-Siegel
Das Bio-Siegel kennzeichnet Produkte, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert wurden.

Im Grundgesetz ist die Mitwirkung des Bundes bei Länderaufgaben, die von übergeordneter Bedeutung sind, verankert. Dazu gehört auch das Gesetz über die "Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK). Im nationalen Strategieplan der Bundesrepublik Deutschland für die Entwicklung ländlicher Räume 2015 - 2018 haben sich der Bund und die Länder auf einen gemeinsamen Rahmenplan festgelegt.

In diesem Strategieplan ist der Rahmen für die Förderung ökologischer Anbauverfahren bestimmt. Die Fördersätze für den ökologischen Landbau wurden im Vergleich zur vorhergehenden Förderperiode teilweise deutlich angehoben.

Die Förderung wird danach nach folgenden Grundsätzen gestaltet:

Förderung ökologischer Anbauverfahren nach Rahmenplan der GAK
KulturartEinführung 1. - 5. JahrBeibehaltung ab 6. Jahr
Gemüsebau590 Euro 360 Euro 
Ackerflächen250 Euro210 Euro
Grünland 250 Euro 210 Euro 
Dauerkulturen 950 Euro 750 Euro 

Betriebe, die am Kontrollverfahren nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau teilnehmen, können in allen Bundesländern außer Berlin/Brandeburg und Rheinland-Pfalz einen flächenbezogenen Kontrollkostenzuschuss in Anspruch nehmen.

Bleibt das jeweilige Landesprogramm im Rahmen der GAK-Fördervorhaben, beteiligt sich der Bund an der Finanzierung. 

Für Ökobetriebe sind innerhalb der GAK folgende Fördermaßnahmen besonders relevant: 

Nationale Förderinstrumente der Bundesregierung für den Ökolandbau sind zudem

Förderung durch die Länder

Die Durchführung und Umsetzung von EU-Verordnungen und Bundesgesetzen obliegt den Bundesländern. Solche Länderprogramme sind zum Beispiel KULAP in Bayern und Brandenburg und MEKA in Baden-Württemberg.

An der Finanzierung der Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raumes, wo auch die Ökolandbau-Förderung angesiedelt ist, beteiligt sich die EU mit 50 bis 75 Prozent. Zusätzlich zur EU-Kofinanzierung können die Länder auch Mittel des Bundes in Anspruch nehmen. Dazu müssen sie sich an den Rahmenplan der GAK halten (siehe oben).

Bei der Umsetzung der Förderprogramme haben die Bundesländer gewisse Gestaltungsspielräume, um länderspezifische Aspekte berücksichtigen zu können (Subsidiaritätsprinzip). Deshalb sind auch die Öko-Förderprämien in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hoch (siehe oben).

Die Bundesländer haben die Fördersätze für die Periode 2015 - 2018 angepasst. Je nach Bundeland fallen sie entweder, teilweise deutlich, höher aus als im Rahmenplan der GAK(siehe oben), in einigen Bundesländern liegen die Fördersätze aber darunter.

Letzte Aktualisierung: 24.03.2015