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Mechanische und thermische Unkrautregulierung

Nach dem Auflaufen der Kulturen stehen im Ökolandbau eine Reihe von Geräten zur mechanischen und thermischen Unkrautregulierung zur Verfügung. Das wichtigste Gerät ist der Striegel, der unter anderem in Getreide, Mais, Kartoffeln, Raps und Erbsen eingesetzt wird und neben dem Pflug auf vielen Ökobetrieben oft das alleinige Unkrautregulierungsgerät ist.

Striegeln zur Unkrautregulierung

Als Maßnahmen des Striegeleinsatzes werden unterschieden:

  • Blindstriegeln (vor dem Auflaufen der Saat)
  • Striegeln zum Spitzen des Getreides (Keimblatt darf nicht ausgerollt sein, da sonst durch Verschüttung Pflanzenschäden entstehen)
  • Striegeln ab 3-Blatt-Stadium
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Striegel, Foto: T. Stephan, BLE

Im Getreideanbau erzielt man die beste Wirkung mit dem Striegel zum Zeitpunkt des Spitzens des Getreides.

Das Striegeln von Wintergetreide im Herbst ist prinzipiell möglich. Infolge hoher Bodenfeuchtigkeit sind die Einsatzzeiträume aber sehr kurz und die Wirkung oft nicht ausreichend. Winterweizen und Triticale sind gut zum Striegeln geeignet, Wintergerste weniger und Winterroggen aufgrund der oberflächennahen Verwurzelung und des kriechenden Wuchses nur bedingt.

Insbesondere Böden mit mehr als 15 Prozent Tonanteil sind für das Striegeln im Frühjahr geeignet, da sie im Vergleich zu Böden mit geringerem Tonanteil nicht so dicht lagern.

Das Striegeln von Sommergetreide kann auf allen Böden erfolgen, wobei je nach Intensität Wirkungsgrade von 30 bis 70 Prozent erzielt werden. Hier sollte dem Striegeln der Einsatz der Camebridgewalze vorausgehen (zerdrückt Kluten und schafft Schüttmasse).

Ist die Wirkung des Striegelns in Getreidebeständen nicht ausreichend, kann auch gehackt werden, wenn der Reihenabstand größer als 18 cm ist. Eine verbesserte Wirkung erzielt man, wenn das Hacken mit anschließendem Striegeln kombiniert wird. Hier wird getrenntes Arbeiten für optimale Fahrgeschwindigkeiten und Wirkungsgrade empfohlen.

Filme zum Thema Striegeln

Das Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bietet eine Filmreihe zum Striegeln an:
Zu den Filmen

Mechanische Regulierungsmaßnahmen im Hackfrucht- und Gemüseanbau

Sternhacke, Klick führt zu Großansicht
Die Sternhacke wird in Reihen- und Dammkulturen eingesetzt, Foto: T. Stephan, BLE

Folgende Geräte kommen zur mechanischen Beikrautregulierung im Hackfrucht- und Gemüseanbau zum Einsatz:

  • Striegel
  • Hackmaschine (Scharhacke, Rollhacke)
  • Reihenhackbürste (im Gemüsebau)
  • "Finger-Weeder" bzw. Sternhacke (bei gehäufelten Kulturen)
  • Trennhacke (breite Gänsefußschare unterschneiden die Beikräuter, rotierende Federzinken legen die Beikräuter an der Bodenoberfläche ab)

Besonders Hackfrüchte sind wegen ihrer langsamen Jugendentwicklung anfällig für Beikräuter. Unterirdisches Abschneiden von Beikräutern bei Kulturen mit weiten Reihenabständen wie Rüben, Mais, Kartoffeln und vielen Gemüsearten erfolgt durch maschinelles Hacken der Bestände ergänzt durch Handhacken.

Rübenanbau

  • Erstes Hacken beim Sichtbarwerden der Kulturpflanzenreihen mit Hohlschutzscheiben und Gänsefußscharen, Schutzabstand der Werkzeuge zur Kulturpflanzenreihe circa sechs Zentimeter
  • Zweites Hacken mit Winkelmessern und Gänsefußscharen, Schutzabstand der Werkzeuge zur Kulturpflanzenreihe circa acht Zentimeter
  • Späteres Hacken nur mit Gänsefußscharen, Schutzabstand der Werkzeuge zur Kulturpflanzenreihe circa zehn Zentimeter
  • Handhacke im 4- bis 8-Blatt-Stadium

Kartoffelanbau

  • Etwa eine Woche nach dem Legen der Kartoffeln: Dämme hochfahren
  • Zwei bis drei Tage nach dem Hochfahren: Abschleppen (runterstriegeln) der Dämme mit umgekehrtem Beikrautstriegel
  • Häufeln und Abschleppen der Dämme im wöchentlichen Abstand bis zum Auflaufen der Kartoffelpflanzen wiederholen
  • Striegeln ab handhohem Bestand dann noch einmal möglich
  • Etwa eine Woche nach dem Striegeln: ein- bis zweimaliges Hacken
  • Einsatz der Hackfräse als Dammfräse
  • Verwendung gekröpfter Schare bzw. Messer (zur besseren Bearbeitung der Dammflanken), Arbeitstiefe maximal zwei Zentimeter, um ein Anwachsen der Beikräuter nach dem Abschneiden zu verhindern
  • Anhäufeln kurz vor Bestandesschluss

Gemüseanbau

  • Erstes Hacken erfolgt, wenn die Reihen sichtbar sind
  • In der Reihe werden Reihenhackbürsten verwendet, die zum Verschütten, Abschlagen und Herausreißen der Beikräuter führen
  • Abflammen vor Auflauf (auf der Reihe, schnellkeimende Markierersaat (Brassicaceen) zur Erkennung der Reihe verwenden)

Maisanbau

  • Blindstriegeln (möglichst kurz vor dem Auflaufen)
  • Striegeln ab 3-Blatt-Stadium (nachmittags bei weniger turgeszenten Pflanzen)
  • Hacken mit Schar- oder Rollhacke
  • Erstes Hacken beim Sichtbarwerden der Kulturpflanzenreihen mit Hohlschutzscheiben und Gänsefußscharen
  • Zweites Hacken mit Winkelmessern und Gänsefußscharen
  • Späteres Hacken nur mit Gänsefußscharen, alternativ horizontal rotierende Reihen-Hackbürsten
  • Hacken im 6- bis maximal 10-Blatt-Stadium
  • Abflammen vom Vorauflauf bis zum Spitzen (Zündholzstadium) optimal, später ab circa 40 Zentimeter Sprosslänge mit seitlich angreifenden Brennern möglich

Thermische Maßnahmen zur Beikrautregulierung

Abflammgerät, Klick führt zu Großansicht
Das Abflammverfahren wird besonders im ökologischen Gemüsebau angewendet, Foto: T. Stephan, BLE

Thermische Verfahren zur Regulierung zweikeimblättriger Beikräuter sind sehr kostenintensiv, aufwändig und energiezehrend. Das bevorzugte Einsatzgebiet thermischer Regulierungsmethoden ist der Obst- und Gemüsebau.

Das bedeutendste Verfahren ist das Abflammen. Die beikrautregulierende Wirkung besteht hier in der schnellen Erhitzung des Pflanzenmaterials. Bei diesem Verfahren ist neben der Regenerationsfähigkeit der Pflanzen das Entwicklungsstadium der Beikräuter und Kulturpflanzen von großer Bedeutung und bestimmt den Behandlungstermin.

Weitere thermische Verfahren sind:Infrarot, Mikrowellen und Elektrizität, Solarisation sowie Wärme- und Kältebehandlung.


Video: Geräte zur mechanischen Unkrautregulierung im Gemüsebau

Der Film des Forschungsinstitutes für Biologischen Landbau (FiBL) zeigt zwölf praxiserprobte Geräte zur Unkrautregulierung im professionellen Gemüsebau. Gezeigt werden: Sternhacke, Flachhäufler, Präzisionshackstriegel, Torsionshacke, Fingerhacke, computergesteuertes Selektivhackgerät, Gänsefußhacke mit Kamerasteuerung, Duo-Parallelogramm, Reihenhackbürste, Reihenfräse, Damm-Abziehscheibengerät, Unterschneideegge.

Zum Video auf Youtube.de


Letzte Aktualisierung: 09.02.2017