Erzeuger


Beauveria brongniartii

Schaderreger: Maikäfer und Engerlinge

Bedeutung

Der Pilz Beauveria brongniartii ist seit mehr als 100 Jahren als wichtiger Gegenspieler des Maikäfers und seiner Engerlinge bekannt und gehört neben der verwandten Art Beauveria bassiana zu den wichtigsten insektenpathogenen Beauveria-Arten. Er kommt auch heute in nahezu allen Maikäfer-Populationen als Mortalitätsfaktor vor. Seit mehr als 100 Jahren zählt B. brongniartii (= Beauveria tenella) zu den wichtigsten biologischen Mitteln der Maikäfer- und Engerlings-Regulierung.

Biologie in Kürze

Beauveria, weißes Mycel, Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster
B. brongniartii ist ein mit weißem Mycel wachsender Pilz, dessen ovale bis elliptische Konidien in Bällchen wachsen, Foto: LfP Stuttgart

Wie andere insektenpathogene Pilzarten infiziert B. brongniartii seine Wirte auch mit Hilfe seiner Sporen, die an der Cuticula haften, auskeimen, den Chitinpanzer durchdringen und sich anschließend im Insekt vermehren.

Die Art bildet in infizierten Engerlingen und auf künstlichem Nährboden einen Oosporein genannten, roten Farbstoff. Der Pilz kann zwischen zwei Grad und 33 Grad wachsen, wobei die optimale Temperatur bei 22 Grad bis 25 Grad liegt. Dementsprechend liegt die Inkubationszeit im Labor etwa zwischen zwei und drei Wochen, wobei alle Stadien des Maikäfers befallen werden können. B. brongniartii gilt als Bodenpilz und wurde überwiegend bei Blatthornkäfer (Scarabaeoidae) gefunden. Die Art ist relativ selektiv, das heißt Nebenwirkungen gegenüber Nicht-Zielinsekten sind gering.

Anwendungsempfehlung

Für B. brongniartii wird bei besonderem Schädlingsdruck eine max. 120 Tage andauernde Zulassung für Notfallsituationen erteilt. Zuletzt wurden daraus hergestellte Pflanzenschutzmittel 2015 gegen Maikäfer-Engerlinge in Anlagen von Kern- und Steinobst sowie Erdbeeren zugelassen (Informationen zu aktuellen Notfallzulassungen hier).

Produkte mit B. brongniartii basieren auf bewachsenen Getreidekörnern, die nur für eine Bodenbehandlung gegen Engerlinge geeignet sind und bisher meist auf Wiesen sowie in Fahrgassen von Obstanlagen und Weinbergen gegen den Feldmaikäfer eingesetzt wurden. Auch gegen den Waldmaikäfer wurden die Produkte versuchsweise eingesetzt.

Die Pilzkörner müssen mit speziellen Sämaschinen etwa 5 bis 10 cm tief in den Boden eingebracht werden. Dort wächst der Pilz auf den Getreidekörnern aus und bildet seine Sporen, die für eine Infektion erforderlich sind. Die Applikation sollte im Frühjahr erfolgen, die Aufwandmenge beträgt etwa 30 bis 50 kg pro Hektar. Neben der Bodenbehandlung wurden auch Pflanzlochbehandlungen vorgenommen. Die Anwendung von B. brongniartii in dieser Form ist eher als langfristige Maßnahme zu sehen.

Letzte Aktualisierung: 13.09.2016