Erzeuger


Amblyseius swirskii, syn. Thyphlodromips swirskii

Schaderreger: Thripse, Weiße Fliege, Falsche Spinnmilbe (Brevipalpus-Arten) (Spinnmilben)

Bedeutung

Amblyseius swirskii ist in der Lage sich gut selbst zu etablieren. Sie ist robust und wärmetolerant. Sie ernährt sich von Pollen, Thripsen im ersten Larvenstadium und Eier oder ebenfalls erste Larvenstadien der Weißen Fliege. Falsche Spinnmilben (Brevipalpus-Arten) an Zierpflanzen werden ebenfalls gut bekämpft, gelegentlich auch Spinnmilben, die keine Gespinste aufgebaut haben. Auf erhöhten Schädlingsdruck reagiert die Raubmilbe durch rasche Zunahme ihrer Populationsdichte. Wenn ausreichend Nahrung vorhanden ist, kann ein Weibchen zwei Eier pro Tag legen.

Biologie in Kürze

Amblyseius swirskii, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Die Farbe hängt wesentlich von der Nahrungsaufnahme ab und kann von dunkelrot bis hellgelb variieren. Foto: JKI

Amblyseius swirskii ist im östlichen Mittelmeergebiet wie zum Beispiel Israel, Zypern, Ägypten beheimatet. Sie ist im Aussehen sehr ähnlich wie Amblyseius californicus oder Amblyseius cucumeris. Eine Unterscheidung ist mit bloßem Auge bzw. Lupe nicht möglich.

Sie sind etwa 0,5 Millimeter groß. Amblyseius swirskii ist ein polyphager Räuber und kann sogar längere Zeit nur mit Pollen auskommen. In Kulturen ohne Pollen können Rhizinuspflanzen als Pollennahrung für die Raubmilben dienen. Zu den Beutetieren gehören:

  • Thripse (erste Larvenstadien)
  • Weiße Fliege (Eier und erstes Larvenstadium)
  • Spinnmilben (erstes Larvenstadium)
  • Falsche Spinnmilben (Eier und Larven)

Innerhalb kürzester Zeit kann sie ganze Pflanzenbestände besiedeln. Daher ist ein vorbeugender Einsatz in pollenreichen Kulturen möglich. Da die Raubmilbe aus der Mittelmeerregion stammt, ist sie sehr gut an hohe Temperaturen angepasst.

Optimale Temperaturen betragen zwischen 25 und 28 Grad (unter 15 Grad sind sie inaktiv).

Allgemein sind für einen erfolgreichen Nützlingseinsatz mindestens 70 Prozent relative Luftfeuchte im Gewächshaus nötig. Als Basisnützling ist die Raubmilbe Amblyseius swirskii bereits ab Kalenderwoche 11 aktiv. Im Frühjahr kann ein Einsatz von Amblyseius cucumeris sinnvoll sein, da diese besser mit den kühlen Temperaturen auskommen.

Anwendungsempfehlung

Lose Ware sollte im Abstand von 7 bis 14 Tagen oder alle vier bis sechs Wochen in Tütchen als Zuchtsystem erfolgen. Bei Kulturen mit gutem Pollenangebot (zum Beispiel Paprika, Peperoni, Cyclamen) kann die Einsatzhäufigkeit auf eine zweimalige Freilassung reduziert werden.

Kulturen: Gurken, Auberginen, Paprika/Peperoni, Stangenbohne, Zierpflanzen. Der Einsatz in Tomaten kann nicht empfohlen werden.

Eine ausschließliche Bekämpfung von Thrips oder Weißer Fliege mit Amblyseius swirskii kann momentan nicht empfohlen werden, da die Milbe hauptsächlich Jugendstadien ihrer Beutetiere attackiert. Zur Bekämpfung der Weißen Fliege sollte daher der kombinierte Einsatz mit der Schlupfwespe Encarsia formosa erfolgen. Beim Einsatz gegen Spinnmilben kann mit Phytoseiulus persimilis kombiniert werden. Bei der Anwendung gegen Thripse erfolgt der Einsatz in Kombination mit Amblyseius cucumeris oder Orius-Raubwanzen.

Letzte Aktualisierung: 25.11.2010