Erzeuger


Phytoseiulus persimilis

Schaderreger: Spinnmilben

Bedeutung

Die Raubmilbe Phytoseiulus persimilis ist unter Glas der wirksamste Gegenspieler der Gemeinen Spinnmilbe (Rote Spinne: Tetranychus urticae).

Biologie in Kürze

Phytoseiulus persimilis, Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster
Erwachsene Tiere können täglich bis zu fünf Spinnmilben oder bis zu 20 Eier bzw. Jungmilben töten, wodurch bei rechtzeitigem Einsatz ein Spinnmilbenbefall rasch unterdrückt werden kann, Foto: JKI

Bei ähnlichem Körperbau und etwa gleicher Größe (ca. 0,6 mm lang) unterscheiden sich die Raubmilben von den Spinnmilben unter Anderem durch ihre leuchtend orangerote Färbung, ihre tropfenförmige, kugelige Gestalt und eine wesentlich größere Beweglichkeit. Die jungen, gelbgrün bis blassrosa gefärbten Raubmilben sind dagegen nur schwer erkennbar und auf den ersten Blick leicht mit Spinnmilben zu verwechseln.

Ein Raubmilbenweibchen legt 50 bis 100 Eier ab. Die Eier sind zunächst milchig-hellorange (pinkfarben) und transparent, später dunkler (rötlich) und im Gegensatz zu den kugeligen Eiern der Spinnmilben oval und etwa doppelt so groß. Nach zwei bis drei Tagen schlüpfen aus den Eiern junge Milben. Die zunächst 6-beinigen, inaktiven Larven verwandeln sich schon nach einem weiteren Tag in 8-beinige Nymphen.

Raubmilben leben etwa vier Wochen. Der optimale Temperaturbereich für ihre Entwicklung liegt zwischen 22 Grad  und 26 Grad. Wenn die Temperaturen allerdings über einen längeren Zeitraum 30 Grad  übersteigen, vermehren sich die Raubmilben langsamer als die Spinnmilben. Dies gilt auch bei zu geringer Luftfeuchtigkeit (unter 50 Prozent), denn die Raubmilben lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 80 Prozent. Bei Temperaturen über 35 Grad wie auch unter 10 Grad stellen die Raubmilben sowohl Nahrungsaufnahme als auch Eiablage ein; bei länger anhaltenden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sterben sie ab.

Anwendungsempfehlung

Das Aussetzen der Raubmilben sollte erfolgen, wenn die ersten Spinnmilben zu sehen sind, und nicht erst, wenn sich bereits stärkere Schadsymptome an den Pflanzen zeigen. Eine regelmäßige und gründliche Beobachtung der Pflanzen ist also sehr wichtig. Bei Kulturen, die regelmäßig von Spinnmilben befallen werden, hat sich der vorbeugende Einsatz bewährt.

Im Erwerbsgartenbau hat sich eine Ausbringungsmenge von fünf bis zehn Raubmilben (bei zwei Freilassungen im Abstand von 10 bis 14 Tagen) pro Quadratmeter bewährt.

Da bei hohen Pflanzen und dichter Belaubung Befallsstellen schwer zu finden sind, empfiehlt sich hier ein vorbeugender Raubmilbeneinsatz. Dabei reicht die Freilassung von ein bis drei Raubmilben pro Quadratmeter im 14-tägigen Rhythmus, und zwar dort, wo erfahrungsgemäß erste Befallsherde erwartet werden.

Durch ein kurzes, mehrmaliges Übersprühen der Pflanzen mit Wasser kann die nötige Luftfeuchtigkeit auch an trockenen Tagen erreicht werden. Gleichzeitig können Sie die Raubmilben an einstrahlungsintensiven Tagen durch Schattierungsmaßnahmen unterstützen.

Letzte Aktualisierung: 30.12.2010