Erzeuger


Aphidius spp. (Aphidius matricariae, A. colemani, A. ervi)

Schaderreger: Blattläuse, mit Ausnahme der Schwarzen Bohnenlaus (Aphis fabae)

Aphidius, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Die Eier werden mit Hilfe des Legestachels in die Blattläuse abgelegt. Foto: JKI

Bedeutung

Die Aphidius-Arten parasitieren durch Eiablage den Wirtsorganismus. Die parasitierten Larven sterben vor der Verpuppung der Schlupfwespe ab. Der Einsatz erfolgt unter Glas. Die Zahl der abgelegten Eier entspricht der Zahl parasitierter Blattläuse (200 bis 500 Stück pro Schlupfwespe).

Biologie in Kürze

Die Männchen sind schwarzbraun, die Weibchen hellbraun gefärbt. Das Weibchen kann in den ein bis zwei Wochen Lebensdauer ca. 200 bis 500 Eier ausbilden. Nach einer Entwicklungsdauer von ein bis zwei Tagen schlüpfen die Larven, die vier Entwicklungsstadien durchlaufen. Der Schlupf der Imagines erfolgt nach etwa zwei Wochen bei 20 Grad. Die Blattläuse sterben erst kurz vor der Verpuppung der Schlupfwespe (mit Bildung der Blattlausmumie) nach ca. fünf bis acht Tagen ab. Um zu schlüpfen, schneidet die Schlupfwespe ein kreisrundes Loch in die Blattlausmumie. Einen Tag nach dem Schlupf findet die Paarung statt.

Anwendungsempfehlung

Aphidius colemani, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Die Schlupfwespe Aphidius colemani, Foto: JKI

Derzeit werden in Deutschland die folgenden Arten für die biologische Blattlausregulierung angeboten: Aphidius colemani, Aphidius ervi und Aphidius matricariae.

Man sollte möglichst vorbeugend mit der Behandlung beginnen, spätestens beim ersten Auftreten von Blattläusen. Die Parasiten werden lose in Flaschen oder Dosen als mumifizierte Blattläuse und / oder als Imagines verschickt. In Gewächshäusern bis 100 Quadratmetern werden diese Behälter an einer zentralen, schattigen Stelle am Boden aufgestellt oder im Pflanzenbestand ausgehangen. Ebenfalls bewährt hat sich die gleichmäßige Verteilung von je 50 bis 100 Schlupfwespen auf trockenen Plätzen am Boden oder auf den Blättern der Pflanzen. Die Schlupfwespen verlassen die Behälter innerhalb weniger Tage. Entfernen sollte man die Behälter frühestens nach einer Woche. Die durchschnittlichen Temperaturen sollten nicht unter 15 Grad liegen. Temperaturen von 20 Grad  bis 24 Grad fördern die Eiablage. Die Anwendung der Blattlausparasitoide kann unabhängig von der Tageslänge und auch bei einem trockenen Gewächshausklima erfolgen.

Die Einsatzmenge beträgt ein bis zwei Schlupfwespen pro Quadratmeter. Vorbeugend ist der Einsatz von einer Schlupfwespe auf ein bis zwei Quadratmeter ausreichend. Je nach Befallsentwicklung wird eine zweite Ausbringung nach 7 bis 14 Tagen notwendig. Allgemein empfiehlt sich die zweimalige Anwendung, vorzugsweise in der Zeit von November bis Juni beim ersten Auftreten von Blattläusen.

Die Wirksamkeit der Aphidius-Schlupfwespen wird durch Ameisen gemindert. Da sich die Ameisen vom Honigtau der Blattläuse ernähren, schützen sie koloniebildende Blattläuse vor ihren Gegenspielern und verteilen sie aktiv im Bestand.

Letzte Aktualisierung: 24.11.2010