Erzeuger


Metaphycus spp. (M. helvolus, M. flavus)

Schaderreger: Schildläuse z.B. Schwarze Schildlaus (Saissetia oleae), Halbkugelige Napfschildlaus (S. coffea), Gemeine Napfschildlaus (Coccus hersperidum)

Eiablage von M. helvolus, Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster
M. helvolus - Eine Schlupfwespe kann pro Tag bis zu fünf Schildläuse (Nymphen) parasitieren, Foto: JKI

Bedeutung

Die Schlupfwespen töten die Schildläuse durch "host feeding" oder parasitieren den Wirtsorganismus durch Eiablage.
Der Nützlingseinsatz erfolgt unter Glas.

Biologie in Kürze

Ca. 2 mm große, flinke Schlupfwespen, die ihre Eier in verschiedenen Nymphenstadien der Schildläuse ablegen. Die Weibchen sind gelb, die Männchen braun oder schwarz gefärbt.

Die parasitierten Schildläuse färben sich leicht dunkel bis schwarz. Der Schlupf der ausgewachsenen Parasiten erfolgt nach zwei bis drei Wochen, erkennbar an einem Schlupfloch in der Hülle des ausgefressenen Wirtes.

Bei Temperaturen über 20 Grad entwickeln sich die Schlupfwespen relativ schnell, optimal jedoch bei 22 Grad bis 29 Grad  und starker Sonneneinstrahlung. Ihre Lebensdauer beträgt bei niedrigen Temperaturen und ausreichender Honigtauversorgung zwei Monate und länger.

Anwendungsempfehlung

Vor der Freilassung sollten über vier Wochen keine chemischen Pflanzenschutzmittel angewendet werden.
Da sich Ameisen vom Honigtau der Blattläuse ernähren, schützen sie koloniebildende Blattläuse vor ihren Gegenspielern und verteilen sie aktiv im Bestand. Sie können die Schlupfwespe angreifen und töten.
Ebenfalls sollten starke Honigtauablagerungen abgewaschen werden, da sich die Schlupfwespen sonst ständig putzen und ihre Suche nach Wirtstieren zur Eiablage einschränken.

Vorbeugend kann man ein Tier auf zwei Quadratmetern zwei- bis viermal im Jahr freilassen. Bei geringem Befall wird die Freilassung von ca. fünf bis zehn Schlupfwespen pro befallener Pflanze, bzw. fünf Schlupfwespen pro Quadratmeter empfohlen. Bei starkem Befall die zwei- bis dreifache Menge. Die Anwendung sollte nach drei Wochen wiederholt werden.
Für eine optimale Wirksamkeit werden starkes Sonnenlicht und Temperaturen von über 22 Grad benötigt. Ein ausreichender Regulierungserfolg stellt sich erst nach zwei bis drei Monaten ein, obwohl bereits zwei bis drei Wochen nach Freilassung erste Schlupflöcher an den Wirtsläusen auf erfolgreiche Parasitierung hinweisen.

Letzte Aktualisierung: 24.11.2010