Erzeuger


Speckkäferwespchen Laelius pedatus

Beschreibung

Laelius pedatus. Foto: T Murray, bugguide.net

Das Speckkäferwespchen Laelius pedatus (Say, synonym Bethylus pedatus) ist eine glänzend schwarze, geflügelte Wespe und erreicht 2,3–3 Millimeter Körperlänge. Die Weibchen sind größer als die Männchen und ihr Hinterleib wird nicht vollständig von den Flügeln bedeckt. Der Körper ist mit Borsten besetzt und die Beine und schlanken Fühler sind gelbbraun. Sie gehören zur Familie der Ameisenwespchen.

Biologie und Parasitierungsverhalten im Biologischen Pflanzenschutz

Speckkäferwespchen greifen ihre Wirtslarven mit einem lähmenden Gift an, wodurch diese sofort bewegungsunfähig werden und meist im Verlauf einiger Wochen absterben. Nicht alle der gelähmten Larven werden mit Eiern belegt. Die übrigen dienen den adulten Tieren teilweise als Nahrung. So erreichen die Wespen auch über ihre Vermehrungsrate hinaus Bekämpfungserfolge gegen Vorratsschädlinge. Zudem können sie auch ohne Paarung, sofort nach dem Schlupf aus den Kokons, Wirtslarven attackieren und Eier ablegen, aus denen dann aber nur Männchen schlüpfen.

Laelius pedatus schleppt gelähmte Larven rückwärtsgehend an eine ruhige Stelle, wo sie mehrere Eier an einen zuvor enthaarten Körperbereich ablegt. Eine Wespe legt zwischen 20 und 70 Eier an mehreren Wirtslarven. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven verbleiben außerhalb der Wirtslarve und saugen diese aus. Die Entwicklungsdauer von circa einem halben Jahr kann sich bei warmen Temperaturen bis auf einen Monat verkürzen. Da sie auch niedrigere Temperaturen in Winterruhe überdauern, können sich die Wespen in frostfreien Räumen langfristig etablieren. Die Zufütterung von Honig erhöht die Lebensdauer der ausgewachsenen Wespen.

Einsatzmöglichkeiten als Nützling gegen Speckkäfer

Laelius pedatus ist auf das parasitieren von Larven einiger Speckkäfergattungen spezialisiert, welche sich durch ihre Pfeilhaare gegen den Angriff vieler anderer Nützlinge schützen. Die Wespchen werden von Schädlingsbekämpfungsfirmen im Materialschutz eingesetzt, zum Beispiel zur biologischen Schädlingsbekämpfung im Museum und in Kirchen.

Parasitierte Vorratsschädlinge

  • Speckkäfer der Gattung Trogoderma (Khaprakäfer, sog. Berlinkäfer u.a.)
  • Speckkäfer der Gattung Anthrenus (Wollkrautblütenkäfer u.a.)
  • Nicht befallen werden die verwandten Pelzkäfer (Attagenus spp.), echten Speckkäfer (Dermestes spp.) und der Australische Teppichkäfer (Anthrenocerus australis)!

Einsatzbedingungen im Vorratsschutz

  • Benötigte Temperaturen zur Eiablage 20 bis 35 Grad, 10 bis 90 Prozent relative Luftfeuchte
  • Sie können Schädlinge bis in 90 Zentimeter Tiefe von Getreideschüttungen erfolgreich kontrollieren, während nur einzelne Wespen tiefer ins Getreide eindringen.

Die Wirksamkeit unterscheidet sich in Abhängigkeit von den Wirtsarten. So erreichte eine weibliche Wespe jeweils folgende Kontrollerfolge:

  • 37 Berlinkäfer-Larven parasitiert und vollständig abgetötet
  • 44 Khaprakäfer-Larven angegriffen aber nur 26 davon abgetötet (der Rest erholte sich nach 4-wöchiger Lähmung wieder)
  • 75 Larven des Wollkrautblütenkäfers parasitiert oder abgetötet
  • Minderung von Khaprakäfer-Befall um 75 Prozent nach 6 Wochen (Parasitdichte eine Wespe je 25 Käfer)

Letzte Aktualisierung: 13.09.2016