Erzeuger


Apfelwickler-Granulosevirus

Schaderreger: Apfelwicklerraupen

Bedeutung

Das Virus ist hochspezifisch und nur gegenüber dem Apfelwickler und in höherer Dosierung gegen wenige andere Wickler-Arten virulent.

Apfelwickler - Granuloseviren, Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster
Das Apfelwickler-Granulosevirus ist in Apfelwicklerraupen natürlich vorkommend, Foto: JKI

Biologie in Kürze 

Das Virus wird beim Einbohren der frisch aus den Eiern geschlüpften Larven in die Apfelschale aufgenommen, legt ihren Verdauungstrakt lahm und führt innerhalb von ein bis zwei Tagen zum Tod. Es wird damit nur ein winziger oberflächlicher Schaden gesetzt, der am Apfel kaum noch zu erkennen ist.

Für die Produktion als Pflanzenschutzmittel werden mit dem Virus in Massen gezüchtete Raupen infiziert und nach deren Tod das Virus "geerntet". Das Virusmaterial wird, mit UV-Strahlenschutzmitteln und Haftmitteln versehen, als Granulat angeboten.

Anwendungsempfehlung

Das Mittel muss zwischen dem Schlüpfen der Larven bis zum Einfressen in den Apfel aufgenommen werden. Daher sollte die erste Spritzung 10 bis 14 Tage nach dem ersten Falterflug (Beginn der Eiablage) erfolgen. Zumindest die gesamte erste Flugperiode sollte abgedeckt werden, in Lagen mit stärkerem Befall auch die gesamte zweite Flugperiode. Da das Virus eine geringe UV-Stabilität besitzt, muss es je nach Witterung und Formulierung alle sechs bis zehn Tage erneut ausgebracht werden.

Minderempfindlichkeit von Apfelwicklerstämmen gegenüber dem Apfelwicklergranulovirus (2010)

Das Apfelwicklergranulovirus (Cydia pomonella Granulovirus, CpGV) ist ein effizientes biologisches Bekämpfungsmittel des Apfelwicklers mit großer Bedeutung im ökologischen Kernobstbau. Die Granuloviren infizieren die Mottenlarven und lassen sie innerhalb weniger Tage absterben. 2005 wurde erstmals eine Resistenz gegen CpGV in einzelnen Anlagen beobachtet. Ein Forschungsvorhaben hat verschiedene Aspekte der CpGV-Resistenz untersucht, um geeignete Hilfestellungen für den Ökoapfelanbau zu entwickeln.

In einem Forschungsvorhaben konnten Wissenschaftler neue Virenstämme isolieren, die auch gegen resistente Motten wirksam sind und zudem das für die Resistenzbildung verantwortliche Gen im Apfelwickler identifizieren.

Schlussbericht "Management der Minderempfindlichkeit von Apfelwicklerstämmen gegenüber dem Apfelwicklergranulovirus" in der Datenbank Organic Eprints

Letzte Aktualisierung: 30.12.2010