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Pflanzenstärkungsmittel im Ökolandbau

Weinrebe mit Blüte. Klick führt zu Vergrößerung des Bildes.
Unter anderem im Weinbau erschwert der Wegfall vieler Pflanzenstärkungsmittel den Anbau. Foto: T. Stephan, BLE

Im Zuge der Neufassung des deutschen Pflanzenschutzgesetzes (Februar 2013) wurde die Definition von Pflanzenschutzmitteln überarbeitet und enger gefasst, was auch die Neudefinition von Pflanzenstärkungsmitteln erforderlich machte. Gemäß Pflanzenschutzgesetz gelten als Pflanzenstärkungsmittel nun Stoffe und Gemische einschließlich Mikroorganismen, die ausschließlich dazu bestimmt sind, allgemein der Gesundhaltung der Pflanze zu dienen, soweit sie nicht Pflanzenschutzmittel nach Artikel 2 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 sind. Auch Stoffe und Gemische, die dazu bestimmt sind, Pflanzen vor nichtparasitären Beeinträchtigungen wie Frost oder erhöhter Verdunstung zu schützen, zählen nunmehr zu den Pflanzenstärkungsmitteln. Allgemein gilt weiterhin, dass Pflanzenstärkungsmittel, sofern sie in der Liste des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aufgeführt sind, im ökologischen Landbau eingesetzt werden dürfen - auch ohne dass die Wirkstoffe in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gelistet sind. Gegebenenfalls sind zusätzlich privatrechtliche Verbandsrichtlinien zu beachten.

Viele Pflanzenstärkungsmittel nicht mehr verfügbar

Zahlreiche ehemals als Pflanzenstärkungsmittel eingeordnete Präparate, die eine schützende Wirkung gegenüber Schadorganismen auf die Pflanze haben, zählen nun zu den Pflanzenschutzmitteln und dürfen im Ökolandbau nicht mehr eingesetzt werden. Ein für die Ökoproduktion wichtiges Beispiel hierfür sind Phosphonate, welche im Weinbau zur Pflanzenstärkung gegen Peronospora eingesetzt wurden. Seit Februar 2013 dürfen Präparate auf Basis von Phosphonat nicht mehr als Pflanzenstärkungsmittel in Verkehr gebracht werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) führt eine Liste der aktuell zugelassenen Pflanzenstärkungsmittel.


Letzte Aktualisierung: 15.11.2016