Erzeuger


Anthraknose-Brennflecken der Lupine

Synonym Anthracnose, Colletotrichum lupini (Bondar)
Abteilung Schlauchpilze
Anthraknose der Lupine
Anthracnose-Symptome an Hülsen (links), Samen (mitte) und an knickenden Stängeln (rechts) der Lupine. Fotos: links A. Paffrath, mitte B. Klocke, rechts S. Preißel, JKI

Beschreibung der Lupinenkrankheit

Anthracnose an Lupinenkeimling. Klick führt zu Großansicht.
Anthracnose an Keimling (Blaue Lupine). Foto: JKI

Die Blattstiele junger Pflanzen sind eingeschnürt und die Fiederblätter hängen herab. Bei feuchter Witterung sterben die Pflanzen ab. Ab der Blütenbildung befallene Pflanzen verdrehen sich, Blattstiele knicken ab, Blätter welken. Zunehmend treten braune, eingesunkene vertrocknete Flecken an den Verkrümmungen und an Hülsen auf, die sogenannten Brennflecken. In ihrem Zentrum werden die orangenen Sporenlager des Pilzes sichtbar. Der Befall tritt häufig nesterweise im Feld auf, wenn Saatgut die Infektionsquelle war, spätere gleichmäßigere Verbreitung ist auf Verbreitung von infizierten Pflanzen zurück zu führen.

abgeknickte Lupinenpflanze. Klick führt zu Großansicht.
Durch Einschnürungen und Brennflecken knicken befallene Pflanzen ab. Foto: A. Paffrath

Schadbild und Schadwirkung an Lupinen

Die samenbürtige Krankheit hat seit ihrem ersten Auftreten in Deutschland 1995 den Lupinenanbau, und besonders den der anfälligen weißen Lupine, fast zum erliegen gebracht. Durch die Verkrümmungen an Stängeln und Hülsen kann es, besonders bei feuchter Witterung, zu Totalausfällen kommen. Besonders anfällig sind Weiße Lupinen, anfällig sind Gelbe Lupinen und relativ tolerant sind die blauen Schmalblättrigen Lupinen. Schon minimale Infektionen an 0,1 Prozent des Saatguts können zu Ertragsverlusten von 50 Prozent in anfälligen Sorten führen. Doch auch an toleranteren blauen Lupinensorten treten Verluste bis zu 30 Prozent auf.

Biologie und Lebenszyklus der Pilzkrankheit

Flecken und Sporen an Hülsen. Klick führt zu Großansicht.
Orangene Sporen an Hülsen der Blauen Lupine. Foto: JKI

Der vornehmlich durch Saatgut übertragene Pilz überdauert auf der Oberfläche und im Innern des Samens. Vor Allem bei feuchtwarmer Witterung verbreiten sich die an infizierten Pflanzen produzierten Sporen durch Berührung, Regentropfen und Übertragung mit Maschinen oder Kleidung weiter kleinräumig im Bestand.

Der Pilz toleriert ein weites Spektrum an Temperaturen, verbreitet sich jedoch bei Wärme und lang anhaltender Blattnässe besonders schnell. Der Warndienst des Brandenburgischen Pflanzenschutzdienstes nutzt zudem ein auf Wetterdaten und Pflanzenentwicklung gestütztes Modell zur Anthracnose-Vorhersage.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  •  Gesundes Saatgut verwenden: zertifiziertes Saatgut, Erzeugung außerhalb von Befallsregionen, eigenes Saatgut vor Nachbau untersuchen lassen
  •  Saatgutbehandlung: Lagerung über ein bis zwei Jahre, Warmwasserbehandlung, Hitzebehandlung
  •  Tolerante Sorten wählen (siehe Weblinks), insbesondere Blaue, auf sehr leichten Sandböden auch Gelbe Lupinen.
  •  Geringere Saatdichte verringert Luftfeuchtigkeit und Ausbreitung im Bestand
  •  Anbaupause von vier bis fünf Jahren einhalten
  •  In Schlägen zur Saatgutvermehrung früh infizierte Pflanzen entfernen um Nesterbildung vorzubeugen
  •  Verbreitung im Schlag verhindern, bei Feuchtigkeit nicht durch nasse Bestände fahren oder gehen
  • Übertragung zwischen Schlägen verhindern, Maschinen und Kleidung nach Befahren oder Begehen eines befallenen Schlages säubern

Letzte Aktualisierung: 03.03.2017