Erzeuger


Blattfleckenkrankheit (Septoria melissae)

Schadbildbeschreibung

Zuerst zeigen sich auf den unteren Blättern zahlreiche dunkle, scharf begrenzte Flecken, die sich unter feuchten Witterungsbedingungen schnell über die ganze Pflanze ausbreiten.

Die Flecken haben oft einen violetten Rand. Im oberen Pflanzenbereich sind meist nur kleine dunkle Punkte ausgebildet. Auf den Flecken sind mit der Lupe die Sporenbehälter (Pyknidien) als sehr kleine schwarze Punkte zu sehen. Die Blattflecken fließen bei starkem Befall zusammen, die Mitte der Flecken zerreißt, die Blätter vergilben im Randbereich der Flecken, nekrotisieren oder sterben vollständig ab. S. melissae ist der wichtigste pilzliche Schaderreger an Melisse und führt zu massiven Ertrags- und Qualitätseinbußen.

Biologie in Kürze

Melissenpflanze, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Septoria-Blattflecken an Melisse, Foto: H. Blum

Bisher ist nur wenig über den Erreger bekannt. Der Pilz überdauert mit Pyknidien auf abgestorbenem Pflanzengewebe. Eine Samenübertragung ist nicht nachgewiesen. Die Sporen infizieren unter feuchten Bedingungen die Pflanzen, indem sie auf der Blattoberfläche auskeimen und über die Spaltöffnungen oder durch direkte Penetration in das Pflanzengewebe eindringen. Im Blatt bilden sie ein Myzel und neue Fruchtkörper (Pyknidien) aus. Aus diesen Pyknidien werden bei hoher Feuchtigkeit die Sporen (Konidien) für die Massenverbreitung im Bestand ausgestoßen. Die Sporen werden im Bestand über Regenspritzer, Beregnung oder starke Taubildung verbreitet. Feucht-kühle Witterung und ein dichter Pflanzenbestand begünstigen die Entwicklung und Verbreitung des Pilzes.

Regulierungsstrategien

Vorbeugende Maßnahmen

  • Fruchtfolge beachten,
  • trockene Kulturführung (längere Blattnässe vermeiden, luftige Bestände),
  • Vermehrung/Saatgutgewinnung nur von gesunden Pflanzen.

Direkte Maßnahmen / zugelassene Pflanzenschutzmittel

In Deutschland sind keine Pflanzenschutzmittel zugelassen.

Letzte Aktualisierung: 22.10.2010