Erzeuger


Grundsätze der ökologischen Gehölzproduktion

Junge Buxpflanzen
Die jungen Buxpflanzen haben ein verzweigtes und dichtes Wurzelwerk. Foto: B. Billmann

Betreiberinnen und Betreiber von Biobaumschulen wollen im Einklang mit der Natur wirtschaften. Nachhaltige Bodenfruchtbarkeit und die Entwicklung eines biologischen Gleichgewichtes im Betrieb stehen im Mittelpunkt der Unternehmensphilosophie. Beikräuter werden nur mechanisch reguliert. Es gibt keine Belastung der Umwelt durch chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger. Die Gehölze stehen im Wechsel mit Gründüngungspflanzen oder landwirtschaftlichen Kulturen auf den Flächen. Mit langfristigen Fruchtfolgen und organischer Düngung soll die Bodenfruchtbarkeit erhalten und verbessert werden.

Vor allem die Nützlinge werden unterstützt und gepflegt. Hecken und andere Biotope spielen eine zentrale Rolle in Biobaumschulen. Dorngebüsche und sonstige freiwachsende Hecken, auch Blühstreifen, schaffen ein günstiges Kleinklima und bieten Lebensräume für hilfreiche Insekten und Vögel. Sie werden gepflanzt, damit sich Nützlinge und Schädlinge im Betrieb das Gleichgewicht halten. Auch sanfte biologische Stärkungs- und Pflanzenschutzmittel brauchen so nur selten eingesetzt werden.

Betreiberinnen und Betreiber von Biobaumschulen sind davon überzeugt, dass ihre Pflanzen besondere Qualitäten haben. Die äußere Qualität ist offensichtlich. Die Pflanzen haben ein verzweigtes und dichtes Wurzelwerk. Die Sträucher sind dabei sehr kompakt. Baumartige Jungpflanzen haben einen starken Wurzelhals, der besonders im Forst begehrt ist. Fertige Bäume haben entsprechend einen starken Stamm mit einem nachrangigen Kronengerüst und sind deshalb besonders als Alleebäume tauglich.

Die Pflanzen wachsen normalerweise gut an, schnell weiter und haben eine lange Lebensdauer. Dabei sind sie besonders vital und widerstandsfähig. Ihre Früchte schmecken Menschen, Vögeln und Insekten. Grundlage für diese inneren Qualitäten ist auch die Auswahl robuster Sorten oder gebietsheimischer Arten.

Die besondere ökologische Produktionsform mit langen Fruchtfolgen, Kreislaufwirtschaft und schonender Bodenbearbeitung sowie ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger ist auch von Vorteil für die Umwelt. Außerdem ist auf diese Weise kultivierte Pflanzenqualität vorzüglich. Der Endverbraucher kann diese Vorteile erleben und genießen.


Aus der Forschung - für die Praxis

Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) werden zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt.

Wuchsdepressionen von Gehölzarten (2003)

Baumschulen kultivieren eine Reihe von Gehölzen, bei denen im Nachbau verminderte Wuchs- und Ertragsleistungen auftreten ("Bodenmüdigkeit"). Inhalt eines Forschungsvorhabens war eine Bestandsaufnahme, Zusammenfassung und Bewertung des Forschungsstandes und des aktuellen Praxiswissens über spezifische Wuchsdepressionen in der Gehölzproduktion. Auf dieser Basis sind Forschungsstrategien erarbeitet worden, um die Ursachen dieser Wuchsdepressionen zu ergründen.

Wuchsdepressionen von Gehölzarten im Baumschulbereich

Nährstoff-Versorgung von Öko-Baumschulkulturen in Containern (2003)

Ökologische Containerkulturen gedeihen ohne mineralischen Stickstoff und mit weniger Torf. Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau testete die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein den Einsatz organischer Düngemittel und torfreduzierter Substrate bei Ziersträuchern.

Erarbeitung einer Düngestrategie zur optimalen Nährstoff-Versorgung (N-P-K-MG) von Baumschulkulturen in Containern

Letzte Aktualisierung: 09.10.2015