Erzeuger


Ökologischer Weinbau

Weinstöcke mit Blüte, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Im Vergleich zum konventionellen Weinbau sind Arbeitsaufwand und Produktpreise höher. Foto: T. Stephan, BLE

Im ökologischen Anbau steht die Qualität des Weines im Vordergrund. Bei bewusstem Verzicht auf Maximalerträge fördert der Winzer ein sich selbst regulierendes Ökosystem, das ohne chemische Pflanzenschutzmittel und leichtlösliche Stickstoffdünger auskommt. Im Vergleich zum konventionellen Weinbau ist damit ein gesteigerter Arbeitsaufwand verbunden, der sich in höheren Produktpreisen widerspiegelt.

Die Ökoweinbauflächen sind, nach langen Jahren des Anstiegs, 2016 bei stabilen 8.000 Hektar geblieben. Das ist den aktuellen Strukturdaten zur ökologischen Landwirtschaft der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) zu entnehmen. Der Ökoanbau stellt damit einen Anteil von acht Prozent an der gesamten Rebfläche.

Seit 2008 hat sich die Ökoanbaufläche fast verdoppelt. Der schnelle Anstieg der Ökoweinbaufläche kann nach Angaben der Ökoweinbauexperten Randolf Kauer und Beate Fader im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückgeführt werden: Zum einen haben in den vergangenen Jahren immer mehr Betriebe aus der „Spitzengruppe“ des deutschen Weinbaus auf Ökoweinbau umgestellt. Zum anderen ist eine größer werdenden Nachfrage aus den Lebensmittelhandel und sogar den Discountern festzustellen.

Die deutschen Ökowinzer vermarkten ihre Weine überwiegend direkt ab Weingut. Daneben gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Fachhandel und der Gastronomie. Seit den 90er Jahren sind auch Genossenschaften in den Ökoweinmarkt eingestiegen, zudem haben sich Vermarktungsinitiativen gegründet. Denn die steigende Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels kann von Einzelnen oft nicht bedient werden.

Sortenwahl

Die Rebensorte wählt der Biowinzer vor allem nach Vermarktungsmöglichkeiten, Qualitätsaspekten und Kleinklima aus. Mittlerweile existieren außerdem Sorten, die sehr widerstandsfähig gegen bedeutende Pilzerkrankungen sind. Auch der Boden beeinflusst die Sortenwahl und prägt den Wein in besonderer Weise.

Mehr zur Sortenwahl im Ökoweinbau

Düngung

Eine wichtige Voraussetzung für die Rebengesundheit und Qualität des Weines ist eine harmonische Nährstoffversorgung der Pflanze. Diese kann durch ein möglichst aktives Bodenleben gefördert werden. Durch Maßnahmen, wie die ganzjährige Begrünung mit verschiedenen Pflanzen, beeinflusst der Winzer den Anteil organischer Substanz im Boden positiv und fördert natürliche Lebensgemeinschaften.

Mehr zur Düngung im Ökoweinbau

Pflanzenschutz

Grundlage des Pflanzenschutzes im Weinbau ist die Förderung der Pflanzengesundheit und der natürlichen Selbstregulierung. Im Gegensatz zum konventionellen Weinbau beugt der Winzer im Ökoweinbau mehr vor als er kuriert. Das Vorbeugen beginnt bereits bei der Standortwahl und schließt auch die Wahl möglichst widerstandsfähiger Unterlagen und Sorten ein.

Mehr zum Pflanzenschutz im Ökoweinbau

Begrünungsmanagement

Grundlage der weinbaulichen Produktion sind Erhalt und Steigerung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit eines Standortes. Diese beruht auf einem positiven Zusammenwirken von Bodenleben, Bodensubstanz, Humusgehalt, Bodenstruktur, Bodenwasserhaushalt und Pflanzenwuchs. Die Begrünung ist dabei eines der wesentlichen Elemente der ökologischen Bodenpflege.

Mehr zum Begrünungsmanagement im Ökoweinbau

Laubarbeiten

Termingerechte Laubarbeiten, die auf eine lockere, gut belichtete Laubwand abzielen sind von großer Bedeutung. Wasserschosse, Kümmertriebe sowie Stamm- und Wurzeltriebe entfernt der Ökowinzer konsequent, Neutriebe schlauft er in das Drahtgestell ein und beugt dadurch Infektionen mit Krankheitserregern vor.

Mehr zu Laubarbeiten im Ökoweinbau

Ausbau und Verarbeitung

Die Kellerwirtschaft verfolgt das Ziel, sorten- und gebietstypische sowie reintönige Weine mit hoher Qualität zu erzeugen und Behandlungsmittel dabei so wenig wie möglich zu verwenden. Daher werden diese auch beim Ausbau von Weinen aus Ökotrauben nur in geringen Mengen eingesetzt.

Mehr zu Ökoweinausbau und –verarbeitung


  • Kauer, R und Fader B. (2015): Praxis des ökologischen Weinbaus, KTBL
  • Hofmann, U. (2014): Biologischer Weinbau

Letzte Aktualisierung: 08.02.2018