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Ein Huhn - zwei Nutzen: Fleisch und Ei

Hühnerküken, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Eine geeignete Zweinutzungsrasse, die einen Kompromiss zwischen Legeleistung und Masteignung bietet, würde langfristig eine Alternative zum gängigen Töten der männlichen Küken der Legelinien darstellen. Foto: Thomas Stephan, BLE

Es ist noch immer gängige Praxis, dass die männlichen Küken der Legehennenhybride getötet werden, weil ihre Mast sich nicht rechnet. Eine Methode, für die man vor allem im Biobereich in Praxis und Forschung intensiv nach marktfähigen Alternativen sucht. Auch Lohmann Tierzucht, Marktführer in der Geflügelzucht, ist in Sachen Zweinutzungshuhn aktiv. Es soll einen Kompromiss zwischen Legeleistung der weiblichen Tiere und Masteignung der Hähne bieten. Die Zucht von geeigneten Rassen gestaltet sich herausfordernd: Es ist schwierig, die Merkmale Wachstum und Legeleistung in einem Huhn zu kombinieren. Dementsprechend gibt es bislang noch keine wirtschaftlich tragfähige Alternative zu den Hochleistungshybriden. Ein bereits gangbarer Weg ist es jedoch, die Aufzucht und Mast der männlichen Legehybriden über den Verkauf der Eier zu subventionieren und damit rentabel zu machen. Der Einstieg in das Zweinutzungshuhn ist daher vor allem im Rahmen von Projekten und Aktionen interessant, die über eine starke Verbraucherkommunikation und eine gute Vermarktungsstrategie verfügen.

Bruderhahn Initiative Deutschland (BID)

So strebt zum Beispiel die Bruderhahn Initiative Deutschland als langfristiges Ziel die Züchtung von Geflügelrassen an, die sich wirtschaftlich sowohl für die Eierproduktion als auch für die Mast eignen. Bereits heute werden alle Brudertiere aufgezogen, deren Schwestern die Eier legen, und ihr Fleisch wird zu bezahlbaren Preisen angeboten. Der dabei entstehende ökonomische Nachteil wird dadurch kompensiert, dass jedes Ei der Schwestern im Laden vier Cent mehr kostet. Diese vier Cent werden wiederum zu 100 Prozent für die Aufzucht der Brudertiere verwendet.

Aktion ei care

Im Zuge der Aktion ei care werden im Berliner Umland Hühner der französischen Rasse "Les Bleues" genutzt. Diese Rasse wird besonders für ihre gute Fleischqualität geschätzt. Die Hähne setzen ein Ausschlachtgewicht von rund zwei Kilogramm an und die Hennen legen bis zu 250 Eier pro Jahr. Die Rassehühner können, im Gegensatz zu den auf Hochleistung gezüchteten Hybridhühnern, auf landwirtschaftlichen Betrieben gezüchtet und vermehrt werden. Da es jedoch durch den Kompromiss zwischen Legeleistung und Ausschlachtgewicht bei dieser Rasse zu höheren Produktionskosten kommt, kosten die Eier im Vergleich zum Biodurchschnitt zehn Cent pro Ei mehr, ein Kilogramm Fleisch ist zwei Euro teurer. Dennoch wurde die Erfahrung gemacht, dass die Kunden ein großes Interesse an den Produkten haben und diese gut verkauft werden. Da die Marktgesellschaft der Naturland Betriebe die Vermarktung übernimmt, können sich die teilnehmenden Landwirte voll und ganz auf die Erzeugung konzentrieren

Mehr Informationen

Kompromiss zwischen Legeleistung und Masteignung

Die männlichen Tiere der handelsüblichen Hybridrassen sind nicht masttauglich, während die Hennen bei Rassen mit masttauglichen männlichen Tieren oft eine geringe Legeleistung aufweisen. Deshalb gilt es, eine geeignete Zweinutzungsrasse zu finden, um die Tötung von männlichen Küken umgehen zu können.
Eine Hühnerrasse für Ei und Fleisch

Ökologische Geflügelhaltung

Die Grundlagen der ökologischen Geflügelhaltung beinhalten Grundwissen über die Biologie des Huhns und sein Verhalten, Haltung, Fütterung und Tiergesundheit, als auch Aspekte zur Züchtung.
Grundlagen der ökologischen Geflügelhaltung

Grundlegende Vorgaben in der Geflügelzucht

Da im Ökolandbau für die Tierzucht besondere Vorgaben gelten, muss sich die Zucht auf traditionelle Methoden beschränken. Grundlegende Aussagen zur Tierzucht für die ökologische Wirtschaftsweise sind in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zu finden. Im Rahmen des Netzwerkprojekts Ökologische Hühnerzucht wurden weitere Zuchtziele für Legehennen formuliert.
Geflügelzucht im ökologischen Landbau

EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau: Geflügelmast

In der Verordnung (EWG) Nr. 1538/91 (Anhang IV) sind die Vorgaben zur Deklaration des Haltungsverfahrens für Schlachtgeflügel allgemein bindend definiert. Darüber hinausgehend sind die Richtlinien der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und die der Anbauverbände des ökologischen Landbaus, entsprechend der Verbandszugehörigkeit der Betriebe, maßgebend.
Geflügelmast: Rahmenbedingen durch die EU-Rechtsvorschriften

Eignung unterschiedlicher Masthähnchen-Herkünfte im ökologischen Landbau

Es gibt vielfältige Ansprüche an Mastgeflügel: Sie sollen gut zunehmen, einen möglichst hohen Brustmuskelanteil aufweisen, gesund und robust sein, als auch mit den zugelassenen Futtermitteln bedarfsgerecht zu füttern sein. Es stellt sich also die Frage, welche Mastgeflügel-Herkünfte Ökogeflügelmäster auf ihren Betrieben einsetzen sollen.
Aus der Forschung: Eignung unterschiedlicher Masthähnchen-Herkünfte für die ökologische Haltun


Letzte Aktualisierung: 28.10.2014