Erzeuger


Fütterung von Ökotieren

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Die Tiere müssen ökologisch produziertes Futter erhalten, möglichst vom eigenen Betrieb. Foto: T. Stephan, BLE

Die Versorgung mit art- und bedarfsgerechtem, vollwertigem Futter ist entscheidend für die Gesundheit und damit die dauerhafte Leistungsfähigkeit landwirtschaftlicher Nutztiere. So soll die Fütterung im Ökolandbau dem ernährungsphysiologischen Bedarf der Tiere in ihrem jeweiligen Entwicklungsstadium entsprechen. Sie ist eher auf die Erzeugung hoher Qualitäten unter ökologischen Kriterien als auf eine Leistungsmaximierung ausgerichtet.

Ökologische Futtermittel möglichst aus eigener Erzeugung

Die Tiere dürfen ausschließlich mit ökologisch erzeugten Futtermitteln gefüttert werden. Einzige Ausnahme ist die Eiweißfütterung von Schweinen und Geflügel: Hier dürfen bis zum 31.12.2017 konventionelles Kartoffeleiweiß und Maiskleber bis zu maximal fünf Prozent beigemischt werden.

Die Futtermittel sollen so weit wie möglich aus eigener Erzeugung stammen, um den Betriebskreislauf weitestgehend geschlossen zu halten. Generell soll bei Wiederkäuern ein möglichst hoher Anteil des Futterbedarfs über hochwertiges Grundfutter abgedeckt werden. Jede Tierhaltung im biologischen Landbau ist an die Bewirtschaftung von Land gebunden. 

Bis zu 30 Prozent der Futterration (Trockenmasse) dürfen im Jahresdurchschnitt auf Umstellungsflächen erzeugt worden sein (bei Zukauf) - das heißt von Flächen, die zum Erntezeitpunkt schon mindestens zwölf Monate ökologisch bewirtschaftet wurden. Handelt es sich um Umstellungsfuttermittel vom eigenen Betrieb, so darf dieser Anteil bis zu 100 Prozent der Ration ausmachen.

Nicht zugelassen sind chemisch-synthetisch hergestellte Futterzusätze zur Leistungs- und Wachstumsförderung, zur Beeinflussung von Stoffwechsel- und Verdauungsvorgängen oder zur Krankheitsprophylaxe. Dies schließt unter anderem das Verbot von Nichtproteinstickstoff (zum Beispiel Harnstoff) und denaturiertem Eiweiß ein. Auch synthetische Aminosäuren sind in der Ökotierfütterung nicht zulässig. Ein Einsatz gentechnisch veränderter Organismen oder ihrer Erzeugnisse ist im Ökolandbau generell ausgeschlossen.

Fütterung einzelner Tierarten

Die Ernährung junger Säugetiere erfolgt auf der Grundlage von natürlicher Milch, vorzugsweise Muttermilch. Hierfür sind tierartspezifische Mindestzeiträume vorgesehen.

Pflanzenfressern soll so oft wie möglich Weidegang gewährt werden. Wiederkäuern ist eine Tagesration vorzulegen, die zu 60 Prozent (bezogen auf die Trockensubstanz) aus Raufutter (zum Beispiel Grünfutter, Heu, Silage) besteht. Ausnahmen für hochlaktierende Milchkühen sind mit Genehmigung der Kontrollstelle möglich.  Im Sommerhalbjahr ist für Wiederkäuer Weidegang vorgeschrieben.

Geflügel erhält im Maststadium Futter, das zu mindestens 65 Prozent aus Getreide besteht. Geflügel und Schweinen ist außerdem frisches, getrocknetes oder siliertes Raufutter vorzulegen.

Letzte Aktualisierung: 12.08.2014