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Tiergesundheit im Ökolandbau

Ferkel im Auslauf. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Besonders für Jungtiere ist der soziale Kontakt wichtig. Foto: D. Menzler, BLE

In ökologisch wirtschaftenden Betrieben erhält jedes Tier genügend Raum für Ruhephasen und zur Futteraufnahme. Die Liegeflächen dürfen nicht aus perforierten Böden bestehen und werden mit saugfähigem, isolierendem Material (in der Regel Stroh) eingestreut.

Bewegungsmöglichkeit, Tageslicht, Auslauf im Freien und vor allem Kontakt zu Artgenossen tragen zum Wohlbefinden und damit zur Tiergesundheit bei. Haltungsbedingte Verhaltensstörungen, wie sie oft bei Einzelhaltung und reizarmer Intensivhaltung auftreten, können so vermieden werden.

Fütterung

Eine art- und leistungsgerechte Fütterung der Tiere fördert die Tiergesundheit. Fehler wie Mangel- oder Überversorgung führen zu Gesundheitsstörungen. Dies beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden der Tiere, sondern auch die Qualität der Schlachtkörper und der Nahrungsmittel. 

Energieträger, Eiweißträger und Raufutter müssen angepasst an das Verdauungssystem der jeweiligen Tierart verfüttert werden. 

Biolandwirte erzielen die Milchleistung der Rinder überwiegend aus hochwertigem Grundfutter. Der Leistungsfutteranteil sollte dagegen möglichst gering gehalten werden. Nicht für die jeweilige Tierart angemessene (zum Beispiel Tiermehl) oder gentechnisch veränderte Futtermittel sind im Ökolandbau verboten. 

Die Aufzucht von Jungtieren dauert in Ökobetrieben deutlich länger als in konventionellen Betrieben. Kälber erhalten beispielsweise drei Monate lang eine Milchtränke aus Vollmilch. Ferkel müssen mindestens 40 Tage lang gesäugt werden. Dies stellt die Versorgung mit Antikörpern sicher und gewährleistet eine natürliche Entwicklung der Jungtiere. 

Gesundheitsvorsorge

"Vorbeugen statt heilen" lautet die Devise in der ökologischen Landwirtschaft. Dies erfordert eine hohe Betreuungsintensität der Tiere. Herkömmliche Arzneimittel, Antibiotika oder Hormone dürfen nicht vorbeugend eingesetzt werden.

Erkrankungen sollen bevorzugt mit Naturheilverfahren wie Homöopathie und Phytotherapie behandelt werden. Die Entstehung von resistenten Bakterienstämmen kann so zum Schutz der Verbraucher vermieden werden. Sind Naturheilverfahren nicht angezeigt oder versagen sie, muss der Tierarzt handelsübliche konventionelle Arzneimittel einsetzen, um die Krankheit zu behandeln und Schaden zu begrenzen. Einzelne Anbauverbände des ökologischen Landbaus haben die auf dem Markt befindlichen Tierarzneimittel auf ihre Umweltrelevanz überprüft und unbedenkliche oder bedenkliche Mittel benannt.

Wurden allopathische Arzneimittel eingesetzt, unterliegen die tierischen Produkte strengen Vermarktungsauflagen. Diese reichen von der grundsätzlichen Sperrfristverdopplung bis zum Vermarktungsverbot bei zu häufigem Einsatz.

Letzte Aktualisierung: 14.09.2018