Erzeuger


Ökologische Bienenhaltung

Demeter-Imker bei der Kontrolle der Bienenstöcke, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Bienenhonig aus ökologischer Produktion erfreut sich großer Beliebtheit. Foro: BLE, T. Stephan

Für die Bestäubung von blühenden Pflanzen nehmen die Honigbienen eine unverzichtbare Stellung im Naturhaushalt unserer Kulturlandschaften ein. Eine flächendeckende Bienenhaltung sorgt für eine ausreichende Bestäubung von Nutz- und Zierpflanzen. Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau würdigen die besondere Bedeutung der Bienen, indem die Bienenhaltung in einem gesonderten Kapitel behandelt wird.

Haltung

In Deutschland, einem dicht besiedelten, hoch industrialisierten Land ist es für einen Imker nur in Ausnahmefällen möglich, seine Bienen ausschließlich in naturbelassenen oder ökologisch bewirtschafteten Gebieten sammeln zu lassen. Deshalb regeln die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau vor allem imkerliche Maßnahmen wie Gewinnung, Behandlung, Verarbeitung und Lagerung des Honigs. Diese sind unter anderem neben der Tracht verantwortlich für die Qualität des Honigs:

  • nur zugelassene Behandlungsmittel zum Beispiel gegen Varroatose,
  • Mittelwände nur aus "biologischem" Wachs um evtl. Verunreinigungen zu vermeiden,
  • Beuten oder Körbe aus natürlichen Materialien, die die Umwelt oder die Imkereierzeugnisse nicht verunreinigen können, 
  • Desinfektion: physikalisch bzw. mit zugelassenen Mitteln,
  • aber auch kein Beschneiden der Flügel der Weisel (Königin).

Die Umstellungszeit einer Imkerei auf die ökologische Wirtschaftsweise beträgt mindestens ein Jahr. Ab dem Zeitpunkt, an dem alle Völker eines Betriebes die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllen, darf der Imker seinen Honig als ökologisch erzeugt deklarieren. Die Richtlinien der deutschen Anbauverbände gehen in einigen Punkten über die der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hinaus.

Ansprüche an die Trachtgebiete

Bienen reagieren sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Wegen der Gefahr durch Pflanzenschutzmittel für die Bienen wurde hierfür extra eine Zulassungsklasse eingerichtet. Kommen die Bienen während des Sammelflugs damit in Berührung, verenden Bienen häufig noch bevor sie den Stock erreichen; oder sie werden abgewiesen, weil die übrigen Bienen sie durch den Fremdgeruch nicht erkennen. Im schlimmsten Fall kommt es durch den sozialen Futteraustausch der Bienen im Stock zu einer Vergiftung einzelner Bienen oder des gesamten Volkes.

Für die Brutversorgung wird neben dem Nektar auch Pollen eingetragen, an dessen Farbe vielfach die angeflogene Trachtkultur erkannt werden kann. Durch das Ausschleudern des Honigs aus den Waben, ist ein geringer Anteil an Pollen im Honig unvermeidbar.

Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erlegen den Ökoimkern eine besondere Sorgfaltspflicht in Bezug auf die Aufstellung der Bienenvölker auf. Beuten stellt der Imker danach in ausreichender Entfernung von "nicht-landwirtschaftlichen Verschmutzungsquellen" auf. 

Von den Behörden können Sperrgebiete eingerichtet werden, in denen ökologische Bienenhaltung nicht erlaubt ist; zum Beispiel in der Nähe von emissionsintensiven Industrieanlagen, Mülldeponien und Verkehrsballungszentren. Ökologisch wirtschaftende Imker dürfen Bienenstöcke während der Trachtzeit nur an Orten aufstellen, die im Trachtgebiet keine negativen Einflüsse auf die Imkerei-Erzeugnisse erwarten lassen.


Unter dem Motto "Bio live erleben!" öffnen Ökobetriebe, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium zu "Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau" ernannt wurden, Türen und Tore. Auf den folgenden Betrieben finden Sie auch Bienenhaltung:

Letzte Aktualisierung: 31.08.2017