Erzeuger


Klimaschutz durch ökologischen Landbau

Bedingt durch die massive Freisetzung von Treibhausgasen wie zum Beispiel Kohlendioxid, Lachgas und Methan seit der Industrialisierung, erwärmt sich das Klima der Erde. So ist allein der Kohlendioxidgehalt der Erdatmosphäre in den letzten 200 Jahren um 40 Prozent gestiegen. Das von weltweit rund hundert Staaten angestrebte klimapolitische Ziel ist, die durchschnittliche Erwärmung des Erdklimas nicht über zwei Grad Celsius hinaus ansteigen zu lassen. Neben Emissionsbeschränkungen, Förderung regenerativer Energien und Steigerung der Effizienz beim Energieeinsatz kann auch der ökologische Landbau einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leisten.

So werden im Ökolandbau keine energieaufwändig hergestellten synthetischen Stickstoffdünger verwendet, um die Böden mit Stickstoff zu versorgen. Ökolandwirte bauen stattdessen Leguminosen an, die den Luftstickstoff binden und für die Pflanzen verfügbar machen können. Dies ist auch eine klimawirksame Maßnahme, denn ungefähr die Hälfte des Energieeinsatzes im Pflanzenbau wird für die Synthese mineralischen Stickstoffs benötigt.

Darüber hinaus liegen die Humusgehalte ökologisch bewirtschafteter Böden im Durchschnitt über jenen im konventionellen Anbau. Höhere Humusgehalte bedeuten auch eine Festlegung von Kohlenstoff, der wiederum der Erdatmosphäre als Treibhausgas entzogen ist. Ökologische bewirtschaftete Böden binden rund 0,2 bis 0,3 Prozent mehr Kohlenstoff. Das entspricht circa 35 bis 50 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar.

Neben dem Kohlendioxid muss allerdings auch anderen, zum Teil wesentlich problematischeren Treibhausgasen wie Methan oder Lachgas besondere Beachtung geschenkt werden. Während Methan eine rund 30-mal stärkere Klimarelevanz als Kohlendioxid aufweist, liegt dieser Faktor bei Lachgas bei etwa 300.

Lachgas

Bei Lachgas gilt die Landwirtschaft als einer der größten Emittenten: Das Gas entsteht bei der Bodennutzung als Begleiterscheinung der Stickstoffdüngung. Nach heutigem Stand des Wissens spielt dabei die Form des gedüngten Stickstoffs keine Rolle. Allerdings ist die verabreichte Menge an Dünger entscheidend. Da die verfügbare Menge an stickstoffhaltigen Verbindungen im ökologisch bewirtschafteten Boden in der Regel erheblich geringer ist als im konventionellen, ist davon auszugehen, dass auch hierbei der Ökolandbau Vorteile aufweist. 

Methan

Methan entsteht zum Beispiel in der Tierhaltung; vor allem Wiederkäuer stoßen erhebliche Mengen dieses Gases aus. Ein Streitthema ist, ob bei Wiederkäuerhaltung im ökologischen Landbau von höheren Methanausscheidungen auszugehen ist. Dies wird damit begründet, dass die mit Hilfe von erheblichen Kraftfuttergaben in der konventionellen Haltung erreichte Milchmenge pro Kuh höher ist als in der ökologischen Haltung, wo der Einsatz von Kraftfutter reglementiert ist.

Bezieht man die Methanemission auf die Produkteinheit (Kilogramm Milch) scheint die Rechnung tatsächlich zugunsten des konventionellen Landbaus aufzugehen, da die unproduktive Gasausscheidung mit zunehmender Leistung geringer ins Gewicht fällt. Dem entgegen steht jedoch die Tatsache, dass im ökologischen Landbau Milchkühe deutlich länger leben und damit die "unproduktive" Gasausscheidung in der Zeit bis zur ersten Laktation einer deutlichen längeren Milchlebensleistung gegenübersteht.


Letzte Aktualisierung: 11.08.2015