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Bio-Zertifizierung von Zierpflanzen – ein Leitfaden

Damit sich der Bio-Zierpflanzenbau weiter ausdehnen kann, brauchen Betriebe und Vermarktungsunternehmen in diesem hochspezialisierten Segment einen klaren Rahmen für die Bio-Zertifizierung. Im Leitfaden wurden Produktions- und Vermarktungsprozesse beschrieben, die Vorgaben der EU-Bio-Verordnung abgeglichen, offene Fragen geklärt, die Antragstellung über die OXS-Datenbank und das Einstellen von Angeboten von Vermehrungsmaterial erleichtert sowie Risikobereiche und Vorsorgemaßnahmen für die Öko-Integrität identifiziert.
Empfehlungen für die Praxis
Für wen ist der Leitfaden erstellt?
Der Leitfaden richtet sich an Betriebe, die sich für eine Umstellung interessieren und an bereits zertifizierte Bio-Zierpflanzen-Betriebe. Außerdem unterstützt er Beratungskräfte sowie Mitarbeitende in Öko- Kontrollstellen und in den zuständigen Landes-Öko- Behörden. Aber auch für den Handel enthält der Leitfaden wichtige Hinweise. Er beschreibt, was bei der Vermarktung von Bio-Pflanzen zu beachten ist.
Welche Hilfestellungen bietet der Leitfaden?
Der Leitfaden stellt die komplexen Anbauverfahren und vielfältige Vermarktungswege von Bio-Zierpflanzen vor. Für Erzeugung und Vermarktung sind die Anforderungen der EU- Bio-Verordnung im Detail beschrieben und in Prozessbeschreibungen dargestellt. Das Kapitel Umstellung hilft besonders Betrieben, die noch am Anfang stehen und sich über den Bio-Anbau informieren möchten. Für die Risikobereiche sind Vorsorgekonzepte und Arbeitshilfen erarbeitet. Viele Praxisbeispiele unterstützen Produzierende Betriebe und Handel dabei, eigene Schwachstellen zu erkennen und zu beseitigen, um Vermischung und Kontaminationen mit unzulässigen Stoffen zu vermeiden.
Klarheit im Bereich Pflanzenvermehrungsmaterial (PVM)
Offene Fragen im Bereich PVM wurden herausgearbeitet und geklärt und sind mit entsprechenden Graphiken und Fallbeispielen im Leitfaden dargestellt. Zu dieser Thematik ist zusätzlich ein Schulungsvideo entstanden.
Verbesserungen im Bereich Antragstellung
Für die Datenbank-OXS und EU-Routerdatenbank wurden Grundlagen zur Umsetzung der EU-Bio-VO geschaffen und es konnte zur Umsetzung von Sammelbestätigungen in der Antragstellung von konventionellem Saat- und Pflanzgut für Zierpflanzen in der OXS-Datenbank beigetragen werden.
"Es ist wichtig, dass alle Akteurinnen und Akteure in diesem komplexen Bereich klare und eindeutige Vorgaben haben. Nur so ist eine effektive und effiziente Kontrolle möglich und nur so kann sich der Bio-Zierpflanzenbau weiterentwickeln.“ (Dr. Jochen Neuendorff, GfRS)
Informationen zum Projekt
Das Interesse an ökologisch erzeugten Zierpflanzen wächst bei Produzierenden, Handel und Konsumierenden stetig. Dies führt auch zu einer Zunahme umstellungsinteres- sierter Betriebe. Ein zentrales Umstellungshindernis waren ungeklärte Fragen der Umsetzung der EU-Bio-Verordnung. Die Zierpflanzenbetriebe stellen mit ihren besonderen Kulturen, den speziellen Betriebsstrukturen und ihren Vermarktungswegen hohe fachliche Herausforderungen an die Umsetzung der Bio-Kontrollen. Neben den sehr speziellen Produktionsverfahren und der Vielseitigkeit der Betriebe gibt es besondere Vermarktungswege. Neue Vermarktungswege müssen betrachtet werden, damit auch der Handel und die Vermarktung von Bio- Zierpflanzen bis zum Endkunden sicher nach den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung stattfinden kann.
Der Leitfaden
Im Leitfaden werden zum einen für die unterschiedlichen Produktionsbereiche und Vermarktungswege die Produktions- und Vermarktungsprozesse grundlegend beschrieben. Die Produktionsprozesse sind in anschaulichen Erklärvideos dargestellt, mit deren Hilfe sich Umstellungsinteressierte und Kontrolleurinnen bzw. Kontrolleure in kurzer Zeit die wesentlichen Schritte in der Produktion aneignen können.
Die Vorgaben der EU-Bio-Verordnung wurden für die verschiedenen Produktionsprozesse dargestellt. Auch wurden Risikobereiche sowie Vorsorgemaßnahmen für die Öko-Integrität identifiziert und Empfehlungen für risikoorientierte Kontrollschwerpunkte erarbeitet. Im Leitfaden sind unterschiedliche Vorsorgekonzepte für die Produktion und Vermarktung veröffentlicht und mit Beispielen in den jeweiligen Kapiteln im Abgleich der EU-Bio- Verordnung beschrieben.
Regelung Einsatz und Antragstellung konventionelle PVM:
- Das Projekt analysierte einen vorgeschlagenen Rechtsakt zum PVM und erreichte durch unterstützenden fachlichen Input eine praxisgerechte Regelung.
- Weitere offene Fragen im Bereich PVM wurden identifiziert. Diese konnten im Rahmen von diversen Austauschtreffen unter anderem auch direkt mit der EU-Kommission geklärt werden und mit entsprechenden Graphiken und Fallbeispielen im Leitfaden dargestellt werden. Zu dieser Thematik ist zusätzlich ein Schulungsvideo entstanden.
- Es konnte auch bei der Umsetzung der neuen Verordnung und deren Rechtsakten zum PVM, Klarheit für die Umsetzung in der Datenbank OXS geschaffen werden.
- Das Projekt hat auch maßgeblich zur Einführung von Sammelbestätigungen in der Antragstellung von konventionellem Saat- und Pflanzgut in der OXS- Datenbank beigetragen.
- Gwendolyn Manek, Gerlind Hammann, Klaus Bongartz (Anbauberater und föga) und Andrea Frankenberg, Bioland Beratung GmbH, Mainz
- Susanne Dlugowski, Dr. Jochen Neuendorff, Gesellschaft für Ressourcenschutz mbH (GfRS), Göttingen
- Christiane Steen und Dr. Georg Eckert, ABCERT AG, Esslingen am Neckar
Bioland Beratung GmbH
Kaiserstraße 18
55116 Mainz
Andrea Frankenberg
E-Mail: andrea.frankenbergbiolandde
Telefon: +49 (0) 228 / 180 990 09
05/2010 – 05/2012
Die Inhalte dieser Seite finden Sie hier auch in einem Praxismerkblatt als PDF-Datei.
Letzte Aktualisierung 20.08.2025
