Mehr Kompost, weniger Torf im Bio-Kräutertopf

Mehr Kompost, weniger Torf im Bio-Kräutertopf

Im Projekt wurde untersucht, wie Bio-Topfkräuterbetriebe ihren Torfverbrauch vor allem mit Kompost als regional verfügbarem Torfersatzstoff senken können und welche Maßnahmen notwendig sind, um die Herausforderungen hinsichtlich einer guten Kompostqualität bei derzeit geringer Angebotsmenge zu bewältigen. Versuche in den Versuchsanstalten und den zwölf Projektbetrieben zeigten die Chancen und Grenzen des Komposteinsatzes in der Praxis. 

Empfehlungen für die Praxis

Anpassung der Kulturführung

Die größten Herausforderungen bei steigender Torfersatz-quote liegen in den Bereichen Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutz. So heben hohe Kompostanteile den pH-Wert in der Regel an, wodurch sich das Risiko eines Mikronährstoff-mangels erhöhen kann. Zur pH-Absenkung bewährte sich in Versuchen eine geringe Schwefelgabe (1 g S/l), die bei Basilikum und Minze zudem das Wachstum förderte. Hohe Kompostanteile gepaart mit hohen Bevorratungen organischer Feststoffdünger erhöhen den Salzgehalt. Dadurch kann es zu Problemen während der Keimphase kommen. Holzreiches Ausgangsmaterial im Kompost minimiert dieses Risiko, wie mehrere Versuche zeigten. In Kompostsubstraten sind meist hohe Phosphor- und Kalivorräte vorhanden, weshalb stickstoffbetont nachgedüngt werden sollte. Als Folge der hohen Kalikonzentration kann ein Ungleichgewicht in der Nährstoffversorgung auftreten. Um einen Nährstoff-Antagonismus zu vermeiden, ist auf eine ausreichende Calcium- und Magnesiumversorgung (zum Beispiel durch Naturgips) zu achten. Holzreiche Komposte weisen eine geringere Kapillarität auf, wodurch die oberste Substratschicht bei Anstaubewässerung oft trocken bleibt (Abhilfe: feinere Siebung). Besonders in den ersten Wochen ist deshalb eine Überkopfbewässerung wichtig, um eine gleichmäßige Feuchtigkeit zu garantieren und verkrustete Substratoberfläche zu vermeiden.

Positive Eigenschaften des Komposts nutzen

Hochwertiger Kompost sorgt für eine gesunde Pflanzenentwicklung und kann bodenbürtige Krankheiten wirksam unterdrücken. Er bringt eine Grunddüngung im Bereich der Makronährstoffe mit – allen voran Phosphor und Kali – und enthält wichtige Spurenelemente. Zusätzlich bereichert Kompost das Substrat mit wertvollen Mikroorganismen, die eine zentrale Rolle bei der Umsetzung organischer Dünger spielen. Wichtig ist es, dass nur ausgereifte, gütegesicherte Kompostqualitäten (siehe Ergebnisteil) im Substrat eingesetzt werden. Denn nicht vollständig ausgereifte Kompostzusätze können zu großen Problemen im Topfkräuteranbau führen.


"In Versuchsreihen mit hohen Premium-Kompostanteilen zwischen 40 und 70 Prozent konnten bei allen Versuchen gute Topfpflanzenqualitäten bei Basilikum und Petersilie erreicht werden" Jonas Buck, FH Erfurt 


Informationen zum Projekt

Letzte Aktualisierung 25.02.2026

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