Großverbraucher


Bio-Angebot auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt

Drei Frauen beißen in einen Lebkuchen. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Inzwischen haben rund 77 Prozent aller Gastronominnen und Gastronomen auch Bioprodukte im Sortiment. Foto: Steffen Oliver Riese

Nachdem im Jahr 2004 die ersten Stände biozertifizierte Lebensmittel auf dem traditionsreichen Weihnachtsmarkt eingeführt hatten, erweiterte sich das Bioangebot der Budenbetreibenden kontinuierlich. 2014 boten rund 58 Prozent der Aussteller auch biozertifizierte Speisen und Getränke zum Verkauf an; 2016 kletterte dieser Anteil auf 77 Prozent und ist seither stabil. Das Biosortiment reicht von Bratwürsten, Maiskolben und Lebkuchen bis hin zu Glühwein und schokolierten Früchten. Beim diesjährigen Markt hat das "Nürnberger Christkind", das traditionell Süßigkeiten an naschfreudige Kinder und Erwachsene verteilt, zum ersten Mal eine eigens für den Markt kreierte Bioschokolade im Gepäck.

Bioprodukte als selbstverständlicher Teil des Angebots

Stand auf dem Nürnberger Christkindlesstand. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Auch eine traditionsreiche Veranstaltung wie der Christkindlesmarkt kann seinen Kern bewahren und sich trotzdem mit biozertifizierten Lebensmitteln und Ökostrom-Versorgung weiterentwickeln. Foto: Uwe Niklas

Als sich das Marktamt der Stadt Nürnberg dafür einsetzte, das Bioprofil des Weihnachtsmarkts zu schärfen, waren zu Beginn nicht alle Ausstellerinnen und Aussteller hellauf begeistert. "Da gab es auch den ein oder anderen, der gemurrt hat", räumt Christine Beeck ein. Sie ist als Marktamtsleiterin unter anderem für den Nürnberger Christkindlesmarkt zuständig. Inzwischen hat sich das Bioangebot jedoch als selbstverständlicher Teil des Marktes etabliert und wird von den Gästen gut angenommen. Knapp 35 Prozent der Besucherinnen und Besucher halten das Angebot von Bioprodukten auf dem Adventsmarkt für "wichtig oder "sehr wichtig". Das ergab eine 2016 von der Technischen Hochschule Nürnberg im Auftrag des Marktamtes durchgeführt Befragung (2013: 30,8 Prozent).

Bio-Kontrollen während der Markttage

Die ausstellenden Unternehmen gehen mit den verschiedenen Vorlieben der Besucherinnen und Besucher pragmatisch um und bieten an ihren Ständen biologische und konventionelle Lebensmittel und Getränke nebeneinander an. Für die Biokontrollen bedeutet das eine gewisse Herausforderung. "Aber alles in allem ist das kein Hexenwerk und lässt sich gut umsetzen", sagt Martin Hoffmann von der ÖkoP Zertifizierungs GmbH. Die Biokontrollstelle aus Straubing zertifiziert viele der Ausstellerinnen und Aussteller mit Bioangebot auf dem Markt. Aber natürlich können alle Standbetreibende selbst entscheiden, mit welcher Kontrollstelle sie einen Vertrag abschließen. Am Ende läuft es immer auf das gleiche Verfahren hinaus: Die Kontrolleurinnen und Kontrolleure kommen in der Regel zwei bis drei Mal unangekündigt auf den Markt und nehmen vor Ort das Bioangebot unter die Lupe.

Bio-Zeichen für den Nürnberg Christkindlesmarkt. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Stände mit Bioangebot werden mit einem eigens für den Christkindlesmarkt geschaffenen Schild gekennzeichnet. Foto: Stadt Nürnberg

Ist an den Ständen eindeutig zu erkennen, was Bio ist und was nicht? Können die Standbetreibenden die entsprechenden Einkaufsbelege und Biozertifikate der Lieferbetriebe vorlegen? Wo Biobratwürste verkauft werden, müssen sie zudem auf einem eigenen Grill gebrutzelt werden. Wenn die Gäste auf den Markt strömen und gleichzeitig die Inspektion ansteht, kommt das Standpersonal manchmal etwas in Stress. "Aber das hat sich inzwischen eingespielt und alle sind kooperativ", sagt der Kontrollstellenleiter Martin Hoffmann. Für die Bio-Zertifizierung nutzen die Beteiligten das eigens für solche Veranstaltungen konzipierte Verfahren der Event-Zertifizierung. Damit können auch Kleinunternehmen, die sonst nur konventionelle Waren verkaufen, tage- oder wochenweise ihren Gästen biozertifizierte Lebensmittel anbieten.


Letzte Aktualisierung: 28.11.2018