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Erfolgsfaktor Ladengestaltung - Renovieren mit Naturmaterialien

Verkäuferin hinter einer Bedientheke in einem Ladengeschäft. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Eine freundliche und helle Ladengestaltung ist die Visitenkarte eines kleinen Biofachgeschäftes. Foto: Paulina Jonczynski

Freundliches Personal? Dem Standort angepasste Sortimentsauswahl? Das sind die Argumente, die Kundinnen und Kunden überzeugen, immer wieder zurückzukehren. Aber die erste Herausforderung besteht darin, die Neugier eines Passanten auf den Laden zu wecken. Ein Muss und eine Visitenkarte zugleich sind die gepflegten und sorgfältig gestalteten Schaufenster sowie die Ladengestaltung. Stimmt das Außenbild mit den eigenen Erwartungen und denen der Kundinnen und Kunden überein? Was wird eigentlich erwartet?

Zu den wichtigsten Gestaltungselementen gehören Wände und Fußboden, die Einrichtung und ihre Anordnung im Raum sowie die Beleuchtung. Innengestaltung im Naturkostbereich sollte die Balance zwischen den traditionellen Werten der Branche, Erdverbundenheit und Harmonie, sowie den Anforderungen einer modernen, hygienisch einwandfreien Verkaufsstätte wahren.

Die Voraussetzung dafür ist ein schlüssiges Gestaltungskonzept mit den richtigen Farben, Formen und Materialien. Ein solches Gestaltungskonzept soll Zuverlässigkeit, Identität und Authentizität des Geschäftes vermitteln.

Wandgestaltung

Eines der wichtigsten Elemente in einem Gestaltungskonzept sind die Wände. Darauf fällt in den meisten Fällen der erste Blick des Kunden, wenn er einen Laden betritt. Für den richtigen Einsatz von Wandfarben empfiehlt der Umweltverband BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) nur solche Farben, die das Umweltzeichen "Blauer Engel" tragen. Hier darf ein Lösungsmittelanteil von maximal 0,07 Prozent nicht überschritten werden.

Hölzernes Gemüseregal in einem Ladengeschäft. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Solch ein gut angepasstes Gemüseregal auf kleinstem Raum, direkt am Eingang platziert, erhöht die Absatzzahlen. Foto: Paulina Jonczynski

Noch besser geeignet sind Naturfarben, wie beispielsweise Leim- oder Kalkkasein-Farben. Diese Farben sind sehr leicht selber herzustellen - so wie es über Jahrhunderte üblich war. Leimfarben werden aus Wasser, pflanzlichem Leim und Pigmenten gemischt. Aber Vorsicht: Diese Farbe ist nicht wasserfest und sollte daher nicht in Feuchträumen verwendet werden. Kalkkasein-Farben werden aus Pigmenten, Magerquark und Sumpfkalk hergestellt und sind wasserfest. Die Farbnuancen werden durch die Verwendung verschiedener Pigmente, wie Kreide, Marmormehl oder bunte Erd- und Mineralpigmente, erzeugt. Die Beimischung von Kalk- und Silikatfarben hat zusätzlich eine antibakterielle Wirkung und hemmt die Schimmelbildung.

Fußboden

Der zweite Blick beim Betreten eines Bioladens fällt meistens auf den Fußboden. Auch hier kommen verschiedene Baumaterialien in Frage. Sehr gut geeignet sind Holzböden, deren Holz möglichst aus nachhaltiger Produktion (zum Beispiel FSC-zertifiziert) stammt. Holzfußböden verbreiten eine warme Atmosphäre und passen hervorragend zum Gesamtkonzept eines Bioladens.

Sehr strapazierfähig und pflegeleicht sind Linoleumböden, die es in breiter Farbauswahlpalette gibt. Das Material besteht meist aus Leinsamen, Leinöl, Harz, Kork, Kalkstein und Holzmehl, also aus nachwachsenden Rohstoffen. Fliesen sind in einem Ladengeschäft oft die idealen Fußbodenbeläge. Keramikfliesen sind sehr strapazierfähig und kratzfest, auch sehr pflegeleicht. Durch ein geschicktes Kombinieren verschiedener Bodengestaltungselemente kann man die unterschiedlichen Sortimentsbereiche sehr gut optisch voneinander abgrenzen.

Warenträger und ihre Anordnung im Raum

Die Wahl der Regale sollte bei einer Neugründung mit großer Sorgfalt bedacht werden, bei einer Renovierung wird der Bestand ergänzt und gegebenenfalls umgestaltet. Hier sollten Regalsysteme verwendet werden, die mit ihrem Material in das Gestaltungskonzept passen. Dabei sollten gerade im Frischebereich Funktionalität und Optik nicht zueinander im Widerspruch stehen und die positive Wahrnehmung durch den Kunden verstärken.

Beleuchtung

Die Qualität der Beleuchtung wird auf der bewussten und unbewussten Ebene wahrgenommen. Die Lichtintensität und die Farbe des Lichts tragen in hohem Maße dazu bei, dass ein Kunde sich wohlfühlt. Im Frischebereich unterstreicht ein kühler, klarer Farbton die Sauberkeit, ein insgesamt gedämpftes Licht mit Punktbeleuchtung auf die einzelnen Regale unterstreicht im Bereich der Kosmetik oder in der Weinecke den hochwertigen Charakter der Produkte und lädt zum Verweilen ein. Mit dem Einsatz unterschiedlicher Energiesparlampen oder LED-Lampen können verschiedene Helligkeits- und Lichtwärmegrade erzeugt werden.


Natürliche Farben - Anstriche und Verputze selber herstellen
Gerd Ziesemann, Martin Krampfer und Heinz Knieriemen
AT Verlag, CH-5000 Aarau, 2002
ISBN-10: 3855028001
ISBN-13: 978-3855025237

Letzte Aktualisierung: 26.10.2015