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Frischfischkauf – eine Vertrauenssache

Die Lagerung von Frischfisch ist sensibel und die Kundschaft ist es auch. Läden, die sich mit der Vermarktung von Frischfisch profilieren möchten, sollten sich grundsätzlich überlegen, wie sie die Anforderungen, die die Ware und die Kundinnen und Kunden stellen, gleichermaßen erfüllen können.

Selbstbedienungs-Sortiment als Einstieg

Tellergericht: Gebratene Garnele und Rotbarbe auf Sommergemüse, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Biofisch ist eines der Trendprodukte für den Sommer. Foto: Thomas Stephan, BLE

Ein einfacher Einstieg ist mit verpacktem, beispielsweise in Schalen versiegeltem Frischfisch möglich. Die Ware muss, wie andere frische Ware auch, gekühlt präsentiert werden. Das vom Hersteller angegebene Verbrauchsdatum gibt eine Orientierung: Spätestens wenn dieses erreicht ist, ist vom Verkauf der Ware abzusehen. Auch muss Fisch nicht permanent im Sortiment gehalten werden. Denkbar ist auch, Frischfisch zunächst nur an bestimmten Wochentagen anzubieten, beispielsweise von Donnerstag bis Samstag. Die Fläche in der Kühltheke kann an den anderen Tagen gut mit anderen Waren befüllt werden.

Fischverkauf für Fortgeschrittene: Bedientheken

Frischer Biofisch auf Eis, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Biofisch ist weiterhin Mangelware. Foto: NürnbergMesse/Thomas Geiger

Schwieriger ist die Vermarktung von Fisch in der Bedientheke. Neben baulichen Voraussetzungen, zum Beispiel der Anschaffung einer Kühltheke, die eine Eisschüttung ermöglicht, erfordert dies auch eine besonders umfangreiche Schulung der Mitarbeitenden. Was allen Beteiligten unbedingt vermittelt werden muss: Die Theke muss regelmäßig gepflegt werden. Dazu gehört unter anderem: Das Eis wechseln, den Fisch befeuchten und die Frische des Fisches überprüfen.

Insbesondere bei der Einführung eines Fischsortiments ist damit zu rechnen, dass es aufgrund einer schleppenden Nachfrage zu regelmäßiger Abschreibung von Ware kommt. Wenn diese Situation rechtzeitig erkannt wird, können Produkte zum Beispiel umgearbeitet und weiterverarbeitet werden und somit der Kundschaft attraktiv angeboten werden.

Im Fischhandel hat sich eine spezielle Verkaufsverpackung etabliert, die versiegelte Verpackung aus Alpamere-Folie. Vor den Augen der Kundschaft wird dabei aus einer vierlagigen Folie eine Tasche geschweißt, in der der Fisch verpackt und anschließend versiegelt wird. Das Verbundmaterial aus Aluminium und Polyethylen (PE) wirkt thermisch isolierend und ist zudem stabil. Der so verpackte Fisch kann tropfsicher und geruchsneutral transportiert werden; durch die Isolierung kann der Fisch auch im Sommer bis zu zwei Stunden die optimale Temperatur beibehalten. Alpamere-Verpackungen eignen sich auch zum Einfrieren von Fisch.

Regionale Partnerschaften stärken

Fällt die Wahl des Sortiments auf regionale Lieferanten, kann sich der Händler zusätzlich profilieren. Zu einem Erfolg für beide Seiten können gemeinsame Verkaufsförderungsaktionen beitragen, zum Beispiel ein Teichfest beim Forellenzüchter oder eine Verkostungsaktion im Laden.

Wenn's dann doch nicht alles in Bioqualität gibt…

…sollte doch stets auf die Transparenz geachtet werden. Händlerinnen und Händler, die ihr Biofischsortiment mit Ware aus nachhaltiger Fischerei ergänzen möchten, können sich an einer Vielzahl von Zertifizierungen orientieren. Von "MSC" (Marine Stewardship Council) über "Naturland/Wildfisch" bis hin zu "delfinsicher gefangenen Produkten" gibt es unterschiedliche Zertifizierungsverfahren. Wichtig ist eine eindeutige Kennzeichnung an der Ware, so dass die Kundin oder der Kunde erkennt, bei welchen der Fische es sich zum Beispiel um Ware aus biozertifizierter Aquakultur und bei welchen um zertifizierten Wildfang handelt. Auch sollte das Verkaufspersonal Auskunft zu den Zertifizierungsgrundlagen geben können.


Letzte Aktualisierung: 21.10.2015