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Bio oder regional? Am besten Bio aus der Region!

Tabelle zu den Kriterien bei der Auswahl von Lebensmitteln. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Für den Kauf von Lebensmitteln ist wichtig, dass sie schmecken. Quelle: SMUL

Bei der Auswahl von Lebensmitteln spielen ganz unterschiedliche Kriterien eine Rolle. Dass sie schmecken, ist den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland wichtig. Doch welche Bedeutung hat es, dass Lebensmittel ökologisch erzeugt werden oder aus der Region stammen? Existieren Wechselwirkungen zwischen diesen Produkteigenschaften? Die Verbraucher- und Marktstudie "Wie regional is(s)t Sachsen?" des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) hat unter anderem diese Fragestellungen untersucht.

Im Rahmen einer bundesweiten Umfrage wurden 1.299 Verbraucherinnen und Verbraucher hinsichtlich ihrer Einstellungen und Kaufmotive befragt. Die Befragung richtete sich an haushaltsführende Personen im Alter von 18 bis 70 Jahren. Fast 84 Prozent von ihnen stimmen dem Statement "Ich kaufe, was mir schmeckt" zu. Darauf zu achten, dass es preiswert ist, räumen gut 57 Prozent ein.

Regional ist gefragt, aber nicht eindeutig zu definieren

Rund 52 Prozent der Befragten geben an, Wert auf regionale Lebensmittel zu legen. Mit diesen verbinden sie insbesondere kurze Transportwege, Frische und Saisonalität. Zudem bietet Regionalität auch einen Gegenpol zur industriellen und globalisierten Produktion, der sich unter anderem in dem Bestreben äußert, die heimische Wirtschaft zu unterstützen.

Allerdings ist der Begriff "regional" nicht eindeutig zu definieren. Die einen denken dabei an einen bestimmten Umkreis um den Ort, in dem sie leben, andere an das Bundesland oder einen bestimmten Landstrich. Einmal wird Region großzügig mit Deutschland übersetzt, ein anderes Mal ganz eng mit dem eigenen Wohnort. Zudem nennt jeder Befragte durchschnittlich zwei mögliche Definitionen.

Bio bedient andere Verbraucherwünsche

Immerhin ein gutes Drittel der haushaltsführenden Personen in Deutschland legt beim Einkauf von Lebensmitteln Wert darauf, dass sie ökologisch erzeugt wurden. Mit Biolebensmitteln verbinden Verbraucherinnen und Verbrauchern insbesondere die folgenden Aspekte: Weniger Zusatz- und Verarbeitungsstoffe, frei von Gentechnik, artgerechte Tierhaltung und Umweltschutz. Sie verbinden mit ökologisch erzeugten Produkte aber auch höhere Preise. Vor allem dieser Aspekt wird als Grund angeführt, nicht mehr davon zu kaufen. An zweiter Stelle folgt jedoch bereits, dass diese Erzeugnisse nicht aus der Region stammen.

Im direkten Vergleich zwischen regionalen und ökologisch erzeugten Lebensmitteln werden Produkte aus der Region von zwei Drittel der Befragten bevorzugt. Lediglich 22 Prozent würden das Biolebensmittel bevorzugen, weitere zwölf Prozent sind unentschlossen. Die Herkunft des Produktes ist damit für die Konsumentinnen und Konsumenten wichtiger als die Produktionsweise.

Allerdings unterstützen sich die beiden Eigenschaften gegenseitig. Für sechs von zehn Personen sind ökologisch erzeugte Lebensmittel noch attraktiver, wenn sie aus der Region stammen. Genauso hoch ist der Anteil derer, für die Lebensmittel aus der Region an Attraktivität gewinnen, wenn sie ökologisch erzeugt wurden.

Punkten können demnach direktvermarktende Biobetriebe. Für Ladnerinnen und Ladner bedeutet dieses Ergebnis, dass Biolebensmittel aus der Region zusätzliches Potenzial bieten. Wichtig ist jedoch, dass – auch dies ist eine Erkenntnis der Verbraucher- und Marktstudie – die regionale Herkunft von den Verbraucherinnen und Verbrauchern schnell erkannt werden kann.


Letzte Aktualisierung: 03.12.2018