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BIOFACH: Trends 2018

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Wer sich auf der Biofach über die Vorzüge von Bioolivenöl überzeugen wollte, hatte in der Erlebniswelt Olivenöl die Möglichkeit dazu. Foto: Henriette Quaing, AMI

Die BIOFACH in Nürnberg ist die Weltleitmesse für Bioprodukte. Rund 50.000 Fachbesucherinnen und -besucher aus über 130 Ländern waren im Februar 2018 auf dem Nürnberger Messegelände. Die Messe bot allen Interessierten eine perfekte Gelegenheit, sich über die neuesten internationalen Branchentrends zu informieren. Öl-Spezialitäten, Proteinprodukte und die Geschmacksrichtung Kurkuma zählten zu den Messe-Trends 2018.

Hochwertige und geschmackvolle Öle

Von Klassikern für die Alltagsküche über Gourmet-Produkte wie exotisches Kokos- oder Mohnöl bis hin zu Vital-Ölen zur Nahrungsergänzung: Das Interesse an hochwertigen Ölen ist ungebrochen und das Sortiment umfasst mittlerweile eine Vielzahl an Ölen in Bioqualität. Klassische Öle, wie das Olivenöl, werden zum Beispiel mit Trüffel, Basilikum oder Zitrone verfeinert. Neue Produkte werden aus Avocado, Distel, Macadamia und Mandeln hergestellt. Hanföl punktet aufgrund seines Fettsäurespektrums und war auf der BIOFACH am Neuheitenstand zum Beispiel von Schneekoppe zu finden. Auffällig ist, dass immer häufiger Öle mit einem Nutzen für spezielle Bedürfnisse beworben werden, wie etwa eine mit Algenöl angereicherte Ölmischung von SA Bordoni für Kinder oder das durchblutungsfördernde Omega Pink Vitalöl von Bio Planète für Frauen.

Proteine – wahre Kraftpakete

Verschiedenste Proteinprodukte waren ebenfalls eine häufig gesehenes Messeneuheit. Beworben werden Sie als Nahrungsergänzung für Menschen mit einem erhöhten Eiweißbedarf, wie zum Beispiel sportlich Aktive, Heranwachsende, Schwangere, Seniorinnen und Senioren und Veganerinnen und Veganer. Die pflanzlichen Protein-Mehle von Bio Planète entstehen aus verschiedenen Saaten, Kernen und Nüssen, die bei der Ölpressung verarbeitet werde. Sie werden verwendet füreiweißbetontes Backen oder als glutenfreier Ersatz für andere Mehle. Angereichert mit natürlichen Zutaten wie zum Beispiel Früchten entstehen aus den Mehlen fertige Protein-Pulver zur Nahrungsergänzung. Auch in Riegeln und anderen Snacks finden die Proteinpulver zunehmend Verwendung.

Kurkuma erobert die Biolebensmittelwelt

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Der Bio-Kongress auf der Biofach bietet jährlich eine Vielzahl an Vorträgen zu aktuellen Themen. Foto: Henriette Quaing, AMI

Knallige Farben scheinen ein absoluter Trend zu sein. Das kommt der gelben Kurkuma-Wurzel zugute. Ursprünglich bekannt aus der orientalischen und indischen Küche, werden die Wurzel und das gemahlene Gewürz bereits seit Jahren in Deutschland in Bioqualität angeboten. Inzwischen findet man es aber auch in Getränken (zum Beispiel Kurkuma Latte von Naduria, Kurkumasaft von Voelkel oder Kurkurma-Ingwer-Galgant-Tee von pukka), in Cerealien (Crunchy Kurkurma von Bio Lifestyle) oder in Form von Tofu (Tofu Curcuma von Taifun). Auch der fermentierte Biokohl von completeorganics funktioniert in der Dreiecksbeziehung mit Kurkurma und Kreuzkümmel. Für den Hype ist vor allem der Wirkstoff Curcumin verantwortlich, dem nicht nur eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird, er soll auch das Herz- und Schlaganfallrisiko minimieren und das Wachstum von Krebszellen hemmen.

Algen in Gewürzen, Pesto oder Pasta, die Vitaminisierung von Lebensmitteln und globale Schwerpunktprodukte in regionaler Ausprägung sind weiterhin im Trend. Zu letzterem zählt zum Beispiel Quinoa-Mehl aus Deutschland, dessen traditionelle Herkunftsregion eigentlich die Anden sind. Dem Wunsch der Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland nach einer umfassenden Versorgung mit Vitaminen und Mineralien und damit nach einer ganzjährig vielfältigen Auswahl an Früchten erfüllen verschiedene Anbieter mit gefriergetrockneten Früchten. So zum Beispiel auch das junge Unternehmen buah, welches ausschließlich vollreif geerntete Früchte verwendet und diesen bei der Gefriertrocknung lediglich Wasser entzieht, ohne irgendwas hinzuzusetzen: Kein Zucker, keine Konservierungsstoffe, keine Farbstoffe. Auf diesem Weg bleibt die Rohkostqualität der Früchte erhalten.

Neue Sonderschau zur Biozüchtung

Neben den Produktneuheiten stand die nächste Generation der Bio-Branche mit ihren Plänen und Visionen im Mittelpunkt der BIOFACH 2018. Diskutiert wurde unter anderem, mit welchen Ideen die nächste Generation die Bioidee in der Produktion und am Markt weiterentwickeln möchte und wie der Generationenübergang erfolgreich gestaltet werden kann. Weltweit sind Biolandwirtinnen und -landwirte im Durchschnitt jünger als ihre konventionellen Kolleginnen und Kollegen. Auch ihr Anteil bei Berufseinsteigenden ist höher. Erfahrungsaustausch und Beratung sind wichtige Instrumente, um sie zu bestehen.

Die neue Sonderschau "Treffpunkt Bio von Anfang an" hat das Thema Biozüchtung bei Pflanzen und Tieren in den Blick genommen. Hier wurde zum Beispiel diskutiert, ob Produkte, die die Artenvielfalt erhalten, eine Chance zur weiteren Profilierung im Ökobereich bieten. Erfolgreiche Vermarktungskonzepte für in ihrem Bestand gefährdete Nutztierrassen könnten sowohl dem Handel als auch den Produzentinnen und Produzenten dienen. Bezahlen Konsumentinnnen und Konsumenten mehr Geld für tierische Lebensmittel beim Einsatz regionaler Futtermittel? Wie das Kriterium der Futtermittelherkunft in die Deklaration der regionalen Herkunft von Lebensmitteln tierischen Ursprungs eingebunden werden kann wurde ebenfalls diskutiert.

Das nächste Mal trifft sich die internationale Branche zur BIOFACH vom 13. – 16. Februar 2019.


Letzte Aktualisierung: 07.03.2018