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Quinoa und Amarant erobern den Markt

Verschiedene Pseudogetreideprodukte im Regal. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Das Sortiment an Quinoa und Amarant ist in Bioläden groß. Foto: Juliane Michels, AMI

Quinoa gehört zu den Gänsefußgewächsen und kommt ursprünglich aus Südamerika. Bereits die Inkas haben das Korn angebaut. Mit niedrigen Ansprüchen an den Standort ist es optimal an die Anbauregion der Anden angepasst. Auch heute noch sind die Hauptanbauländer Bolivien, Peru und Ecuador. Ein Großteil der in Deutschland angebotenen Quinoa ist daher Importware. Deutschland führte 2017 laut dem Statistischen Bundesamt rund 6.000 Tonnen Quinoa aus konventioneller und ökologischer Erzeugung ein. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich die Einfuhrmenge dabei mehr als verneunfacht. Hauptlieferländer waren Bolivien und Peru.

Hohe Produktauswahl an Quinoa in Bioläden

Die größte Auswahl an Produkten mit Quinoa findet man in Bioläden. Dort wird Quinoa in unterschiedlichen Packungsgrößen und Zubereitungsformen angeboten. Quinoa als alternative Beilage (anstatt Nudeln oder Reis) wird in verschiedenen Sorten oder auch gemischt in den Filialen geführt. In gepuffter Form kann es Müsli ergänzen. Zudem werden von unterschiedlichen Firmen wie zum Beispiel Davert oder Alnatura auch fertige Mischungen aus Quinoa mit getrocknetem Gemüse und Kräutern zum Anrühren angeboten. Fertiggerichte spielen also auch hier eine Rolle. Die Bioläden führen zudem Müsliriegel mit Quinoa, gerne in Kassennähe. Die steigende Beliebtheit von Quinoa hat auch damit zu tun, dass Quinoa glutenfrei ist. Aufgrund seines hohen Eiweißgehaltes und der vielen Nährstoffe gilt Quinoa als Superfood.

In Bioläden sticht noch eine Besonderheit ins Auge: Quinoa aus Deutschland. Zumindest in vereinzelten Bioläden ist das Inkakorn mit Ursprung in Deutschland zu finden. Die eher anspruchslose Pflanze wächst vereinzelt somit auch hier. Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher auf ihren ökologischen Fußabdruck achten und Importware vermeiden möchten, werden sie in Bioläden fündig. Allerdings stellt Quinoa aus Deutschland lediglich ein Nischenprodukt dar.

In Drogeriemärkten ist Quinoa ebenfalls vertreten. Auch hier ist die Auswahl an verschiedenen Quinoa-Produkten groß, zumeist in Bioqualität. Die klassischen Filialen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) haben ebenfalls auf den Quinoa Trend reagiert. Hier findet sich Quinoa als Beilage oder auch gepufft in vielen Geschäften. Oftmals stammt die hier angebotene Ware aus ökologischer Erzeugung. Zumeist fällt die Auswahl jedoch kleiner als in den Bioläden. Zudem bietet der LEH vermehrt Fertigprodukte mit Quinoa an: Fertig-Salate zum Mitnehmen, vegetarische Grünkohlburger mit Quinoapanade oder auch Fisch paniert mit Quinoa sind im Kühl- oder Tiefkühlregal zu finden. Dann jedoch aus konventioneller Produktion. Bei Discountern fällt die Auswahl mit Abstand am geringsten aus. Häufig wird (Bio-)Quinoa nur in bestimmten Aktionszeiträumen angeboten. Je nach Filiale wird auch eine mehr oder weniger große Auswahl an Fertig-Salaten in der Kühltheke angeboten.

Amarant ergänzt vor allem Müsli

Eine weiteres Pseudogetreide, welches immer häufiger in den Regalen des Handels zu finden ist, ist Amarant. Es stammt ursprünglich aus Südamerika. Botanisch zählt Amarant zu den Fuchsschwanzgewächsen und ist damit ebenfalls glutenfrei. Heute sind die Hauptanbaugebiete Südamerika, Russland und China.

Eine große Auswahl an Produkten mit Amarant ist im Naturkosthandel vertreten. Reines Amarant wird von verschiedenen Herstellern angeboten, auch in gepufferter Form. Besonders häufig ist Amarant jedoch als Zutat in Biomüslis in verschiedenen Varianten zu finden. Auch Müsliriegel als Snack zwischendurch werden mit Amarant hergestellt. Zudem werden Mais- und Reiswaffeln mit dem Pseudogetreide angereichert. Und auch hier halten einige Bioläden ein regionales Angebot vor: Die Firma Rapunzel setzt mit dem Produkt "Alpen Amaranth" aus Österreich auf eine biologische Anbauweise und kürzere Transportwege.

Drogeriemärkte führen ebenfalls Amarant. Von nicht verarbeitet über gepufft und zugesetzt in Müslis und Fertigprodukten fällt die Auswahl auch hier groß aus. Größtenteils stammen diese Produkte aus biologischer Erzeugung. Im konventionellen LEH finden die Verbraucherinnen und Verbraucher ebenfalls Amarant. Pures Amarant wird dann meistens von ein oder zwei verschiedenen Herstellern in Bioqualität angeboten. Vereinzelt ist es auch dort in Biomüslis zu finden, allerdings ist die Auswahl gegenüber den Bioläden bedeutend bescheidener. Auch Müsliriegel mit Amarant bilden hier noch die Ausnahme. In Discountern ist Amarant seltener zu finden, höchstens in Aktionen und dann zeitlich begrenzt. Auch im Verzehrfertigen-Bereich scheint es eine kleinere Rolle zu spielen als Quinoa.


Letzte Aktualisierung: 08.10.2018