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Bio-Vielfalt auf Messen

Messen bringen den regionalen, bundesweiten und internationalen Handel sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren an einem Standort zusammen. Sie bilden eine unabhängige Branchenplattform und präsentieren das gesamte Bioangebot für den Fachhandel. Für die Biobranche gibt es eine große Vielzahl an Messen in Deutschland, die ausschließlich Bioausstellern eine Plattform bieten. Doch auch auf den Messen der konventionellen Lebensmittelbranche ist Bio mehr und mehr präsent.

BIOFACH

Wer Handel mit Bioprodukten betreibt, muss sich auf Messen präsentieren, aber auch umfassend über das Angebot anderer Handelspartner informieren. Auch die neusten Trends und Neuheiten erhalten auf den Messen großen Raum. Die BIOFACH ist die Weltleitmesse für Biolebensmittel und das internationale Biobranchentreffen. Fast 3.000 Aussteller und über 50.000 Besucherinnen und Besucher (inklusive VIVANESS) treffen sich alljährlich im Februar zur BIOFACH in Nürnberg.

In den Nürnberger Messehallen kann sich die Branche austauschen und Kontakte aus aller Welt knüpfen. Ein Schwerpunkt der BIOFACH ist sicherlich der mehrtägige Kongress. Unter dem Motto "Next Generation" wird 2018 in verschiedenen Kongressforen aus der Praxis für die Praxis Wissen vermittelt und ausgetauscht. Biopionierinnen und -pioniere, Expertinnen und Experten und Brancheninsider diskutieren, referieren und begegnen sich auf dem BIOFACH Kongress. Der internationale Schirmherr, IFOAM – Organics International, sowie der nationale ideelle Träger, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), gestalten gemeinsam mit der Weltleitmesse das Schwerpunktthema "Next Generation".

Während die jetzige Generation der Biobranche quer eingestiegen ist, wachsen heute viele Unternehmerinnen und Unternehmer bereits mit Bio auf. Der Generationsübergang in den Unternehmen stellt eine große Herausforderung dar. Der Erfahrungsaustausch und die Beratung sind wichtige Instrumente, um sie zu bestehen. Voraussetzung dafür ist auch eine gute, auf die Bedürfnisse der Branche zugeschnittene Ausbildung. Für die BIOFACH 2018 hat der bio verlag für die Veranstaltung "Neu inspiriert – Frische Erfolgskonzepte von jungen Unternehmen" sechs Start-up Unternehmen – drei Einzelhändler und drei Hersteller – eingeladen, die ihre neuartigen Konzepte präsentieren. Besucherinnen und Besucher haben hier die Möglichkeit, sich mit den Start-Ups auszutauschen, Anregungen zu sammeln und selbst neue Ideen zu entwickeln. 

Internationale Grüne Woche

Messebesucherin zeigt auf das Bio-Siegel. Klick führt zu Großansicht in neuem Fenster.
Bio als bedeutendes Thema auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Foto: Dominic Menzler, BLE

Die Internationale Grüne Woche Berlin gehört zu den weltweit größten Messen für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau und ist gleichzeitig die besucherstärkste Messe in der Hauptstadt. Für die bevorstehende Grüne Woche erwartet die Messe Berlin mehr als 1.600 Aussteller aus rund 65 verschiedenen Ländern sowie über 400.000 Fach- und Privatbesucherinnen und -besucher. Im Rahmen der Messe werden weiterhin zahlreiche fachbezogene Tagungen, Konferenzen, Seminare und Workshops angeboten. Die Grüne Woche richtet sich insbesondere an Verbraucherinnen und Verbraucher, bietet aber auch zahlreiche fachbezogene Tagungen, Konferenzen, Seminare und Workshops an.  

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche vergibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auch 2018 den Preis für den Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau. Mit dem bis 22.500 Euro dotierten Preis werden besonders nachhaltige gesamtbetriebliche Konzeptionen oder praxisbewährte innovative Leistungen im Ökolandbau ausgezeichnet.

Fruit Logistica

Die Fruit Logistica ist die internationale Leitmesse des Fruchthandels, auf der das ganze Spektrum des Sektors Obst und Gemüse ausgestellt wird. Sie wird seit 1993 von der Messe Berlin ausgerichtet. Auch der Biohandel nimmt im Rahmen der Fruit Logistica immer mehr Raum ein. Damit die Fachbesucherinnen und -besucher die Anbieter von Bioprodukten inmitten der über 2.700 Aussteller optimal wahrnehmen, bietet die Fruit Logistica mit der "Organic-Route" einen speziellen Service an. Es handelt sich dabei um Online-Tools, mit deren Hilfe die Fachbesucherinnen und -besucher im Virtual Market Place alle Anbieter aus diesen Bereichen gezielt suchen und in ihren persönlichen Messeplaner aufnehmen können. Spezielle Broschüren dazu liegen auch vor Ort für alle Interessierten bereit.

Food ingredients Europa

Die Messen Food ingredients Europe und Natural ingredients finden alle zwei Jahre, zuletzt vom 28. bis 30. November 2017 in Frankfurt, statt. Die Messen richten sich an Hersteller von Lebensmitteln und Getränken in allen Produktbereichen, sind aber auch für Händlerinnen und Händler interessant. Gerade im Bereich der natürlichen Inhaltsstoffe gab es 2017 eine rege Beteiligung der Anbieter von Bioprodukten. Diese waren teilweise im Organic Pavillion in der Halle 11.1 zu finden, daneben gab es aber auch in den übrigen drei Hallen unter den insgesamt gut 1.500 Ausstellern ein reichliches Angebot von Biolebensmittelkomponenten. Teilweise werden diese auch direkt an Verbraucherinnen und Verbraucher verkauft, der Schwerpunkt liegt aber bei der Weiterverarbeitung. Für Händlerinnen und Händler ist es sicherlich interessant zu erfahren, welche Lösungen es bei der Herstellung von Biolebensmitteln bereits gibt. Mit diesem Wissen ausgestattet, können dann realistische Anforderungen an Lieferantinnen und Lieferanten gestellt werden.

Anuga – die weltgrößte Fachmesse für Lebensmittel und Getränke

Einen Überblick über das Weltmarktangebot an Bioprodukten bietet die Anuga, die alle zwei Jahre in Köln stattfindet. 2017 haben dort mehr als 7.400 Unternehmen aus über 100 Ländern Produkte aus allen Kategorien präsentiert. Neben der Präsentation innovativer Produkte, stehen die neuesten Trends im Handel mit Lebensmitteln im Mittelpunkt der Messe. Zu den diesjährigen Trendthemen gehörten beispielsweise Proteinhaltige Nahrungsmittel und Getränke, Produktneuheiten zum Thema "Superfoods" sowie zahlreiche neue Ready-to Go / Ready-to-eat-Ideen. Nachhaltige Konzepte sowie Bioprodukte waren ebenfalls weiter gefragt, auch vegetarische und vegane Themen setzten wieder Akzente. Für Bioprodukte gibt es die "Anuga Organic Halle", in der ausschließlich Produkte dargestellt werden, für die der Nachweis einer anerkannten, im Markt üblichen Biozertifizierung vorgelegt werden kann. In der "Sonderschau Anuga Organic Market" wird aus der Theorie erlebbare Praxis, wenn in einem anschaulichen Umfeld rund 2.000 Bioprodukte Supermarktreif präsentiert werden. Diese Sonderschau dient nicht nur als Ideenbörse, sondern wird auch als Kontaktplattform zwischen Anbieter und Nachfrager genutzt. Im "Anuga OliveOil Market" werden zahlreiche Olivenöle unterschiedlichster Herkunft zur Verkostung angeboten, Fachleute aus der Olivenöl-Branche unterstützen mit Hintergrundinformationen zu Anbau, Sorten und Herstellung. Für Biointeressierte abgerundet wird die Anuga durch das Biokompetenzzentrum, welches zu Vorträgen und Diskussionen von und für Fachleute aus der Biobranche einlädt. Vertrauensbildung zwischen Händlerinnen und Händlern und der Kundschaft war 2017 nur eines von vielen Themen.

Regionale Biomessen

Logo Biomessen.

Ausschließlich an Fachbesucherinnen und -besucher, unter anderem aus Naturkost- und Reformwarenhandel, Bio-Supermärkten, selbstständigem Einzelhandel/Spezialitätenhandel und Gastronomie richten sich die vier BioMessen BioNord, BioSüd, BioWest und BioOst. Zu den Ausstellern zählen sowohl die bundesweiten Lieferanten des Biofachhandels aus den Bereichen Biolebensmittel und Naturkosmetik als auch der entsprechende Großhandel. Auch regionale Anbieter und handwerklich arbeitende Betriebe wie zum Beispiel Weingüter, Käsereien und Imkereien sind hier vertreten.  

Die Anbauverbände des Ökolandbaus (unter anderem Bioland, Biokreis, Demeter, Naturland) präsentieren sich auf Gemeinschaftsflächen mit zahlreichen Unterausstellern. Durchschnittlich zwei Drittel der Fachbesucherinnen und -besucher auf den BioMessen sind direkt im Einzelhandel tätig. Alle auf den BioMessen ausgestellten Produkte unterliegen klaren Kriterien und Zertifizierungsanforderungen, die sich an den Sortimentsrichtlinien des Bundesverbands Naturkost Naturwaren e.V. (BNN) orientieren. Der Neuheitenstand zeigt Trends aus dem Bereich der Biolebensmittel, Naturkosmetik und Nahrungsergänzungsmittel und junge Biofirmen gruppieren sich mit ihren Sortimenten am "MacherMarkt". Viel input für die Fachbesucherin und den Fachbesucher bieten auch die Podiumsdiskussionen. Themen im Jahr 2017 waren hier unter anderem, wie das inhabergeführte Naturkostfachgeschäft dem derzeitigen strukturellen Umbruch im Biofachhandel begegnet und sich optimal im Markt präsentieren kann oder welche Rolle die Sortimentsgestaltung für die Identität eines Fachgeschäftes spielt. Dass Bio-Handelsmarken zwar einen Preiseinstieg bieten, dabei gleichzeitig aber nicht auf Hersteller und Herkunft der Rohstoffe rückgeschlossen werden kann wurde ebenso erörtert wie die wachsende Verfügbarkeit von "Verbandsware" für den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel. Während der Fachhandel durch diese Entwicklung einerseits sein Alleinstellungsmerkmal verliert, muss er um "Bio für alle" zu erreichen mit solchen Situationen konstruktiv umgehen können. Alle vier BioMessen sind klimaneutral.

Förderung von Messen und Ausstellungen 

Im Rahmen der "Richtlinie zur Förderung von Messe- und Ausstellungsbeiträgen zum ökologischen Landbau und zu seinen Erzeugnissen vom 17. September 2014" fördert das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) Auftritte auf überregionalen oder internationalen Messen und Ausstellungen. Gefördert werden ökologisch wirtschaftende Unternehmen, aber auch Vereine und Verbände. Entscheidend dabei ist, dass die Auftritte dazu geeignet sind, die Besucherinnen und Besucher an den ökologischen Landbau und die ökologische Lebensmittelwirtschaft heranzuführen. Der Förderschwerpunkt liegt auf Fachmessen der Ernährungs- und Landwirtschaft. Auftritte auf Messen oder Ausstellungen mit dem Fokus auf Bioprodukte werden nicht gefördert.


Letzte Aktualisierung: 03.01.2018