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Situation des Ökolandbaus in Deutschland - Marktstudie 2017

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Der Ökolandbau in Deutschland hat 2017 deutlich an Boden gewonnen. Die Bio-Fläche ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 122.000 Hektar (+ 9,7 Prozent) gewachsen. Die Ackerflächen wurden das zweite Jahr in Folge ausgeweitet: Von 510.000 Hektar im Jahr 2016 auf 560.000 Hektar im Jahr 2017. Zu diesem Flächenplus beigetragen haben die neuen Bio-Milchviehbetriebe, die ihre Ackerflächen zur eigenen Futterversorgung umgestellt haben. Die Ackerflächen machten 2017 rund 41 Prozent der gesamten ökologisch bewirtschafteten Fläche aus. Ein Flächenplus gab es auch bei den Grünlandflächen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden sie um 70.000 Hektar (10,1 Prozent) erweitert.

Mehr Getreide

Die Bio-Getreideflächen sind von 2016 auf 2017 deutlich gewachsen. Mit einem Flächenplus von 28.000 Hektar fiel die Ausdehnung der Flächen mehr als doppelt so groß wie im Vorjahr aus, als 12.000 Hektar dazukamen. Somit wurden 2017 rund 4,3 Prozent der deutschen Getreideflächen ökologisch bewirtschaftet. Durch die neuen viehhaltenden Betriebe ist die Nachfrage nach Futtergetreide und Eiweißfuttermitteln gestiegen. Während der Anbau der meisten Getreidearten ausgedehnt wurde, sind die Dinkelflächen wieder zurückgegangen. Auch die Ölsaatenflächen sind auf 13.100 Hektar gestiegen, was allerdings trotzdem nur ein Prozent der deutschen Ölsaatenflächen darstellt.

Bio-Kartoffelfläche wurde ausgeweitet

Mit insgesamt 8.900 Hektar Bio-Kartoffeln wurden 2017 rund 3,6 Prozent der deutschen Kartoffelfläche nach Öko-Richtlinien bewirtschaftet. In Niedersachsen, dem Hauptanbaugebiet für Bio-Kartoffeln, ergibt die Auswertung einen Flächenanstieg von rund sieben Prozent zum Vorjahr. In Sachsen, Thüringen und Hessen wurden etwas weniger Bio-Kartoffeln angebaut. Der Flächenanstieg resultiert sowohl aus dem forcierten Anbau von Stärkekartoffeln, aber auch dem übrigen Verarbeitungsrohstoff, als auch einer Ausdehnung der Speisekartoffelfläche.

Mehr Gemüse, kleinere Obsternte

Auch Gemüse trug mit größeren Ernten wesentlich zu den höheren Erlösen bei. Eine stark eingeschränkte Obsternte schlug bei den Verkaufserlösen der Biolandwirtinnen und -landwirte jedoch negativ zu Buche.

Die deutsche Bio-Gemüsefläche ist 2017 ein weiteres Mal gewachsen und erreichte mit 13.700 Hektar eine Rekordhöhe. Der Anteil der Bio-Gemüsefläche am gesamten Gemüsebau betrug damit 11 Prozent. Die Bio-Gemüseernte 2017 überstieg die schon große Ernte 2016 um weitere 14 Prozent. Das höhere Angebot wurde zu stabilen Preisen vermarktet. Insbesondere Fruchtgemüse aus dem Unterglasanbau und auch Kohlgemüse haben mit größeren Erntemengen mehr Erlöse für die Biolandwirtinnen und -landwirte eingebracht.

In Deutschland wurden 2017 über 7.540 Hektar Baumobst nach Öko-Richtlinien bewirtschaftet. Dies entspricht einem Anteil von 15 Prozent an der gesamten deutschen Baumobstanbaufläche. Die größte Fläche nehmen mit 6.100 Hektar die Äpfel ein. Trotz des Flächenanstiegs fiel die Apfelernte 2017 klein aus, weil der Frost im Frühjahr großen Schaden angerichtet hat. Zwar wurden die Äpfel dann zu höheren Preisen verkauft, dennoch schmälerte die kleinere Verkaufsmenge den Geldbeutel der Obstbäuerinnen und -bauern. Das dürfte sich 2018 wieder umkehren, da die Erntemenge an Bio-Äpfeln deutlich gestiegen ist.

Bio-Landwirtschaft "pflanzlicher"

Im Jahr 2017 wurde durch den Verkauf von ökologisch erzeugtem Obst, Gemüse und Kartoffeln über ein Fünftel der Gesamterlöse der Biolandwirtinnen und -landwirte generiert. Im Vergleich zu den Erlösen der konventionell wirtschaftenden Kolleginnen und Kollegen ergibt sich bei dieser Produktgruppe ein Anteil von 12 Prozent. So kommen in der konventionellen Landwirtschaft 63 Prozent der Erlöse auf tierische Produkte und nur 37 Prozent auf pflanzliche Produkte. In der Biolandwirtschaft ist das Verhältnis 53 Prozent Tier zu 47 Prozent Pflanze.

Diagramm Verkaufserlöse, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

Mehr Bio-Tiere

Die Tierhaltung und insbesondere die Milchvielhaltung wurde 2017 deutlich ausgeweitet. So wurden 18 Prozent mehr Bio-Milchkühe, 13 Prozent mehr Bio-Mastschweine und 11 Prozent mehr Bio-Schlachtrinder in Deutschland gehalten. Den höchsten Bio-Anteil haben mit 24 Prozent nach wie vor die Bio-Mutterkühe. Nach einem starken Zuwachs 2016 sind die Bestände 2017 nicht weitergewachsen. Der hohe Anteil bedeutet aber nicht, dass alle Tiere auch als Biotiere verkauft werden. Trotzdem werden nach wie vor bei Weitem nicht alle Absetzer auch auf Biobetrieben gemästet, und insbesondere die Jungbullen gelangen häufig zur Mast auf konventionelle Betriebe.

Auch konventionelle Verkaufserlöse stiegen 2017

2017 erzielten auch die konventionellen Landwirtinnen und landwirte deutlich höhere Verkaufserlöse mit ihren Produkten. Sie erlösten 45,3 Milliarden EUR, und damit 10 Prozent mehr als im Jahr 2016. Insgesamt standen die Biolandwirtinnen und -landwirte für 4,9 Prozent der Verkaufserlöse der Landwirtschaft. Die Anteile einiger Bioprodukte an den gesamten Verkaufserlösen der Biolandwirtschaft unterscheiden sich von der prozentualen Verteilung der konventionellen Vergleichsprodukte an den gesamten Verkaufserlösen.

Besonders große Unterschiede zeigen sich bei den Bio-Eiern, die im Jahr 2017 rund 13 Prozent der Bio-Verkaufserlöse stellen, während das konventionelle Produkt gerade mal 3 Prozent zu den Verkaufserlösen beiträgt. Anders herum verhält es sich mit dem Anteil der Verkaufserlöse bei Fleisch. Hier kommen durch den Verkauf von konventionell erzeugtem Fleisch 34 Prozent der Verkaufserlöse in der gesamten Landwirtschaft zusammen. Bio-Fleisch stellt jedoch nur 18 Prozent der gesamten Bio-Verkaufserlöse.


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Letzte Aktualisierung: 31.10.2018