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Regionale Versorgungsketten – die Regionalwert AGs

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Bäuerliche Landwirtschaft in zeitgemäße Form bringen und sie auf ganze Regionen übertragen. Das sind die Regionalwert AGs. Bürgeraktien finanzieren regionale Versorgungsketten von der landwirtschaftlichen Produktion über die Verarbeitung bis zum Verkauf.

Die erste Regionalwert AG hat sich 2006 in Freiburg gegründet. Inzwischen gibt es vier weitere Regionalwert AGs: Isar-Inn (München), Hamburg, Rheinland und Berlin-Brandenburg. Drei weitere AGs sind in der Gründung: Bodensee-Oberschwaben, Oberfranken und Weser (Göttingen).

Wie funktioniert´s?

Bei den Regionalwert AGs geht es um die gesamte regionale Wertschöpfungskette. So nehmen also neben landwirtschaftlichen Betrieben auch Handwerksbetriebe wie Bäcker, Metzger, Hofkäsereien oder Mostereien daran teil. Die AGs sind nach geltendem deutschen Aktienrecht organisiert. Die Betriebe werden mit dem Finanzkapital der Bürgerinnen und Bürger ganz oder teilweise finanziert. Im Netzwerk sind die teilnehmenden Betriebe unternehmerisch selbstständig. Durch die Finanzierung können Start-Ups unterstützt oder außerfamiliäre Hofnachfolgen organisiert werden.

Dazu analysieren und bewerten die Regionalwert AGs die Ist-Situation der Unternehmen. Daraus entwickeln sie Handlungsalternativen, um die finanzielle Situation und damit die Zukunftsfähigkeit der teilnehmenden Betriebe zu verbessern. Sie unterstützen landwirtschaftliche Betriebe oder Lebensmittelhersteller bei der Erstellung von Geschäftsplänen und Kapitalbedarfsplanungen. Insbesondere junge Betriebe in Landwirtschaft und Verarbeitung sollen dabei unterstützt werden, sich eine solide wirtschaftliche Grundlage zu schaffen. Eine Regionalwert AG kann ihnen Investitionskapital, Know-how und eine kooperative Struktur bieten.

Eine Aktie hat in der Regel einen Nennwert von 500 Euro. In Freiburg, der ältesten Regionalwert AG, haben rund 700 Aktionäre circa 3,5 Millionen Euro in 20 Höfe, Weingüter und Ökomärkte investiert. Die 2016 gegründete Regionalwert AG Rheinland kommt 2018 schon auf etwa 800.000 Euro.

Die Aktien sind interessant für:

  • Menschen, die regionale Landwirtschaft aktiv mitgestalten wollen
  • Menschen, die ihr Geld in der Region anlegen wollen
  • Menschen, die selbst Land besitzen und es durch die Regionalwert AG treuhänderisch bewirtschaften lassen möchten
  • Menschen, die eine Existenz gründen wollen
  • Menschen, die Existenzgründern eine Chance geben möchten
  • Kommunen, die ihr Land einem kompetenten Partner überlassen möchten
  • Verbände, die die Ziele der AG unterstützen
  • Unternehmer, die ihren Betrieb in den Verbund der AG einbringen wollen
  • Unternehmer, für deren Unternehmen die Nachfolge nicht gesichert ist

Der Gewinn der Aktieninhaber besteht weniger aus der möglichen monetären Rendite – sie wird nach frühestens fünf Jahren erwartet und je nach Beschluss der Aktionäre neu investiert. Vielmehr leisten die Regionalaktien einen sozial-ökologischen Beitrag, wie die Sicherung der Nahrungsmittelqualität, die Erhaltung einer vielfältigen Kulturlandschaft oder der Erhaltung der Fruchtbarkeit von Boden, Pflanze und Tier.

Regionale Vernetzung für Handel besonders interessant

Für Händlerinnen und Händler besonders interessant ist die regionale Vernetzung, die durch die Organisation in einer Regionalwert AG entsteht. So kann nicht nur in den eigenen Betrieb investiert werden, z.B. in ein neues Kühllager, sondern auch mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine gemeinsame Vermarktung und Logistik aus- oder aufgebaut werden. Dadurch öffnen sich neue Vermarktungswege, wie eine flächendeckende Verbreitung in den Vollsortimentern, Lieferung an die Gastronomie, oder Catering bei Festen. Unter dem Schirm der Regionalwert AGs können regionale hochwertige Bioprodukte auch mit einem Regionallogo verkauft werden.


Letzte Aktualisierung: 16.10.2018