Händler


Handling von Fleisch und Wurst

Fleischtheke, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Foto: Thomas Stephan, BLE

Eine Frage des Vertrauens: Kauf von Fleisch und Wurstwaren

Fleisch und Wurstwaren sind das sensibelste Sortiment im Lebensmittelhandel und der Einkauf ist in erster Line eine Frage des Vertrauens. Wird Biofleisch neben konventioneller Ware in der Bedienungstheke angeboten, dann sollte es möglichst zwei getrennte Abteilungen geben oder das Angebot der Bioware muss in anderer Form deutlich abgegrenzt werden. Für die Kundschaft ist Fleisch, das in der Theke präsentiert wird, zunächst nicht unterscheidbar in "konventionell" und "bio". Kundinnen und Kunden müssen dem Fachpersonal und seinen Angaben vertrauen und dürfen nie den Eindruck haben, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer, das Fleisch eventuell vertauschen könnten. Am günstigsten ist es, wenn alle Geräte wie Schalen, Messer, Vorrats- und Transportbehälter, Schneidebretter, Fleischwolf und Waagen völlig getrennt sind und für den Bio- und konventionellen Bereich jeweils unterschiedliche Farben haben. So wird sichergestellt, dass es auch im eventuell hektischen Alltag keine Verwechslung gibt.

Kleines Biosortiment in der konventionellen Theke

Wenn neben dem konventionellen Angebot nur ein kleines Biosortiment in der Bedienungstheke geführt wird, kann die Vitrinenscheibe in diesem Bereich entsprechend beklebt werden. Um glaubwürdig zu sein, ist es zwingend erforderlich, dass in dem markierten Bereich ausschließlich Bioware zu finden ist. Um Verbraucherinnen und Verbraucher an das Angebot heranzuführen, empfiehlt es sich, bestimmte Produkte ausschließlich in Bioqualität zu führen. Im Bereich Schinken und Wurstwaren sind Verkostungsaktionen besonders erfolgreich und verkaufsfördernd. Fragen Sie Ihre Lieferanten; die meisten Hersteller sind solchen Aktionen gegenüber sehr aufschlossen.

Die Einhaltung der entsprechenden (Hygiene-)Vorschriften für den Verkauf von Frischfleisch und verderblichen Fleischprodukten sollte selbstverständlich sein. Eine geschlossene Kühlkette, beginnend nach dem Schlachten über den Transport bis hin zur Zerlegung und Aufbewahrung ist unbedingt notwendig.

Vermarktung im Fachhandel

Im Naturkostfachhandel spielt die Einstellung des Unternehmens und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Rolle beim Verkauf von Fleisch und Wurstwaren. Engagieren sie sich für das Sortiment, kann eine Thekenvermarktung erfolgreich aufgebaut werden. Sind viele überzeugte Vegetarierinnen und Vegetarier im Team, wird es wohl eher bei einem kleinen Standardsortiment in Selbstbedienung bleiben.

Fällt die Entscheidung für die Einrichtung einer Bedienungstheke, ist ein gut durchdachtes Konzept, das eine längere Aufbauphase mit einkalkuliert, die Grundlage für den Erfolg. Das Sortiment sollte zu Beginn mit einem Überhang an Schnelldrehern ausgestattet sein und es muss deutlich von anderen Produkten, die ebenfalls der Kühlung bedürfen, abgegrenzt werden. Das verantwortliche Verkaufspersonal muss fachlich gut geschult und mit Engagement bei der Sache sein. Mehr noch als in allen anderen Bereichen ist an der Fleischtheke kompetente Beratung gefragt.

Letzte Aktualisierung: 02.11.2015