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Verkaufsargumente für Ökofleisch und -wurstwaren

Kuh mit Kalb auf einer Weide, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster

Ökolandwirtinnen und -landwirte gehen respektvoll mit Tieren um und sind sich bewusst, dass sie empfindsame Wesen sind und dass es sich in ihrem Körper, sozusagen in jeder Faser ihres Fleisches niederschlägt, ob sie sich wohlfühlen oder nicht. Das bedeutet, dass eine gute Fleischqualität eng verbunden ist mit dem Wohlergehen der Tiere. Konventionelle und ökologische Haltung unterscheiden sich in der Art und Weise wie die Tiere gezüchtet, gehalten, gefüttert und behandelt werden. Unter artgerechter Haltung verstehen die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau, dass die Tiere Auslauf haben und ihre Ställe so gestaltet sind, dass sie sich wohlfühlen. Die Tiere bekommen weitestgehend hofeigenes Futter und Kraftfutter, ohne Wirkstoffzusätze wie Antibiotika oder Masthilfsmittel. Bei Krankheiten werden - so weit wie möglich - Tierarzneimittel aus der Naturheilkunde eingesetzt.

Schonende Transporte und kein unnötiges Leiden

Zur artgerechten Haltung der Tiere gehört auch, dass sie beim Transport zur Schlachtstätte und beim Schlachten nicht unnötig leiden. Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau verbieten den Einsatz von elektrischen Treibhilfen beim Be- und Entladen. Ebenfalls ist der Stress für die Tiere vor und während der Schlachtung zu minimieren. Der Gebrauch von allopathischen Beruhigungsmitteln vor und während der Fahrt ist nicht erlaubt. Die deutschen Ökoverbände haben detaillierte Regelungen, die über diese Richtlinien hinausgehen. Der wichtigste Punkt dabei ist, dass auf eine regionale Vermarktung und Verarbeitung Wert gelegt wird, so dass der Weg vom landwirtschaftlichen Betrieb zur Schlachtstätte möglichst kurz ist und Belastungen durch lange Transportwege vermieden werden. Bei Ankunft im Schlachthof sind die Tiere möglichst sofort zu entladen und in kleinen Gruppen zu treiben. Die Wartezeit im Schlachthof soll auf ein Minimum begrenzt werden, wobei notwendige Ruhezeiten zu berücksichtigen sind.

Wurstherstellung mit wenigen Zusatzstoffen

Die Schlachtung der Tiere, die Grob- und Feinzerlegung, das Herrichten und Sortieren der Teilstücke und Abschnitte sowie die Fleischreifung unterscheiden sich nicht von den konventionellen Techniken. Bei der Herstellung von Fleischerzeugnissen und Wurstwaren gibt es allerdings Unterschiede: Alle Zutaten müssen aus ökologischem Anbau stammen. Beim Einsatz von Gewürzen bzw. Gewürzmischungen bedeutet das unter anderem, dass sie nicht mit ionisierenden Strahlen behandelt werden dürfen. In den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau ist genau vorgeschrieben, welche Zusatzstoffe und technischen Hilfsstoffe für Ökofleisch und -wurstwaren verwendet werden dürfen. Manche Ökoverbände haben diese zugelassenen Zusatzstoffe für ihre Produkte weiter eingeschränkt. Auch schreiben einige Ökoverbände für Wursthüllen und Verpackungen bestimmte Materialien vor, die sie als besonders umweltverträglich ansehen. Der Verpackungsaufwand soll möglichst so weit reduziert werden, wie es mikrobiologische Gründe und Hygieneregeln zulassen.

Letzte Aktualisierung: 02.11.2015