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Häufige Fragen zu Biogetränken

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Der Geschmack ist auch bei Biowein ein wichtiges Kaufkriterium. Foto: Dominic Menzler, BLE

Wie schmeckt denn der Wein vom Biowinzer?

Es gibt kein geschmackliches Kriterium, das Biowein generell von konventionellem Wein unterscheidet. Wein von Ökowinzerhöfen kommt heute aus fast allen Ländern und Anbaugebieten und es werden alle Rebsorten angebaut. Ökowinzerinnen und -winzer sind bestrebt, sorten- und gebietstypische, qualitativ hochwertige Weine zu produzieren. Das bedeutet, dass Sie als Biohändler in erster Linie ausreichendes Weinwissen haben müssen, um die Frage für die Kundinnen und Kunden befriedigend beantworten zu können. Darüber hinaus bietet es sich an, kurz die Kernpunkte der ökologischen Weinerzeugung darzustellen. Sagt die Geschmacksbeschreibung der Kundin oder dem Kunden zu, kann die ökologische Erzeugung das ausschlaggebende Kriterium für den Kauf sein.

Sind Säfte aus dem Reformhaus in jedem Fall Bioprodukte?

Nein. In Reformhäusern werden neben konventionellen Produkten auch Biolebensmittel verkauft. Das neuform-Zeichen schließt den ökologischen Anbau nicht ein. Ein eigenes Gütezeichen oder der Vermerk "bio" auf einem grünen Blatt - kennzeichnet Lebensmittel, die nach den EU-Richtlinienfür den ökologischen Landbau erzeugt wurden.

Warum sind Biosäfte so viel teurer als konventionelle Säfte?

Der große Preisunterschied liegt zum einen daran, dass die ökologische Erzeugung von Obst und Gemüse teurer ist als der konventionelle Anbau. Zum anderen ist die Herstellung aufwändiger. Während im konventionellen Bereich die Saftherstellung aus Konzentrat weit verbreitet ist, wird im Biobereich in der Regel Direktsaft angeboten, das heißt der Saft wird aus frischem oder tiefgekühltem Obst beziehungsweise Gemüse gepresst und dann abgefüllt. Zur Herstellung von Fruchtsaftkonzentrat wird dem Fruchtsaft das fruchteigene Wasser entzogen. Dadurch verringert sich das Volumen auf einen Bruchteil und es werden vor allem Lager- und Transportkosten gesenkt. Bei Bedarf wird dann wieder mit Wasser zu Saft rückverdünnt. Die im Konzentrationsvorgang ausgetriebenen Aromen werden aufgefangen und bei der Rückverdünnung dem Produkt wieder zugesetzt.

Bei Biosaft muss das Obst definitiv aus kontrolliert ökologischem Anbau stammen. Der Saft aus nichtkontrolliertem Streuobst darf also nicht als Biosaft vermarktet werden. In der Regel werden Streuobstwiesen jedoch weder chemisch gespritzt noch gedüngt.

Für Bier gilt das Reinheitsgebot. Sind durch diese Bestimmung nicht alle Biere irgendwie bio?

Das Reinheitsgebot - das übrigens nur für deutsches Bier gilt - stammt aus dem Jahr 1516 und besagt, dass zum Brauen nur Wasser, Hopfen, Malz und Hefe verwendet werden dürfen. Der Unterschied zwischen konventionellem und Ökobier besteht darin, dass bei Ökobier alle Zutaten aus ökologischem Anbau stammen und der Einsatz von Hopfenextrakt verboten ist. Darüber hinaus sind in der modernen Brauereipraxis einige Verfahren entwickelt worden, die die meisten Biobrauer nicht einsetzen. Das betrifft beispielsweise bestimmte Methoden der Wasseraufbereitung, Schnellgärverfahren und andere. Es gilt der Grundsatz, nur so viele Zusatz- und Hilfsstoffe zu verwenden wie zur Produktion eines hochwertigen Bieres unbedingt notwendig sind.

Letzte Aktualisierung: 02.11.2015