Händler


Übersicht über Biosortimente

Verkaufsregale, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Das Sortiment im Biohandel ist mittlerweile so vielfältig wie im konventionellen LEH. Foto: Thomas Stephan, BLE

Klassische Naturkost: Getreideflocken & Co

Als die ersten Bioläden vor rund 25 Jahren entstanden sind, gehörten Körner und Müslis zum Kernsortiment und bestimmten weitgehend das Image der Bio- und Naturkostszene. Heute sind die Biosortimente wesentlich umfassender und attraktiver; viele neue Produkte in Ökoqualität sind hinzugekommen. Getreide und Getreideerzeugnisse, Müslis, Nüsse und Ölsaaten sind dieser Entwicklung zufolge immer noch ein wichtiger Teil des Angebots, aber sie stehen längst nicht mehr synonym für das komplette Biosortiment.

Zu den gängigsten Getreideerzeugnissen gehören Getreideflocken und zwar in erster Linie Haferflocken. Darüber hinaus gibt es auch Flocken aus Roggen und Weizen, die sich gut für die Müslibereitung eignen sowie Flocken aus Reis, Hirse, Gerste und Buchweizen. Das Angebot an Biofertigmüslis ist groß. Getreide, Ölsaaten, Nüsse, Trockenfrüchte und Süßungsmittel, wie Honig etc., sind die wichtigsten Zutaten. Alle Zutaten kommen aus ökologischem Anbau und Trockenfrüchte dürfen nach den Richtlinien der Ökoverbände nicht geschwefelt werden.

Beilagen: Teigwaren und Reis

Neben Kartoffeln sind Teigwaren und Reis die wichtigsten Beilagen. Teigwaren sind vielseitig verwendbar und werden in den unterschiedlichsten Formen angeboten. Im Biosortiment ist das Angebot von Vollkornnudeln in den letzten Jahren erweitert worden um Nudeln, die aus niedrig ausgemahlenen helleren Mehlen hergestellt werden. Für alle Bionudeln gilt, dass die Rohstoffe aus kontrolliert ökologischem Anbau kommen; bei Vollkornnudeln ist der Mineralstoff- und Vitaminanteil höher, weil das ganze Korn vermahlen wurde. In der Regel besteht der Teig für Bionudeln aus Hartweizengrieß, vermischt mit etwas Wasser und Salz; selten werden Eiernudeln angeboten.

Reis gibt es im Biosortiment vor allem als Natur- bzw. Vollkornreis, der sich dadurch auszeichnet, dass die äußere Frucht- und Samenschale, das so genannte Silberhäutchen, nicht abgeschliffen wird. Wie beim Mehl sitzt in der äußeren Schale ein großer Teil der Vitamine. Neben dem Naturreis hat sich in den letzten Jahren aber auch das Angebot an weißem Bioreis stark vergrößert.

Trends: Feinkost und Convenience

Gesundheit und umweltgerechte Erzeugung bzw. Verarbeitung sind die wichtigsten Einkaufskriterien für Bioprodukte. Darüber hinaus gibt es im Food-Bereich zwei übergreifende Trends, die sich auch im Biosortiment wiederfinden. Viele Konsumenten verlangen heute Produkte, die schnell und bequem zubereitet werden können bzw. die bereits fertig zubereitet sind und lediglich erwärmt werden müssen. Convenience heißt das Schlagwort, was übersetzt so viel wie Bequemlichkeit oder Annehmlichkeit bedeutet. Unter diesem Aspekt ist beispielsweise die Ausweitung des Angebots von Biotiefkühlkost in Richtung Pizzen, Nudelgerichte und Pommes frites zu sehen. Ebenfalls wächst das Angebot an gekühlten vorbereiteten Produkten, wie beispielsweise vegetarisches Geschnetzeltes oder Gyros, Bratlinge und Tofu-Mahlzeiten.

Auch bei den Fertig-Soßen gibt es inzwischen ein großes Bioangebot: Ketchup, Tomaten-Gemüse-Soßen, Dips aller Geschmacksrichtungen, Chutneys, Mayonnaisen und Pestos. Ein Teil dieser Produkte kann dem Feinkost-Bereich zugeordnet werden. Die Preise von Bio- und Feinkostartikeln bewegen sich annähernd auf gleichem Niveau. Verbraucher, die Feinkost kaufen, interessieren sich üblicherweise auch für Ernährung, Lebensmittel und gutes Essen. Damit sind sie potenzielle Biokunden. Das eröffnet dem Handel die Chance, sich über ein feinköstliches Bioangebot zu profilieren. Dazu gehören beispielsweise auch erlesene Essig- und Ölspezialitäten, Antipasti und besondere Brot- bzw. Fruchtaufstriche.

Letzte Aktualisierung: 04.11.2015