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Warenkunde Obst und Gemüse

EU-Vermarktungsnormen

Bioapfel am Baum
Äpfel gehören zu den beliebtesten Bioobstsorten in Deutschland. Foto: Thomas Stephan, BLE

Der Marktwert von Obst und Gemüse wird im konventionellen Bereich wesentlich durch gesetzlich festgelegte Handelskriterien, die so genannten Vermarktungsnormen, definiert.

Innerhalb der EU gelten diese Vermarktungsnormen für die wichtigsten Obst- und Gemüsearten:

  • Extra: höchste Qualität, fehlerfrei, typische Form, Entwicklung und Farbe
  • Klasse I: gute Qualität, leichte Fehler zulässig, alle sortentypischen Eigenschaften
  • Klasse II: marktfähige Qualität, Fehler zulässig, so lange die Mindesteigenschaften erfüllt werden

Darüber hinaus gibt es noch eine Einteilung nach deutschen Handelsklassen, die aber freiwillig ist. Diese Regelungen gelten für Gemüse- und Obstarten, die im internationalen Handel weniger bedeutend sind. Auch ökologisch angebautes Obst und Gemüse ist gemäß der Vermarktungsnormen zu sortieren und zu kennzeichnen. Die Güteklassen berücksichtigen jedoch in erster Linie die äußere Qualität. Ernährungsphysiologische und ökologische Aspekte werden nicht berücksichtigt. Bei Ökoobst und -gemüse kann nicht immer das gleiche Erscheinungsbild wie im konventionellen Bereich erzielt werden, weil auf mineralische Düngemittel und synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet wird, ebenso wie auf eine Behandlung mit Konservierungsmitteln nach der Ernte bzw. während der Lagerung. Deshalb werden viele ökologisch erzeugte Produkte vorsichtshalber mit der Güteklasse II gekennzeichnet. Diese Einstufung hat aber nichts mit einer geringeren Qualität zu tun.

Die verschiedenen Gemüsesorten

Gemüse ist ein Sammelbegriff für Pflanzenteile, die roh, gekocht oder konserviert verzehrt werden können. Die meisten Gemüsearten sind einjährige Gewächse. Die Vielfalt der Sorten lässt sich in Grob- und Feingemüse einteilen sowie nach Art der genutzten Pflanzenteile. Zu den Grobgemüsen gehören Arten mit fester Zellwandstruktur wie Weißkohl, Späte Möhren, Sellerie und Zwiebeln. In dieser Gruppe sind auch die meisten Wintergemüse zu finden. Feingemüse besitzen eine zarte Zellwandstruktur. Dazu gehören beispielsweise Gemüseerbsen und -bohnen, Frühe Möhren, Blumenkohl, Tomaten, Spinat, Spargel.

Einteilung nach Pflanzenteilen:

  • Kohlgemüse (z. B. Rotkohl)
  • Blatt- und Salatgemüse (z. B. Spinat, Salat)
  • Wurzelgemüse (z. B. Pastinaken, Möhren)
  • Fruchtgemüse (z. B. Tomaten, Gurken)
  • Stängelgemüse (z. B. Spargel, Bleichsellerie)
  • Blütengemüse (z. B. Blumenkohl, Artischocke)
  • Samengemüse (z. B. Gemüsebohnen)
  • Zwiebelgemüse (z. B. Zwiebeln, Lauch)

Im ökologischen Feldbau werden vor allem Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Rosenkohl und Grünkohl angebaut. Die wichtigsten Wurzelgemüse im Biobereich sind Möhren, Sellerie und Pastinake.

Die verschiedenen Obstarten

Obst ist die Bezeichnung für essbare Früchte von ein- und mehrjährigen Gewächsen, die im allgemeinen roh essbar sind. Die Vielfalt der Obstsorten unterscheidet man vorwiegend nach äußeren Merkmalen:

  • Kernobst (z. B. Äpfel, Birnen)
  • Steinobst (z. B. Kirschen, Pfirsiche)
  • Beerenobst (z. B. Erdbeeren, Himbeeren)
  • Schalenobst (Nüsse)
  • Südfrüchte (z. B. Bananen, Zitrusfrüchte)

Südfrüchte im weiteren Sinne sind alle Obstarten, die in südlichen bzw. tropischen und subtropischen Regionen kultiviert werden (Ananas, Mangos, Papaya etc.). Zitrusfrüchte gehören neben Bananen zu den wichtigsten Obstarten im Welthandel. In Deutschland spielen Äpfel die größte Rolle, sowohl im konventionellen wie auch im Biobereich.

Letzte Aktualisierung: 02.11.2015