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Kernpunkte der Erzeugung von Obst und Gemüse

Natürlicher Nährstoffkreislauf

Feld mit Eichblattsalat
Statt des Einsatzes chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel steht der vorbeugende Pflanzenschutz beim ökologischen Landbau im Vordergrund. Foto: Dominic Menzler, BLE

Wirtschaften im Einklang mit der Natur ist der Leitgedanke des ökologischen Landbaus. In diesem Sinne werden keine schnell verfügbaren mineralischen oder synthetischen Düngemittel eingesetzt, sondern stattdessen soll die Versorgung der Kulturen weitestgehend über den natürlichen Nährstoffkreislauf zwischen Pflanzen und Boden sichergestellt werden. Eine ausreichende Stickstoffzufuhr wird hauptsächlich über den Anbau von Leguminosen-Untersaaten erreicht.

Während im Ackerbau die Fruchtfolge der entscheidende Faktor für die Pflanzenernährung ist, herrschen im Obst- und Gemüsebau andere Bedingungen, da die Möglichkeiten einer Fruchtfolge eingeschränkt bzw. bei Dauerkulturen nicht gegeben sind. Gleichzeitig ist der Nährstoffbedarf oft sehr hoch und auch über Untersaaten und Gründüngungen nicht zu decken. Daher kommen nur die in einer Positivliste in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zugelassenen mineralischen und organischen Ergänzungsdüngemittel oder Komposte aus der Getrenntsammlung zum Einsatz. Die Verwendung von Wirtschaftsdüngern darf eine bestimmte Höchstmenge pro Hektar und Jahr nicht überschreiten.

Vorbeugender Pflanzenschutz I

Statt des Einsatzes chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel steht der vorbeugende Pflanzenschutz beim ökologischen Landbau im Vordergrund. Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter sollen vorrangig durch die Wahl geeigneter standortangepasster Arten und Sorten, durch eine geeignete Fruchtfolge sowie mechanische und thermische Maßnahmen reguliert werden. Darüber hinaus sollen Nützlinge durch die Schaffung von günstigen Verhältnissen geschützt werden. Dazu gehört beispielsweise die Anlage von Blühstreifen und Hecken sowie die Begrünung von Obstbauflächen. Mit mechanischen Maßnahmen, wie zum Beispiel Hacken, Striegeln oder Mulchen, kann Unkraut eingedämmt werden. Insbesondere im Gemüsebau wird zur Unkrautregulierung auch das Abflammen eingesetzt (thermische Maßnahme). Die Dauerkulturen im Obstbau ermöglichen es im Sinne des vorbeugenden Pflanzenschutzes sehr gut, leistungsfähige Nützlingspopulationen aufzubauen.

Vorbeugender Pflanzenschutz II

Im Gewächshaus bedeutet vorbeugender Pflanzenschutz neben einer angepassten Nährstoff- und Wasserversorgung in erster Linie eine krankheitsvermeidende Klimaführung. Bei Glas- und insbesondere bei Folienhäusern beziehungsweise -tunneln sind ausreichende Belüftungsmöglichkeiten wichtig, um die Luftfeuchtigkeit und damit Pilzkrankheiten gering zu halten. Zur Regulierung von Schädlingen können im Gewächshaus ebenfalls Nützlingspopulationen eingesetzt werden. Die Eindämmung von Unkraut erfolgt größtenteils per Hand.

In Dauerkulturen wo kein Fruchtwechsel möglich ist, wie im Obstbau, reichen vorbeugende Maßnahmen zum Pflanzenschutz nicht immer aus. Für den akuten Notfall sind einige Pflanzenschutzmittel zugelassen, die allerdings nicht so durchschlagend sind wie chemisch-synthetische Mittel. Die Verwendung der Mittel ist nur dann erlaubt, wenn alle vorbeugenden Maßnahmen zur Aktivierung der boden- und pflanzeneigenen Abwehrkräfte und zur Nützlingsförderung ausgeschöpft sind.

Letzte Aktualisierung: 02.11.2015