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Aus der Forschung

Qualitätserhaltendes Handling von Bioobst und Biogemüse - ein Leitfaden

Saftige Biotomaten, knackige Ökomöhren, aromatische Bioerdbeeren: Sachgerechte und sorgfältige Behandlung und Lagerung sind notwendig, damit ökologisch erzeugtes Obst und Gemüse in gutem Zustand bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt. Dabei hat jedes Produkt ganz spezifische Ansprüche. Das Leibniz-Institut für Agrartechnik Bornim e.V. (ATB) hat einen Praxisleitfaden zum produktoptimalen Handling von Bioobst und -gemüse entwickelt, der sich sowohl an den Naturkosteinzelhandel als auch an Direktvermarkter richtet.

Gemüseabteilung eines Hofladens. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Obst und Gemüse sind maßgebliche Umsatzträger im Biohandel. Die Ansprüche der Verbraucherinnen und Verbraucher an die Produkte sind allerdings hoch. Foto: Dominic Menzler, BLE

Unsachgemäße Lagerung von empfindlichen Frischeprodukten wie Obst oder Gemüse kann erhebliche Verluste verursachen. Am Beispiel von Tomaten, Möhren und Erdbeeren haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Bornim e.V. untersucht, wie durch richtige Behandlung des Ernteguts während der Lagerung die Verluste verringert werden können.

In dem Projekt "Qualitätserhaltendes Handling von Bioobst und Biogemüse im Einzelhandel und bei der Direktvermarktung" wurden anhand von Recherchen und eigenen Versuchen Empfehlungen zur verlustarmen Aufbewahrung der empfindlichen Produkte entwickelt. So sollen die mit viel Aufwand erzeugten Produkte die Endverbraucherinnen und Endverbraucher in der bestmöglichen Qualität erreichen. In einem Leitfaden hat das Projektteam die Ergebnisse zusammengefasst. Dieser enthält

  • Empfehlungen zum Nachernteklima (Temperatur, Luftfeuchte),
  • Empfehlungen zu Verpackungen,
  • Angaben zu Produktverträglichkeiten bei gleichzeitiger Präsentation von verschiedenen Produktarten und
  • Hinweise zum Umgang mit mikrobiellen Aktivitäten.

In der Datenbank Organic Eprints steht der Leitfaden "Produktoptimales Handling von ökologisch erzeugten Tomaten, Möhren und Erdbeeren - Ein Leitfaden zur Qualitätserhaltung im Einzelhandel und bei der Direktvermarktung" online zur Verfügung. 

Praktikertipp

Porträt von Franz Westhues
Franz Westhues

Franz Westhues ist Geschäftsführer der
Marktgenossenschaft der Naturland-Bauern. Die Genossenschaft vermarktet seit 1995 Ökoprodukte an den Lebensmittel-Einzelhandel und gehört zu den größten Ökoerzeugergemeinschaften Deutschlands.

Westhues rät zum Thema Lagerung: "Unsere Marktgenossenschaft liefert jeden Tag unter anderem zwischen 40 und 50 Tonnen Biomöhren an den Handel. Damit die Möhren nicht verderben, lagern wir sie über Monate bei einem Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit. Bei der Auslieferung achten wir darauf, dass die Kühlkette bis zum Händler nicht unterbrochen wird. Denn die niedrigen Temperaturen verringern die Stoffwechselprozesse und damit die Verluste. Händlerinnen und Händler sollten deshalb Früchte und Gemüse nachts unbedingt in einem Kühlraum lagern."


Diplom- Ingenieur Manfred Linke
Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V.
Abteilung Technik im Gartenbau
Max-Eyth-Allee 100
14469 Potsdam
Telefon: 0331/ 56 99-615
E-Mail: mlinke@atb-potsdam.de

Letzte Aktualisierung: 02.11.2015