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Naturkosmetik - ein dynamischer Markt mit guten Perspektiven

In dem dynamisch wachsenden Segment Naturkosmetik spielt Deutschland eine besondere Rolle: Laut Naturkosmetik Jahrbuch 2013 ist Naturkosmetik "Made in Germany" weiterhin ein Exportschlager. Deutsche Hersteller verzeichnen international ein stärkeres Wachstum als in ihrem Heimatmarkt. Im Europa-Vergleich ist Deutschland mit einem Marktanteil von 7,8 Prozent im Jahr 2014 der vitalste Naturkosmetikmarkt, gefolgt von Frankreich und Großbritannien.

Dass sich Naturkosmetik im Gesamt-Kosmetikmarkt behauptet, zeigen Wachstumsraten von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist Naturkosmetik das Wachstumssegment im Bereich der Schönheitspflege. Diese und weitere Erkenntnisse fasst der Naturkosmetik Branchenreport in seiner umfangreichen Analyse des Naturkosmetikmarktes zusammen. Er wird regelmäßig von dem Beratungsunternehmen naturkosmetik konzepte herausgegeben.

Die Kundschaft will beraten sein

Häufig sind Verbraucherinnen und Verbraucher noch nicht ausreichend darüber informiert, welche "Naturkosmetik" diese Bezeichnung tatsächlich verdient. Verwirrend sind die Vielfalt an Labeln und die Tatsache, dass sich auch einige konventionelle Kosmetikprodukte mit dem Begriff "Bio" auf der Verpackung schmücken. Denn im Gegensatz zu Ökolebensmitteln gibt es für die Kennzeichnung von Naturkosmetik keine einheitliche Kontrolle, kein verbindliches Siegel und keine gesetzlichen Vorgaben.

Auf dem deutschen und internationalen Markt existieren einige Labels privatrechtlicher Organisationen. Mit ihnen können Hersteller ihre Kosmetikprodukte kennzeichnen, wenn sie die Standards zur Zertifizierung erfüllen. In Deutschland ist das zum Beispiel das Label des Bundesverbandes Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemitte (BDIH ) "BDIH - Kontrollierte Natur-Kosmetik". Außerdem gibt es das Label der Interessengemeinschaft von Naturkosmetikherstellern "NaTrue" auf Naturkosmetik-Produkten.

Diese Produkte erfüllen bestimmte Standards hinsichtlich der Herkunft der Rohstoffe und deren Verarbeitung und wurden entsprechend den Richtlinien der jeweiligen Organisation zertifiziert. Wenn auch nicht mit der Geltungskraft eines staatlichen Siegels ausgestattet, so geben diese Labels zumindest eine Orientierung.

BDIH-Logo: Kontrollierte Naturkosmetik

Logo BDIH. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Das BDIH-Prüfzeichen ist auch auf einigen Produkten mit dem Schriftzug "BDIH Kontrollierte Natur-Kosmetik" zu finden. Grafik: BDIH

Das BDIH-Prüfzeichen wurde im Frühjahr 2001 eingeführt. Laut Mitteilung des BDIH wird jedes Produkt einzeln auf Konformität zum BDIH-Standard kontrolliert. Erfüllt es die Kriterien, so erfolgt eine Zertifizierung, und das Produkt darf das Prüfzeichen tragen. Voraussetzung ist jedoch, dass 60 Prozent der Produkte einer Marke den BDIH-Standard erfüllen.

Der BDIH-Standard für kontrollierte Naturkosmetik beschreibt Anforderungen, welche sich auf die Gewinnung beziehungsweise Erzeugung der Kosmetikrohstoffe sowie auf deren Verarbeitung beziehen. So weit wie möglich werden Pflanzen aus kontrolliert-biologischem Anbau oder zertifizierter Wildsammlung verwendet. Hierbei werden auch die Belange hinsichtlich Tier- und Artenschutz berücksichtigt.

Zusätzlich zu diesen Mindestanforderungen an Naturkosmetika lässt der BDIH auch die Bioauslobung für zertifizierte Produkte prüfen. Das heißt konkret: Ein Produkt der kontrollierten Naturkosmetik darf nur dann als "bio" bezeichnet werden, wenn der Bioanteil im Verhältnis zu allen in Bioqualität verwendbaren Bestandteilen des Erzeugnisses (also ohne Wasser und Mineralien) mindestens 95 Prozent beträgt. Wird damit geworben, dass ein Produkt Bioanteile enthält, muss für die Verwenderin oder den Verwender aus der Liste der Inhaltsstoffe klar hervorgehen, welche Bestandteile "bio" sind und welche nicht.

Die detaillierten Maßgaben zur Bioauslobung hat der BDIH im Internet veröffentlicht. Zusätzlich gibt es dort auch eine Liste derjenigen Pflanzenstoffe, die obligatorisch aus zertifiziertem, ökologischem Pflanzenmaterial bestehen müssen, wenn sie in Naturkosmetika eingesetzt werden. Ebenso finden Sie dort eine Übersicht der BDIH-zertifizierten Produkte und Links zu Porträts der Hersteller. 

Der Cosmos-Standard

Der BDIH (Deutschland), Cosmebio (Frankreich), Ecocert Greenlife (Frankreich), ICEA (Italien) und die Soil Association (Großbritannien) haben im Mai 2010 den Cosmos-Standard AISBL gegründet. Der internationale, gemeinnützige Verband hat von nun an die Aufgabe, den Cosmos-Standard als internationalen Standard für die Natur- und Biokosmetik zu entwickeln und zu etablieren.

Das NaTrue-Siegel

Logo Natrue. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Dieses Logo wird auf neu zertifizierten Naturkosmetik-Produkten mit NaTrue-Zertifizierung zu sehen sein. Parallel dazu dürfen noch alte Logos mit der Sternen-Kennzeichnung im Handel sein.

NaTrue wurde von Pionierfirmen der Naturkosmetik in Europa gegründet. NaTrue versteht sich als ein Netzwerk für Hersteller echter Natur- und Biokosmetik. Seine Mitglieder müssen mindestens 75 Prozent ihres Umsatzes mit Naturkosmetik machen. Solange Natur- und Biokosmetik rechtlich nicht geregelt ist, misst sich dies an der Einhaltung der Kriterien des NaTrue-Labels oder eines anderen etablierten Standards für Natur- beziehungsweise Biokosmetik. 75 Prozent der Produkte müssen also die Kriterien eines solchen Standards einhalten.

Das NaTrue-Siegel können Hersteller von Naturkosmetik beantragen und ihre Produkte zertifizieren lassen. Erfüllen die Produkte die NaTrue-Kriterien, können sie das Siegel tragen. In den Richtlinien und der Zertifizierung werden drei Stufen unterschieden: Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bioanteil und Biokosmetik. 

Die erste Stufe bei NaTrue ist Naturkosmetik. Sie ist die Grundlage aller NaTrue-zertifizierten Produkte. In den Kriterien ist definiert, welche Inhaltsstoffe und welche Verfahren bei der Produktion erlaubt sind. Für die Inhaltsstoffe sind abhängig von der Produktkategorie der Mindestgehalt an Naturstoffen und der Maximalgehalt an naturnahen Stoffen festgelegt.

Für die zweite Stufe – Naturkosmetik mit Bioanteil – wird im Vergleich zur ersten Stufe ein höherer Anteil an unveränderten Naturstoffen gefordert. Zugleich müssen diese Naturstoffe zu mindestens 70 Prozent aus kontrolliert ökologischer Erzeugung und/ oder aus kontrollierter Wildsammlung gemäß den EU-Rechtsvorschriften für den ökologische Landbau stammen.

Die dritte Stufe – Biokosmetik – stellt die höchsten Anforderungen an NaTrue-zertifizierte Produkte. Sie ist gekennzeichnet durch einen höheren geforderten Anteil an unveränderten Naturstoffen als bei Kosmetika der zweiten Stufe. Mindestens 95 Prozent der Naturstoffe müssen aus kontrolliert biologischer Erzeugung beziehungsweise aus kontrollierter Wildsammlung gemäß den EU-Rechtsvorschriften für den ökologische Landbau stammen.

NaTrue-Logo mit neuem Gesicht

Bisher erkannten die Verwender von NaTrue-zertifizierter Kosmetik die Dreistufigkeit anhand von verschiedenen Varianten des NaTrue-Logos mit einem, zwei oder drei Sternen auf der Produktverpackung. Seit März 2010 verzichtet NaTrue auf diese differenzierte Auslobung und verwendet ein einheitliches Logo.

Innerhalb einer Übergangszeit von vier Jahren können bereits zertifizierte Produkte noch mit dem alten Logo gekennzeichnet werden. Neu zertifizierte Produkte tragen das neue Logo; auf der Verpackung kann ein Hinweis auf die jeweilige Stufe (Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bioanteil oder Biokosmetik) stehen.

Gleichzeitig mit dem Relaunch des Logos geht NaTrue auch in Sachen Kommunikation neue Wege: Die überarbeitete Website www.natrue.org präsentiert sich als Naturkosmetik-Community mit Twitter- und Facebook-Seite. Auf der Verpackung neu gelabelter Produkte ermöglichen demnächst sogenannte Quick-Response-Codes (QR-Codes) den direkten Zugriff auf Informationen. Mit diesem Code, einem Smartphone und der entsprechenden App soll man auf Informationen auf der Website zugreifen können.

Naturkosmetik - Ihr Geschäft?

Nutzen Sie Ihre Chance in diesem erfolgversprechenden Naturwarensegment. Mit Beratungskompetenz und einem kundenfreundlich ausgewählten Sortiment binden Sie Ihre Stammkundschaft noch enger und gewinnen neue Käufergruppen, die Ihren Laden bisher noch nicht als Einkaufsquelle angesteuert haben.

Verbraucherinnen und Verbraucher lassen sich am besten überzeugen, wenn sie ein Produkt vor dem eigentlichen Kauf erst einmal testen können. Dazu haben Sie verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel: Sie bieten kostenlose Produktmuster von Naturkosmetika und Informationsmaterial zum Mitnehmen an.

Kooperieren Sie mit einer Kosmetikerin und laden Sie Ihre schönheitsbewussten Kundinnen und Kunden zu einem Beratungstag oder einem Wellnessabend in Ihre Räumlichkeiten ein. Hier kann die Expertin über individuelle Pflege mit Naturkosmetik informieren und Interessierte mit den entsprechenden Produkten verwöhnen. Viele Naturkosmetikhersteller bieten solche Dienstleistungen für Händler und deren Kundschaft an, so dass für Sie relativ wenig Organisationsaufwand anfällt.

Fragen Sie zu diesen Angeboten direkt beim Hersteller an.


Letzte Aktualisierung: 04.11.2015